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Handschuhe anziehen und ab nach draußen auf die Terrasse: Gemüse säen, Blumen pflegen oder Kräuter ziehen – selbst dann, wenn Gartenarbeit eigentlich kein Lieblingshobby ist. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der Umgang mit Pflanzen zu den wirkungsvollsten Maßnahmen gegen depressive Verstimmungen zählt, unabhängig vom Alter oder Geschlecht.
Die Resultate einer im Frühjahr dieses Jahres veröffentlichten Studie machen deutlich, dass Menschen, die in Gegenden mit viel Grün leben, sowohl körperlich als auch mental in besserer Verfassung sind und oft eine höhere Lebenserwartung haben. Besonders auffällig ist dabei, dass Personen, die in naturnaher Umgebung wohnen, seltener unter depressiven Beschwerden leiden als Menschen, die in stark bebauten Stadtgebieten leben.
Diese Erkenntnisse haben Forschende dazu veranlasst, den Ursachen genauer nachzugehen. Warum wirkt sich der Kontakt mit Natur so positiv auf das Wohlbefinden aus? Die regelmäßige Beschäftigung mit Pflanzen scheint einen messbaren Einfluss auf die körperliche Gesundheit und das seelische Gleichgewicht zu haben.
Der Biologe Prof. Martin Keller vom Institut für Umweltmedizin an der Universität Freiburg bestätigt diese Annahme. Seiner Einschätzung nach trägt der regelmäßige Umgang mit Pflanzen, Tieren und natürlichen Umgebungen dazu bei, das allgemeine Wohlbefinden zu steigern und die geistige Gesundheit zu stabilisieren.
„Bei Menschen mit schweren körperlichen oder psychischen Erkrankungen kann Gartenarbeit – insbesondere das Ziehen von Gemüse oder die Pflege von Pflanzen in Töpfen – eine unterstützende Wirkung haben“, erklärt Prof. Keller. Solche Tätigkeiten könnten Beschwerden lindern, das Fortschreiten von Krankheiten verlangsamen und den Betroffenen helfen, ihren Alltag langfristig gesünder zu gestalten. Auch Menschen ohne akute gesundheitliche Probleme empfiehlt er, sich regelmäßig mit Pflanzen zu beschäftigen.
In der britischen Hauptstadt sind Ärztinnen und Ärzte bereits einen Schritt weiter. Dort arbeiten medizinische Einrichtungen mit der Organisation „GreenCare Network“ zusammen, um Patientinnen und Patienten den Anbau von Gemüse näherzubringen. Ziel dieses Programms ist es, therapeutische Effekte auf Körper und Psyche zu erzielen. Unterstützt werden die Teilnehmenden dabei von speziell geschultem Pflegepersonal.
Auf ärztlichen Rat hin nehmen Patientinnen und Patienten an gemeinschaftlichen Gartenprojekten teil, die in der Nähe ihrer Wohnorte angelegt wurden. Parallel dazu entstanden auf den Dächern mehrerer Kliniken kleine Obst- und Gemüsegärten, die von den Erkrankten selbst gepflegt werden.
Begonnen hat das Projekt mit Menschen, die seit längerer Zeit an chronischen Leiden wie Stoffwechselerkrankungen oder Gelenkproblemen leiden. Viele von ihnen befinden sich in höherem Lebensalter, da solche Erkrankungen häufiger im späteren Leben auftreten. Zudem sind ältere Menschen eher von sozialer Isolation betroffen, da sich familiäre Lebensumstände verändern. Mit dem Projekt wollte man ein gesundheitsförderndes und soziales Umfeld schaffen.
Das Modell hat sich als erfolgreich erwiesen und dient inzwischen auch anderen Ländern als Vorbild. Gleichzeitig wird betont, dass man keinen großen Garten benötigt, um von den positiven Effekten zu profitieren. Schon das Bepflanzen eines Balkons oder einer kleinen Terrasse kann einen spürbaren Beitrag zur Gesundheit leisten – ganz ohne aufwendige Maßnahmen.

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