Sollen Studierende ihre Professoren bewerten?

Sie sind Teilnehmende eines Debattierclubs und diskutieren über eine Frage.

  • Tauschen Sie Ihren Standpunkt und Ihre Argumente aus.
  • Reagieren Sie auf die Argumente der Gesprächspartnerin / des Gesprächspartners.
  • Fassen Sie am Ende zusammen: Sind Sie dafür oder dagegen?
Die Stichpunkte können Sie zu Hilfe nehmen.

  • Motivation nimmt zu/ab?
  • Unterricht wird besser /schlechter?
  • Fairness ist gegeben?
  • Beurteilung bleibt anonym?

Beispiel

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Person A:
Also, ich finde, dass Studierende ihre Professoren bewerten sollten. So können sie ihre Meinungen äußern und die Qualität des Unterrichts verbessern. Wenn Professoren wissen, was die Studierenden denken, können sie ihre Lehrmethoden anpassen. Ich denke, das wäre fair für beide Seiten.

Person B:
Hm, ich bin mir da nicht so sicher. Natürlich ist Feedback wichtig, aber es könnte auch unfair sein. Manche Studierende bewerten nach Sympathie und nicht nach der tatsächlichen Leistung des Professors. Und wenn die Bewertung anonym ist, könnten einige Studierende sie nicht ernst nehmen und aus Frust oder Spaß schlechte Noten geben.

Person A:
Das ist ein berechtigter Punkt, aber man könnte doch Regeln aufstellen, damit die Bewertungen objektiver sind. Zum Beispiel könnte es festgelegte Kriterien geben, wie „Verständlichkeit der Vorlesung“, „Organisation des Kurses“ oder „Hilfsbereitschaft des Professors“. Dann würde es weniger um persönliche Meinungen und mehr um sachliche Aspekte gehen.

Person B:
Ja, das klingt sinnvoll. Aber es gibt auch noch einen anderen Aspekt: Was ist, wenn ein Professor strenge Prüfungen macht? Studierende könnten ihm schlechte Noten geben, nur weil sie unzufrieden sind. Das wäre nicht objektiv und könnte dazu führen, dass Professoren weniger anspruchsvoll werden, nur um gute Bewertungen zu bekommen.

Person A:
Ja, das könnte passieren. Aber ich denke, dass Studierende trotzdem eine gewisse Verantwortung tragen. Sie wollen ja auch guten Unterricht bekommen. Wenn sie ehrlich und fair bewerten, könnten Professoren von konstruktivem Feedback profitieren. Man könnte ja auch nur die letzten Semesterstudierenden bewerten lassen – die haben schon mehr Erfahrung mit verschiedenen Lehrmethoden und können vielleicht objektiver urteilen.

Person B:
Das ist ein interessanter Vorschlag. Vielleicht könnte man auch eine Mischung aus Studierendenbewertungen und internen Evaluationen durch andere Professoren oder die Universitätsleitung einführen. Dann wäre das Ergebnis ausgeglichener.

Person A:
Genau! In vielen Ländern gibt es schon solche Systeme. In den USA zum Beispiel bewerten Studierende ihre Professoren regelmäßig, und das hat zu vielen Verbesserungen in der Lehre geführt.

Person B:
Ja, aber ich habe auch gehört, dass es dort manchmal zu Problemen kommt, weil Professoren dann zu sehr darauf achten, beliebt zu sein, anstatt hohe akademische Standards zu halten. Das könnte langfristig die Qualität der Ausbildung verschlechtern.

Person A:
Hm, ich verstehe dein Argument. Vielleicht könnte man die Bewertung so gestalten, dass sie nicht direkt Einfluss auf die Karriere des Professors hat, sondern nur als Feedback dient. Also zum Beispiel als Orientierung für Verbesserungen, aber nicht als offizieller Leistungsnachweis.

Person B:
Ja, das wäre besser. Vielleicht könnte man die Ergebnisse der Bewertungen auch erst nach mehreren Semestern veröffentlichen, damit einzelne schlechte Bewertungen nicht sofort negative Konsequenzen haben.

Person A:
Das wäre eine gute Idee! Man könnte auch eine Art Diskussionsrunde zwischen Studierenden und Professoren einführen, damit sie direktes Feedback bekommen und nicht nur anonyme Bewertungen lesen müssen.

Person B:
Ja, das finde ich auch wichtig. Direkte Gespräche sind oft hilfreicher als schriftliche Bewertungen, weil man sich Missverständnisse sofort klären kann.

Person A:
Also, wenn ich das richtig verstehe, bist du nicht grundsätzlich gegen Studierendenbewertungen, sondern eher für eine geregelte und faire Umsetzung?

Person B:
Genau! Wenn es klare Kriterien gibt und die Bewertungen nicht sofort negative Konsequenzen für die Professoren haben, dann könnte ich mir das vorstellen.

Person A:
Super! Dann sind wir uns einig, dass eine Bewertung sinnvoll sein kann, solange sie richtig umgesetzt wird.

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