Herr Huber — ambulante Pflege nach Apoplex mit Aphasie

72-jähriger Mann mit Hemiparese rechts und Aphasie nach Schlaganfall – suprapubischer Blasenkatheter, Pflegegrad 3, akute Symptome (Schwindel, Kopfweh) bei sommerlicher Hitze. Setting: ambulanter Pflegedienst.

Falldarstellung

Sie kommen zu Herrn Alfred Huber, 72 Jahre, zur Körperpflege, Blutdruck- und Pulskontrolle und Katheterbeutelwechsel. Er hatte vor zwei Jahren einen Apoplex mit Hemiparese rechts. Er wird sehr liebevoll von seiner Ehefrau (68 Jahre) und seinem Sohn mit Familie versorgt. Seine körperlichen Einschränkungen machen Herrn Huber traurig. Gehen kann er nicht mehr, aber ein Transfer in den Rollstuhl ist mit Unterstützung gut möglich. Im Rollstuhl sitzt er sehr stabil. Weil Sie heute etwas früher als gewöhnlich zu Herrn Huber kommen, treffen Sie ihn noch im Garten an. Er sitzt im Schatten eines Baumes. Es ist heute ein sehr heißer Tag.

Bei Ihrem Besuch fällt Ihnen auf, dass der Urin in dem Urinbeutel sehr konzentriert aussieht (er hat einen suprapubischen Blasenkatheter). Das größte Problem für Herrn Huber ist seine Aphasie. Er leidet sehr darunter, dass er sich verbal nicht äußern kann. Wenn er nicht zu müde ist, benutzt er ein Tablet, in das er Nachrichten eingibt. Ihnen schreibt er heute auf, dass ihm schwindelig sei und er Kopfweh habe. Der RR ist 124/78 mmHg, Puls 96/min, die Atmung ist 18 Atemzüge/Min., oberflächlich.

Weitere Informationen zu Herrn Huber: Er ist normalgewichtig, hat eine arterielle Hypertonie und die Stimmungslage ist depressiv. Er hat Pflegegrad 3, aber die Angehörigen kommen aus, wenn der Pflegedienst 2x pro Woche zur Körperpflege kommt. Er isst mit der linken Hand selbständig und hat gelernt, konzentriert und langsam sein püriertes Essen und angedickte Flüssigkeiten zu sich zu nehmen. Deshalb ist seine Schluckstörung derzeit kein Problem. Nur schmeckt es ihm alles nicht so gut.

Besonders genießt Herr Huber es, wenn der Nachbarsjunge ihm aus der Zeitung vorliest oder er im Garten sein kann. Frau Huber hat nach dem Schlaganfall ihres Mannes eine kleine Rampe für einen direkten Zugang aus der Erdgeschosswohnung in den Garten bauen lassen. Herr und Frau Huber sind Hauseigentümer. Das Haus wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut und wurde vor 10 Jahren modernisiert. Sein Sohn bewohnt den ersten Stock und die anderen beiden Stockwerke sind vermietet.

Medikamente von Herrn Huber

Medikament Dosis Form Route Schema
ASS 100 mg Tbl. p.o. 1-0-0
Bisoprolol 5 mg Tbl. p.o. 1-0-0
Simvastatin 40 mg Tbl. p.o. 0-0-1
Mirtazapin 30 mg Tbl. p.o. 0-0-1
Pantoprazol 40 mg Tbl. p.o. 0-0-1

Kompetenzbereich I: Pflegeprozesse und Pflegediagnostik in akuten und dauerhaften Pflegesituationen verantwortlich planen, organisieren, gestalten, durchführen, steuern und evaluieren

⏳ Richtwert: ca. 25 Minuten
  1. 1
    Analysieren Sie die Situation des Herrn Huber. Leiten Sie aus dem vorgegebenen Fallbeispiel fünf zentrale Pflegeprobleme ab und stellen Sie diese dar.
    ~ 4 Min.
  2. 2
    Definieren Sie anhand der fünf Pflegeprobleme erreichbare Pflegeziele, die Sie gemeinsam mit Herrn Huber und seiner Ehefrau erreichen wollen.
    ~ 4 Min.
  3. 3
    Stellen Sie Pflegeinterventionen dar, die Sie nutzen können, um diese Pflegeziele zu erreichen. Begründen Sie dabei, weshalb die jeweiligen Pflegeinterventionen nützlich sind, um das Pflegeziel zu erreichen.
    ~ 10 Min.
  4. 4
    Zeit für Rückfragen und weitergehende Fragen.
    ~ 7 Min.

