Pflege (telc)
Deutsch

Prüfer: Beginnen wir nun mit Teil 1. Können Sie etwas zu der Situation in diesem Bild sagen?
Kandidat: Auf dem Bild sehe ich eine Situation auf einer Intensivstation. Das erkennt man an den vielen medizinischen Geräten im Hintergrund. Es gibt Monitore, Infusionspumpen und andere Apparate. Alles wirkt sehr professionell und klinisch.
Im Mittelpunkt liegt eine Patientin im Bett. Sie hat die Augen geschlossen. Sie wirkt bewusstlos oder sehr schwach. An ihrem Arm ist ein Venenzugang. Über diesen Zugang bekommt sie eine Infusion. Die Patientin ist vollständig auf die Pflege angewiesen.
Zwei Pflegekräfte in türkiser Arbeitskleidung kümmern sich um die Patientin. Beide haben einen Mundschutz um den Hals. Die Pflegekraft auf der linken Seite hält einen grünen Infusionsbeutel in der Hand. Sie wechselt ihn gerade oder kontrolliert den Füllstand. Die zweite Pflegekraft steht rechts neben der Patientin. Sie legt ihre Hand auf den Arm der Patientin. Sie überprüft vielleicht den Venenzugang oder den Puls.
Beide Pflegekräfte arbeiten ruhig und konzentriert zusammen. Sie sprechen nicht viel miteinander — aber sie arbeiten koordiniert. Das zeigt, dass sie sich gut kennen und aufeinander vertrauen. Das ist ein gutes Beispiel für Teamarbeit in der Pflege.
Falls der Student stockt oder wenig sagt, fragt der Prüfer nach:
Prüfer: Was passiert in diesem Bild?
Kandidat: Auf dem Bild versorgen zwei Pflegekräfte gemeinsam eine kranke Patientin. Die Patientin liegt im Bett auf der Intensivstation. Sie ist bewusstlos oder schläft. Eine Pflegekraft wechselt den Infusionsbeutel. Das muss regelmäßig gemacht werden. Der Beutel wird leer und muss durch einen neuen ersetzt werden. Die andere Pflegekraft steht direkt neben der Patientin. Sie berührt ihren Arm und überprüft, ob alles in Ordnung ist.
Diese Situation zeigt, wie wichtig Teamarbeit auf der Intensivstation ist. Die Arbeit ist schwierig. Die Patienten sind sehr krank. Man muss immer aufmerksam sein. Wenn zwei Pflegekräfte zusammenarbeiten, ist es sicherer. Eine kann sich auf die Infusion konzentrieren. Die andere beobachtet die Patientin. So wird nichts übersehen.
Prüfer: Was machen die verschiedenen Menschen?
Kandidat: Auf dem Bild sind drei Personen zu sehen.
Die Patientin liegt im Bett. Sie hat die Augen geschlossen. An ihrem Arm ist ein Venenzugang mit einem Schlauch. Sie bekommt eine Infusion. Sie kann sich nicht selbst helfen. Sie braucht die Pflege der beiden Pflegekräfte.
Die erste Pflegekraft steht links. Sie hält einen grünen Infusionsbeutel in beiden Händen. Sie hält ihn hoch. Sie wechselt den Beutel oder kontrolliert, ob er noch voll genug ist. Das ist eine wichtige Aufgabe. Infusionen müssen regelmäßig kontrolliert werden. Wenn der Beutel leer ist, bekommt der Patient keine Flüssigkeit mehr. Das kann gefährlich sein.
Die zweite Pflegekraft steht rechts neben der Patientin. Sie beugt sich leicht vor. Sie legt ihre Hand auf den Arm der Patientin. Sie überprüft vielleicht den Venenzugang. Oder sie kontrolliert den Puls. Oder sie gibt der Patientin einfach das Gefühl, dass jemand da ist. Das ist auch in einer Intensivsituation wichtig.
Beide Pflegekräfte schauen konzentriert auf die Patientin. Sie arbeiten still zusammen. Das zeigt echte Professionalität.
