Wer entscheidet, Patient oder Angehörige?

Wer entscheidet, Patient oder Angehörige?

Situation: Ein älterer Patient möchte nach seinem Krankenhausaufenthalt unbedingt wieder allein in seine Wohnung zurück. Seine erwachsenen Kinder sind dagegen und wünschen sich, dass er in ein Pflegeheim zieht, weil sie sich große Sorgen um seine Sicherheit machen.

Beispiel

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Person A: Sag mal, hast du von der Sache mit Herrn Berger gehört? Er will nach der Entlassung unbedingt wieder allein in seine Wohnung, aber seine Kinder sind strikt dagegen und möchten, dass er ins Pflegeheim zieht. Jetzt stehen wir mittendrin und wissen nicht recht, auf wen wir hören sollen. Wie siehst du das?

Person B: Oh, das ist wirklich eine schwierige Lage, und ich bin da auch hin und her gerissen. Der erste Kollege auf der Karte stellt ja ganz klar den Patienten in den Vordergrund. Er findet, jeder Mensch habe das Recht, selbst zu bestimmen, wo er leben möchte, und wenn es irgendwie geht, sollte man diesen Wunsch achten und unterstützen. Da ist viel Wahres dran. Es ist schließlich sein Leben und seine Wohnung. Aber meinst du nicht, dass das manchmal an die Grenzen kommt?

Person A: Genau das frage ich mich auch. Die Kollegin in der Mitte sieht das ja differenzierter, und das leuchtet mir sehr ein. Sie sagt, es komme auf die jeweilige Lage an, denn manchmal sei der Wunsch des Patienten nicht umsetzbar oder er könne die Folgen nicht richtig abschätzen, und dann sollten auch die Angehörigen mitreden dürfen, immer zum Wohl des Patienten. Ich habe so einen Fall selbst erlebt. Eine Patientin wollte unbedingt nach Hause, ist dann aber nach zwei Tagen gestürzt, weil niemand da war. Kennst du solche Situationen auch?

Person B: Ja, leider. Genau das ist die Sorge, die man nicht einfach beiseiteschieben kann. Und deshalb verstehe ich auch den dritten Kollegen auf der Karte gut. Er weist darauf hin, dass Angehörige die Lage oft genau kennen und sich viele Gedanken machen, weshalb man ihren Wunsch ernst nehmen sollte. Für ihn zählt am Ende vor allem, dass es dem Patienten gut geht und er sicher versorgt ist. Und das ist ja wirklich der Kern. Findest du nicht auch, dass die Sicherheit am Ende entscheidend ist?

Person A: Doch, die Sicherheit darf man nie aus den Augen verlieren. Aber ganz übergehen dürfen wir den Willen von Herrn Berger trotzdem nicht. Wenn wir einfach über seinen Kopf hinweg entscheiden, nehmen wir ihm seine Würde. Vielleicht geht es weniger um ein klares Entweder-oder, sondern darum, einen Mittelweg zu finden. Meinst du nicht, dass man beide Seiten zusammenbringen könnte?

Person B: Doch, das wäre wahrscheinlich die beste Lösung. Wenn jeder nur auf seiner Position beharrt, kommen wir nicht weiter. Ich denke, wir sollten ein gemeinsames Gespräch anregen, mit Herrn Berger, seinen Kindern und dem Arzt zusammen. Vielleicht gibt es ja einen Kompromiss, zum Beispiel die eigene Wohnung mit einem ambulanten Pflegedienst und einem Hausnotruf. So bleibt sein Wunsch gewahrt und die Sicherheit ist trotzdem da. Wärst du dabei, wenn wir so ein Gespräch zusammen organisieren?

Person A: Auf jeden Fall. Zu zweit können wir viel besser vermitteln als jeder für sich allein. Dann sind wir uns also einig: Der Wille des Patienten steht im Mittelpunkt, aber die Sorgen der Angehörigen nehmen wir ernst und suchen gemeinsam nach einer sicheren Lösung. Lass uns alle Beteiligten an einen Tisch holen und in Ruhe über einen Mittelweg sprechen.

Person B: Genau so machen wir es. Gut, dass wir darüber geredet haben. Jetzt sehe ich klar, wie wir Herrn Berger und seiner Familie wirklich helfen können.

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