Kompetenzbereich II: Kommunikation und Beratung personen- und situationsbezogen gestalten

⏳ Richtwert: ca. 15 Minuten

Frau Huber und der Sohn versorgen Herrn Huber liebevoll an den meisten Tagen der Woche. Aufgrund der Aphasie ist die Kommunikation eine besondere Herausforderung – sowohl für Herrn Huber selbst als auch für die Angehörigen.

  1. 1
    Definieren Sie Pflegeberatung und beschreiben Sie die Schritte eines Beratungsprozesses.
    ~ 4 Min.
  2. 2
    Stellen Sie anhand eines beispielhaften Beratungsbedarfs von Frau Huber dar, wie Sie sie im Rahmen der Pflegeberatung unterstützen können.
    ~ 5 Min.
  3. 3
    Zeit für Rückfragen und weitergehende Fragen.
    ~ 6 Min.

Kompetenzbereich III: Intra- und interprofessionelles Handeln in unterschiedlichen systematischen Kontexten verantwortlich gestalten und mitgestalten

⏳ Richtwert: ca. 20 Minuten

Damit die Versorgung von Menschen nach einem Apoplex gelingt, braucht es eine gute Zusammenarbeit unterschiedlicher Personen und Berufsgruppen.

  1. 1
    Nennen Sie Konflikte, die in Teams, die aus vielen Angehörigen unterschiedlicher Berufe bestehen, auftreten können. Was können Sie als Pflegeperson beitragen, damit diese Konflikte gelöst werden können?
    ~ 4 Min.
  2. 2
    Nennen Sie unterschiedliche Personen und Personengruppen, die in die Versorgung von Herrn Huber einbezogen werden bzw. einbezogen werden sollten.
    ~ 4 Min.
  3. 3
    Beschreiben Sie Aufgaben der Pflege in der Zusammenarbeit mit diesen unterschiedlichen Personen und Personengruppen.
    ~ 5 Min.
  4. 4
    Zeit für Rückfragen und weitergehende Fragen.
    ~ 7 Min.

Kompetenzbereich IV: Das eigene Handeln auf der Grundlage von Gesetzen, Verordnungen und ethischen Leitlinien reflektieren und begründen

⏳ Richtwert: ca. 20 Minuten

Herr Huber lebt mit den Folgen eines Apoplex – Hemiparese rechts, eingeschränkte Mobilität, suprapubischer Blasenkatheter und Schluckstörung. Die Erhaltung und Förderung der Mobilität im Sinne des Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) ist daher eine zentrale pflegerische Aufgabe.

  1. 1
    Stellen Sie dar, welche Bedeutung die Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) für die professionelle Pflege und Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in Deutschland haben.
    ~ 4 Min.
  2. 2
    Erläutern Sie am Beispiel von Herrn Huber, wie Sie als Pflegefachmann/Pflegefachfrau den Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege" umsetzen.
    ~ 5 Min.
  3. 3
    Begründen Sie, welchen Beitrag Pflegeforschung zur Qualitätsentwicklung in der Pflege leisten kann und warum es schwierig ist, Forschungsergebnisse in der Pflege zu nutzen.
    ~ 4 Min.
  4. 4
    Zeit für Rückfragen und weitergehende Fragen.
    ~ 7 Min.

Kompetenzbereich V: Das eigene Handeln auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen reflektieren und begründen

⏳ Richtwert: ca. 20 Minuten

Bei Menschen mit Aphasie nach einem Schlaganfall stellen sich häufig ethisch relevante Fragestellungen, vor allem zur Autonomie. Herr Huber ist kognitiv weitgehend erhalten, kann sich aber verbal nicht äußern. Es besteht die Gefahr, dass seine Wünsche und Bedürfnisse übersehen werden.