Prüfer: Was empfinden Sie beim Anblick dieses Bildes?
Kandidat: Beim Anblick dieses Bildes empfinde ich großen Respekt. Respekt für die Patientin und für die beiden Pflegekräfte.
Die Patientin liegt bewusstlos im Bett. Sie weiß vielleicht nicht, wer sich um sie kümmert. Aber die Pflegekräfte sind trotzdem da. Sie arbeiten sorgfältig und ruhig. Das ist echte Fürsorge. Man macht seine Arbeit gut — nicht weil der Patient zuschaut, sondern weil es richtig ist.
Was mich besonders beeindruckt, ist die stille Zusammenarbeit der beiden Pflegekräfte. Sie sprechen nicht viel. Aber sie arbeiten zusammen. Jede weiß, was sie tun muss. Das ist nur möglich, wenn man sich gegenseitig vertraut. Gute Teamarbeit entsteht nicht von allein. Man muss sie aufbauen — durch Kommunikation, durch gegenseitigen Respekt und durch gemeinsame Erfahrungen.
Dieses Bild erinnert mich auch daran, wie körperlich und psychisch anstrengend die Arbeit auf einer Intensivstation ist. Die Patienten sind sehr krank. Die Entscheidungen müssen schnell getroffen werden. Der Druck ist groß. In solchen Situationen ist ein gutes Team sehr wichtig. Man kann sich auf die Kollegen verlassen. Das gibt Sicherheit.
Prüfer: Nun, wir sprechen also über die Zusammenarbeit mit Kolleginnen. Wie denken Sie über dieses Thema?
Kandidat: Die Zusammenarbeit mit Kolleginnen ist für mich sehr wichtig. In der Pflege kann man nicht alleine arbeiten. Man braucht das Team. Wenn die Zusammenarbeit gut ist, ist die Arbeit einfacher und sicherer. Die Patienten bekommen eine bessere Versorgung. Und die Pflegekräfte fühlen sich weniger allein. Ich habe in meiner Arbeit erlebt, wie viel ein gutes Team bedeutet. Und ich habe auch erlebt, was passiert, wenn die Zusammenarbeit nicht gut funktioniert. Der Unterschied ist sehr groß.
FRAGEN B1
Prüfer: Was sind die Vorteile, wenn viele Menschen zusammenarbeiten?
Kandidat: Wenn viele Menschen zusammenarbeiten, gibt es viele Vorteile. Der wichtigste Vorteil ist die Sicherheit für die Patienten. Wenn zwei Pflegekräfte zusammenarbeiten, können Fehler schneller erkannt werden. Eine Person sieht vielleicht etwas, das die andere nicht sieht. Das ist besonders wichtig auf der Intensivstation, wie auf dem Bild.
Ein anderer Vorteil ist die körperliche Entlastung. Manche Aufgaben sind schwer. Zum Beispiel das Umlagern eines Patienten. Alleine ist das gefährlich — für den Patienten und für die Pflegekraft. Zu zweit geht es viel besser und sicherer.
Außerdem hilft Teamarbeit psychisch. Die Arbeit in der Pflege ist oft stressig. Wenn man ein Problem mit einem Kollegen besprechen kann, fühlt man sich besser. Man ist nicht allein mit schwierigen Situationen. Das gibt Kraft.
Prüfer: Was sind die Probleme bei der Zusammenarbeit?
Kandidat: Es gibt verschiedene Probleme. Ein häufiges Problem ist die Kommunikation. Wenn viele Menschen zusammenarbeiten, können Missverständnisse entstehen. Eine Information geht verloren. Oder jemand versteht etwas falsch. Das kann zu Fehlern führen.
Ein anderes Problem ist die Aufgabenverteilung. Manchmal ist nicht klar, wer für welche Aufgabe verantwortlich ist. Dann passiert es, dass eine Aufgabe gar nicht erledigt wird. Weil jeder denkt, der andere macht es.
Manchmal gibt es auch Meinungsverschiedenheiten im Team. Zwei Pflegekräfte haben verschiedene Meinungen über die beste Behandlung für einen Patienten. Das kann zu Spannungen führen. Deshalb ist eine offene und respektvolle Kommunikation sehr wichtig.