  1. 1
    Erläutern Sie die Bedeutung der Ethik für das pflegerische Handeln.
    ~ 4 Min.
  2. 2
    Analysieren Sie die Situation, leiten Sie einen ethischen Konflikt ab, beschreiben Sie diesen und erklären Sie, worin dieser Konflikt genau besteht.
    ~ 5 Min.
  3. 3
    Finden Sie Ideen, wie Sie im dargelegten Fall dazu beitragen können, dass die Autonomie von Herrn Huber gefördert wird.
    ~ 4 Min.
  4. 4
    Zeit für Rückfragen und weitergehende Fragen.
    ~ 7 Min.
✎ Hinweise zur Bearbeitung

Sie haben 60 Minuten Vorbereitungszeit. Sie dürfen sich Notizen machen und diese in der Prüfung nutzen. Erlaubte Hilfsmittel während der Vorbereitung: SGB V, SGB XI, Expertenstandards des DNQP sowie Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde. Die mündliche Prüfung dauert 45 bis 60 Minuten und wird von zwei Fachprüferinnen oder Fachprüfern abgenommen. Bewertet wird mit „bestanden" oder „nicht bestanden".

Beispiel

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Vollständiger Prüfungsdialog zwischen Studentin und zwei Prüferinnen, der zeigt, wie Sie alle fünf Kompetenzbereiche überzeugend bearbeiten und mit „bestanden" abschließen.

1

Begrüßung und Selbstvorstellung (ca. 2 Minuten)

Prüferin Schmidt: Guten Morgen, Frau Bondarenko. Schön, dass Sie heute zu Ihrer mündlichen Kenntnisprüfung gekommen sind. Mein Name ist Schmidt, ich bin Pflegepädagogin an dieser Pflegeschule. Meine Kollegin Frau Müller ist ebenfalls Pflegepädagogin. Sie hatten 60 Minuten Vorbereitungszeit. Bitte stellen Sie sich kurz vor und beginnen Sie dann mit Ihrer Fallanalyse.

Studentin (Frau Bondarenko): Guten Morgen, Frau Schmidt, guten Morgen, Frau Müller. Vielen Dank. Mein Name ist Olena Bondarenko, ich bin 35 Jahre alt und habe meinen Bachelor-Abschluss in der Krankenpflege in der Ukraine erworben. Seit zwei Jahren arbeite ich in einem ambulanten Pflegedienst in Düsseldorf. Ich habe meinen Defizitbescheid erhalten und mich auf die Kenntnisprüfung vorbereitet. Wenn Sie einverstanden sind, beginne ich mit einem kurzen Überblick über die Falldarstellung und gehe dann zur strukturierten Bearbeitung über.

Prüferin Schmidt: Sehr gerne. Bitte beginnen Sie.

KB I – Pflegeprozess (ca. 11 Minuten)

Studentin: Ich versorge im Rahmen meiner Tätigkeit in einem ambulanten Pflegedienst Herrn Alfred Huber, 72 Jahre alt. Mein Pflegeauftrag heute lautet: Körperpflege, Blutdruck- und Pulskontrolle sowie Katheterbeutelwechsel. Herr Huber hatte vor zwei Jahren einen Apoplex mit Hemiparese rechts. Er wird liebevoll von seiner 68-jährigen Ehefrau und seinem Sohn versorgt, die mit ihm in einem Mehrfamilienhaus leben, das ihnen gehört. Sein Pflegegrad ist 3, der Pflegedienst kommt zweimal wöchentlich.

Aktuell bei meinem Besuch heute treffe ich ihn im Garten an – es ist ein sehr heißer Tag. Er schreibt mir auf seinem Tablet, dass er Schwindel und Kopfweh habe. Der Urin im Beutel des suprapubischen Blasenkatheters ist sehr konzentriert. Vitalzeichen: Blutdruck 124/78 mmHg, Puls 96 pro Minute, Atmung 18 Atemzüge pro Minute, oberflächlich. Diese Konstellation – Schwindel, Kopfweh, konzentrierter Urin, Hitze, Tachykardie trotz Bisoprolol-Therapie und oberflächliche Atmung – lassen mich an eine beginnende Exsikkose, möglicherweise mit Hitzeerschöpfung, denken. Das ist die akute Priorität.

Aus dieser Falldarstellung leite ich folgende fünf zentrale Pflegeprobleme ab:

  1. 1
    Akutes Risiko der Exsikkose – manifestiert durch Schwindel, Kopfweh, konzentrierten Urin, Tachykardie und oberflächliche Atmung an einem heißen Tag. Dies ist die heutige Akutpriorität.
  2. 2
    Eingeschränkte Mobilität bei Hemiparese rechts – erhöhtes Sturzrisiko und Gefahr von Sekundärkomplikationen wie Kontrakturen, Dekubitus oder Pneumonie.
  3. 3
    Aphasie als Kommunikationsstörung – Störung der Sprache, nicht des Denkens. Herr Huber ist kognitiv erhalten, versteht alles, kann sich aber verbal nicht äußern. Darf nicht mit Demenz verwechselt werden.
  4. 4
    Risiko einer katheter-assoziierten Harnwegsinfektion durch den suprapubischen Blasenkatheter, das durch die aktuelle reduzierte Trinkmenge zusätzlich erhöht ist.
  5. 5
    Depressive Stimmungslage und Risiko sozialer Isolation – Herr Huber ist traurig wegen seiner Einschränkungen. Er nimmt bereits Mirtazapin als Antidepressivum.

Aus diesen Pflegeproblemen leite ich folgende SMART-formulierten Pflegeziele ab – gemeinsam mit Herrn und Frau Huber vereinbart:

  1. 1
    Herr Huber zeigt am Ende des heutigen Besuchs stabile Vitalzeichen, hat 500 ml getrunken, der Hausarzt ist informiert.
  2. 2
    Herr Huber erleidet in den nächsten vier Wochen keinen Sturz; alle Transfers werden sicher und ressourcenorientiert durchgeführt.
  3. 3
    Herr Huber kommuniziert seine Bedürfnisse zuverlässig mittels Tablet, geschlossener Fragen und nonverbaler Signale; alle Pflegenden kennen seinen individuellen Kommunikationsweg.
  4. 4
    Herr Huber zeigt in den nächsten vier Wochen keine Symptome einer Harnwegsinfektion; die Trinkmenge beträgt mindestens 1,5 Liter täglich.
  5. 5
    Herr Huber nimmt täglich an mindestens einer aktivierenden Beschäftigung teil (Garten, Vorlesen, Gespräch mit dem Sohn).

Zu den Pflegeinterventionen – ich begründe jede Intervention pflegefachlich:

Zur akuten Situation heute: Sofortmaßnahmen – ich bringe Herrn Huber in den kühleren Schatten oder zurück ins Haus, biete in kleinen Mengen Wasser oder ungesüßten Tee an, lockere die Kleidung, kontrolliere die Vitalzeichen alle 15 Minuten und beobachte ihn engmaschig. Anschließend strukturierte SBAR-Übergabe an den Hausarzt, weil Schwindel und Kopfweh in Verbindung mit der Vitalzeichenkonstellation auch eine hypertensive oder kardiale Ursache haben könnten. Ich dokumentiere alles im Pflegebericht.

Zur Mobilitätsförderung und Sturzprophylaxe orientiere ich mich am Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege" sowie am Expertenstandard „Sturzprophylaxe in der Pflege" des DNQP. Konkret: Mobilitätsassessment, ressourcenorientierter Transfer mit Unterstützung der gesunden linken Seite, festes Schuhwerk, Rollstuhl mit geprüften Bremsen, Kontrakturprophylaxe, Koordination mit der Physiotherapie. Die vorhandene Rampe vom Wohnzimmer in den Garten ist eine wichtige Ressource.

Zur Kommunikation bei Aphasie: Ich nutze konsequent das Tablet, formuliere geschlossene Fragen, gebe ausreichend Zeit zur Antwort, unterbreche nicht und vervollständige seine Sätze nicht. Ich biete Bildkarten für häufige Bedürfnisse an. Wichtig: Ich spreche ihn als Erwachsenen mit erhaltenem Verstand an.

Zur Versorgung des suprapubischen Blasenkatheters: Hygienische Pflege der Eintrittsstelle nach Standard, Beobachtung des Urins (Farbe, Geruch, Trübung), Beutelwechsel nach Hygienestandard, der Beutel bleibt immer unterhalb des Blasenniveaus, Trinkmengenförderung mindestens 1,5 Liter täglich.