Prüfer: Wie kann diese Zusammenarbeit gelingen? Können Sie dazu Beispiele nennen?
Kandidat: Damit die Zusammenarbeit gut funktioniert, braucht man klare Strukturen. Jeder muss wissen, was seine Aufgabe ist. Das vermeidet Missverständnisse.
Regelmäßige Teambesprechungen helfen sehr. In meinem früheren Team haben wir jeden Morgen kurz besprochen, was wichtig ist. Wer macht was? Gibt es besondere Patienten? Gibt es Probleme? Diese kurzen Gespräche haben viel gebracht. Die Kommunikation war besser. Probleme wurden früher erkannt.
Außerdem ist Respekt sehr wichtig. Jeder im Team hat Erfahrung und Wissen. Auch die jüngeren Kollegen haben gute Ideen. Man muss zuhören und die Meinung des anderen ernst nehmen. Kritik muss man als Motivation nehmen — nicht als Angriff. Wenn das gelingt, ist die Zusammenarbeit sehr gut.
Prüfer: Machen Pflegekräfte in Ihrem Heimatland dieselbe Arbeit wie hier?
Kandidat: Es gibt viele Gemeinsamkeiten. In meinem Heimatland und in Deutschland kümmern sich Pflegekräfte um kranke und alte Menschen. Sie waschen sie, geben Medikamente und überwachen den Gesundheitszustand. Das ist überall ähnlich.
Aber es gibt auch Unterschiede. In Deutschland haben Pflegekräfte mehr Eigenverantwortung. Sie treffen mehr Entscheidungen selbst. In meinem Heimatland macht fast alles der Arzt. Die Pflegekraft führt nur aus, was der Arzt sagt. In Deutschland erwartet man, dass die Pflegekraft selbst beobachtet, Probleme erkennt und den Arzt informiert.
Das war für mich am Anfang eine Umstellung. Aber ich finde es jetzt gut. Es zeigt, dass die Arbeit der Pflegekraft wertgeschätzt wird.
Prüfer: Gibt es Situationen, in denen Patienten besser allein versorgt werden?
Kandidat: Ja, das gibt es. Manche Patienten mögen es nicht, wenn viele Menschen gleichzeitig im Zimmer sind. Das gilt besonders für ältere oder demenzkranke Patienten. Viele Menschen im Raum können sie verwirren oder ängstigen.
Bei sehr privaten Pflegesituationen ist es auch besser, wenn nur eine Person da ist. Zum Beispiel bei der Körperpflege. Viele Patienten fühlen sich dann sicherer und weniger beschämt.
Außerdem gibt es Patienten, die aus kulturellen oder religiösen Gründen von bestimmten Personen versorgt werden möchten. Das muss man respektieren. Der Patient hat das Recht zu wählen, wer ihn pflegt. Dieses Recht ist sehr wichtig.
FRAGEN B2
Prüfer: Welche Probleme können auftreten und warum — zum Beispiel durch unterschiedliche Rollen?
Kandidat: Unterschiedliche Rollen im Team können zu Problemen führen. Wenn nicht klar ist, wer die Verantwortung hat, entsteht Verwirrung. Eine erfahrene Pflegekraft erwartet vielleicht, dass eine neue Kollegin bestimmte Aufgaben übernimmt. Aber die neue Kollegin fühlt sich noch nicht sicher. Das erzeugt Druck auf beiden Seiten.
Ein anderes Problem ist, wenn jemand denkt, er ist wichtiger als die anderen. Das zerstört das Vertrauen im Team. Jeder soll seine Rolle kennen und respektieren. Eine Pflegekraft, die gerade ausgebildet wurde, bringt neues Wissen mit. Eine erfahrene Pflegekraft kennt die Station gut. Beide sind wichtig. Wenn man das versteht, funktioniert die Zusammenarbeit besser.
Klare Absprachen helfen in solchen Situationen sehr. Man bespricht, wer was macht. Und man spricht offen, wenn etwas nicht funktioniert.