Zur Förderung der Lebensqualität und psychischen Stabilität: Aktivierung über den Garten und das Vorlesen durch den Nachbarsjungen, Validation seiner Trauer, Biografiearbeit, regelmäßige Beobachtung der Wirkung von Mirtazapin – auch im Hinblick auf das Sturzrisiko, das durch dieses Medikament erhöht sein kann.

Vertiefungsfragen zu KB I (ca. 5 Minuten)

Prüferin Schmidt: Vielen Dank, ein sehr strukturierter und priorisierter Überblick. Eine Nachfrage: Sie haben gesagt, der Puls von 96 sei trotz Bisoprolol-Therapie erhöht. Können Sie das fachlich erläutern?

Studentin: Gerne. Bisoprolol ist ein selektiver Beta-1-Blocker. Eine seiner Wirkungen ist die Senkung der Herzfrequenz – im Idealfall liegt die Ruhefrequenz unter Therapie zwischen 55 und 70 Schlägen pro Minute. Wenn Herr Huber bei laufender Bisoprolol-Therapie einen Puls von 96 zeigt, deutet das auf eine kompensatorische Tachykardie hin. Mögliche Ursachen: Volumenmangel durch Exsikkose, Hitzestress, Schmerz, Angst oder ein anderes akutes Geschehen. Diese Tachykardie ist ein wichtiger Warnhinweis und einer der Gründe, warum ich den Hausarzt informiere.

Prüferin Müller: Sehr gut. Der Patient hat Aphasie, ist aber kognitiv erhalten. Was ist der zentrale Unterschied zur Demenz und welche praktischen Konsequenzen hat das?

Studentin: Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, meist nach einem Schlaganfall, bei der das Sprachzentrum betroffen ist – entweder das Broca-Areal mit eingeschränkter Sprachproduktion oder das Wernicke-Areal mit eingeschränktem Sprachverständnis. Bei Herrn Huber sehe ich Hinweise auf eine Broca-Aphasie, da er das Sprachverständnis erhalten hat und über das Tablet kommunizieren kann. Demenz hingegen ist eine progrediente kognitive Störung mit Beeinträchtigung von Gedächtnis, Orientierung, Urteilsvermögen und Persönlichkeit. Die praktische Konsequenz ist enorm: Herr Huber denkt vollständig, versteht alles, trifft Entscheidungen wie zuvor – nur die verbale Sprachproduktion ist eingeschränkt. Das heißt: Ich behandle ihn als einwilligungsfähigen, mündigen Patienten und beziehe ihn in alle Entscheidungen ein.

Prüferin Schmidt: Sehr differenziert. Letzte Frage zu KB I: Was tun Sie konkret in den ersten 30 Minuten Ihres heutigen Besuchs?

Studentin: Erstens bringe ich Herrn Huber sofort in den Schatten oder ins kühle Haus. Zweitens biete ich in kleinen Schlucken Wasser oder ungesüßten Tee an, angedickt falls nötig. Drittens kontrolliere ich die Vitalzeichen nach 10 und 20 Minuten. Viertens rufe ich parallel den Hausarzt an mit strukturierter SBAR-Übergabe. Fünftens verschiebe ich nicht-akute Routinetätigkeiten. Sechstens informiere ich Frau Huber. Siebtens dokumentiere ich zeitnah alles im Pflegebericht.

Prüferin Schmidt: Sehr gut. Wir kommen zum nächsten Bereich.

KB II – Beratung (ca. 11 Minuten)

Prüferin Schmidt: Frau Huber und der Sohn versorgen Herrn Huber liebevoll an den meisten Tagen der Woche. Aufgrund der Aphasie ist die Kommunikation eine besondere Herausforderung. Bitte definieren Sie zunächst Pflegeberatung und beschreiben Sie die Schritte eines Beratungsprozesses.

Studentin: Pflegeberatung ist ein zielgerichteter, professionell gestalteter, interaktiver Prozess zwischen einer Pflegefachperson und einem Klienten oder dessen Bezugsperson. Das Ziel ist es, den Klienten zu informierten, autonomen Entscheidungen zu befähigen – dieses Konzept bezeichnet man als Empowerment. Pflegeberatung ist gesetzlich verankert in §7a SGB XI.

Der Beratungsprozess gliedert sich in sechs Phasen:

  1. 1
    Beziehungsaufbau und Auftragsklärung – Vertrauen schaffen, Setting wählen, Erwartungen klären.
  2. 2
    Informationssammlung und Bedarfserhebung – gezielt nach Vorwissen und Belastungen fragen.
  3. 3
    Zielvereinbarung – gemeinsam realistische, überprüfbare Ziele formulieren.
  4. 4
    Durchführung der Beratung – Wissen vermitteln, Handgriffe demonstrieren, Übung ermöglichen.
  5. 5
    Evaluation – prüfen, ob die Ziele erreicht wurden.
  6. 6
    Dokumentation – Inhalt, Vereinbarungen und Ergebnis schriftlich festhalten.

Bezogen auf Frau Huber schlage ich folgenden Beratungsprozess vor – exemplarisch zum Thema Kommunikation mit Aphasie:

In Phase eins schaffe ich ein ruhiges Setting und sage zum Beispiel: „Frau Huber, ich sehe, wie liebevoll Sie sich um Ihren Mann kümmern. Die Aphasie ist für Sie beide eine große Herausforderung. Darf ich Ihnen zeigen, welche Techniken die Kommunikation erleichtern?"

In Phase zwei frage ich konkret: „In welchen Situationen funktioniert die Verständigung gut? In welchen entstehen Frust und Missverständnisse?"

In Phase drei vereinbare ich ein Ziel: „Bis zu meinem nächsten Besuch kennen Sie drei Kommunikationstechniken bei Aphasie und haben mit Ihrem Mann zusammen Bildkarten für seine drei wichtigsten Bedürfnisse erstellt."

In Phase vier informiere ich konkret: geschlossene Fragen, ausreichend Zeit, kein Vervollständigen seiner Sätze, Tablet-Nutzung und Bildkarten. Ich verweise auf die Aphasiker-Selbsthilfegruppen sowie auf die Logopädie.

In Phase fünf evaluiere ich beim nächsten Besuch: „Was hat funktioniert? Wo gab es noch Schwierigkeiten?"

In Phase sechs verweise ich auf den Pflegestützpunkt nach §7a SGB XI und dokumentiere alles im Pflegebericht.

Ergänzend nutze ich verschiedene Beratungsmodelle: das WHO-Modell der Patientenberatung, das 5-A-Modell (Assess, Advise, Agree, Assist, Arrange) sowie das Motivational Interviewing nach Miller und Rollnick.

Wichtig ist auch die Abgrenzung zwischen drei Konzepten: Beratung ist ein offener, ergebnisorientierter Prozess. Schulung ist die strukturierte Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten. Anleitung ist die unmittelbare Begleitung beim praktischen Tun. Bei Frau Huber kombiniere ich alle drei.

Vertiefungsfragen zu KB II (ca. 5 Minuten)

Prüferin Müller: Sehr strukturiert. Welche rechtlichen Grundlagen hat die Pflegeberatung in Deutschland und welche Akteure haben einen gesetzlichen Beratungsauftrag?

Studentin: Die Pflegeberatung ist mehrfach gesetzlich verankert. Zentral ist §7a SGB XI – dort ist die Pflegeberatung als individueller Rechtsanspruch jedes Pflegebedürftigen geregelt. §7b SGB XI regelt den Anspruch auf Beratungsbesuche im häuslichen Umfeld. §37 Abs. 3 SGB XI sieht verpflichtende Beratungseinsätze für Pflegegeldempfänger vor – bei Pflegegrad 3 wie bei Herrn Huber sind das halbjährliche Beratungsbesuche. Akteure mit Beratungsauftrag sind die Pflegekassen, die Pflegestützpunkte, zugelassene Pflegedienste sowie Beratungsstellen anerkannter Träger wie Caritas, Diakonie oder AWO.

Prüferin Schmidt: Was tun Sie, wenn Frau Huber Ihre Beratung ablehnt und sagt: „Ich kenne meinen Mann am besten, ich brauche keine Tipps"?