Prüfer: Was kann helfen, die Konflikte zu lösen oder zu vermeiden?
Kandidat: Der beste Weg ist, Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen. Das gelingt, wenn man von Anfang an klar kommuniziert. Jeder weiß, was er tun soll. Es gibt keine Unklarheiten.
Wenn ein Konflikt schon entstanden ist, hilft ein direktes Gespräch. Man redet miteinander — ruhig und respektvoll. Man hört dem anderen zu. Man versucht, die Situation aus seiner Perspektive zu verstehen.
Manchmal braucht man eine dritte Person, die hilft. Das kann die Stationsleitung sein. Oder in manchen Krankenhäusern gibt es auch Supervision. Das ist ein Gespräch mit einem Experten, der hilft, Probleme zu lösen. Das finde ich sehr sinnvoll. Es zeigt, dass Konflikte kein Versagen sind. Sie gehören zum Arbeitsalltag. Wichtig ist, wie man damit umgeht.
Prüfer: Wie kann man im Team mit unterschiedlichen Meinungen zu besonderen Pflegeproblemen umgehen?
Kandidat: Unterschiedliche Meinungen sind normal. Jeder Mensch hat andere Erfahrungen. Das gilt auch im Pflegeteam. Eine Pflegekraft denkt, der Patient braucht mehr Mobilisierung. Eine andere denkt, er braucht mehr Ruhe. Beide haben vielleicht gute Gründe.
In solchen Situationen ist es wichtig, sachlich zu bleiben. Man spricht über die Argumente — nicht über Personen. Jedes Teammitglied soll seine Meinung sagen können. Jeder soll die anderen respektieren.
Am besten löst man solche Diskussionen in einer Fallbesprechung. Man setzt sich zusammen und bespricht den Patienten. Was sind die Fakten? Was sagt die Dokumentation? Was sagt der Arzt? So findet man gemeinsam die beste Lösung. Das Ziel ist immer der Patient — nicht das Recht haben.
Prüfer: Gibt es Situationen, in denen Sie sich auf jeden Fall Unterstützung von Kolleginnen holen?
Kandidat: Ja, definitiv. Es gibt Situationen, in denen ich immer eine Kollegin frage. Zum Beispiel beim Umlagern von schweren Patienten. Das mache ich nie alleine. Das ist zu gefährlich — für den Patienten und für meinen Rücken.
Ich hole mir auch Unterstützung, wenn ich bei einem Medikament unsicher bin. Wenn ich die Verordnung nicht verstehe oder wenn mir die Dosis zu hoch erscheint, frage ich immer nach. Das ist keine Schwäche. Das ist Professionalität.
Und wenn ein Patient sich plötzlich verschlechtert, rufe ich sofort Hilfe. Alleine kann ich nicht alles auf einmal machen. Ich brauche jemanden, der zum Beispiel den Arzt anruft, während ich beim Patienten bleibe. In solchen Momenten ist ein gutes Team absolut lebensnotwendig — für den Patienten.
Prüfer: Ist die Zusammenarbeit mit Kollegen in Deutschland anders als in Ihrem Heimatland?
Kandidat: Ja, es gibt Unterschiede. In meinem Heimatland ist die Hierarchie stärker. Die Chefin oder der Chef gibt die Anweisungen. Die anderen folgen. Man fragt nicht viel. Man diskutiert nicht. Man macht, was gesagt wird.
In Deutschland ist das anders. Hier wird erwartet, dass man seine Meinung sagt. Wenn ich einen Fehler sehe, soll ich ihn ansprechen — auch wenn es der Arzt ist. Am Anfang war das für mich sehr ungewohnt. In meinem Heimatland wäre das unhöflich gewesen.
Aber ich habe gelernt, dass das in Deutschland normal ist. Und ich finde es jetzt gut. Wenn jeder seine Beobachtungen teilt, ist die Pflege besser. Der Patient ist sicherer. Und das Team arbeitet als echtes Team — nicht als Hierarchie. Das macht die Arbeit schöner und befriedigender.

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