Studentin: Ich respektiere zunächst ihre Autonomie und ihr Expertenwissen als pflegende Angehörige. Ich sage zum Beispiel: „Das verstehe ich gut. Sie kennen Herrn Huber wirklich am besten. Mein Angebot bleibt – wenn Sie irgendwann Fragen haben, können Sie jederzeit auf mich zukommen." Ich lasse Informationsmaterial da und beobachte ihre Belastungssymptome im weiteren Verlauf. Wenn ich Anzeichen einer Überforderung sehe, spreche ich es behutsam erneut an.

Prüferin Schmidt: Sehr gut. Wir kommen zum nächsten Bereich.

KB III – Interprofessionelles Handeln (ca. 8 Minuten)

Prüferin Schmidt: Damit die Versorgung von Menschen nach einem Apoplex gelingt, braucht es eine gute Zusammenarbeit unterschiedlicher Personen und Berufsgruppen. Bitte nennen Sie zunächst Konflikte, die in interprofessionellen Teams auftreten können, und beschreiben Sie, was Sie als Pflegefachperson zur Konfliktlösung beitragen können.

Studentin: In interprofessionellen Teams können verschiedene Konflikte entstehen:

  1. 1
    Hierarchiekonflikte, traditionell zwischen Arzt und Pflege.
  2. 2
    Rollenkonflikte mit überschneidenden Zuständigkeiten – etwa zwischen Pflege und Logopädie bei der Schluckkost oder zwischen Pflege und Physiotherapie beim Transfer.
  3. 3
    Kommunikationskonflikte durch unterschiedliche Fachsprachen, Zeitdruck oder unstrukturierte Übergaben.
  4. 4
    Wertkonflikte, etwa wenn Pflege eine ressourcenorientierte Sichtweise vertritt, während Angehörige eine sehr defensive, behütende Haltung einnehmen.

Mein Beitrag zur Konfliktlösung: Ich nutze strukturierte Kommunikation nach SBAR bei Übergaben. Ich übe aktives Zuhören nach Carl Rogers. Bei Konflikten orientiere ich mich an der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg mit den vier Schritten Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte. Außerdem schlage ich strukturierte Fallbesprechungen oder Pflegevisiten vor.

Zur zweiten Frage – welche Personen und Personengruppen sollten in die Versorgung von Herrn Huber einbezogen werden:

  • Der Hausarzt zur medizinischen Gesamtkoordination, gerade heute akut wegen der Symptome.
  • Der Neurologe für die Apoplex-Nachsorge und das Aphasie-Management.
  • Der Logopäde für die Aphasie-Therapie und das Schlucktraining.
  • Der Physiotherapeut für Mobilitätsförderung und Kontrakturprophylaxe.
  • Der Ergotherapeut für Alltagskompetenz, Hilfsmittel und Wohnraumanpassung.
  • Der Urologe für die Versorgung des suprapubischen Blasenkatheters.
  • Die Apotheke – sehr wichtig bei fünf Dauermedikamenten – für die Medikationsanalyse und Wechselwirkungsprüfung.
  • Der Sozialdienst und der Pflegestützpunkt nach §7a SGB XI für Beratung und Vermittlung.
  • Die Pflegekasse mit dem Medizinischen Dienst zur eventuellen Neubegutachtung des Pflegegrads.
  • Die Aphasiker-Selbsthilfe und die Schlaganfall-Hilfe.
  • Familie – Frau Huber und der Sohn als zentrale Säule der Versorgung sowie der Nachbarsjunge als wichtige soziale Ressource.

Meine Aufgaben in der Zusammenarbeit: Ich übernehme eine Koordinationsfunktion – bin Drehscheibe der Versorgung. Ich gebe Informationen strukturiert weiter über Pflegeberichte und Übergaben. Ich initiiere Pflegevisiten und Fallbesprechungen. Ich dokumentiere fachgerecht. Und ich übe eine Anwaltsfunktion für Herrn Huber aus (Patient Advocacy) – bei Aphasie ist das besonders wichtig.

Vertiefungsfragen zu KB III (ca. 4 Minuten)

Prüferin Müller: Sie haben SBAR genannt. Bitte rufen Sie jetzt konkret den Hausarzt an wegen der heutigen Situation bei Herrn Huber.

SBAR-Telefonat

S – Situation: „Guten Tag, Frau Bondarenko vom Pflegedienst Rheinpflege. Ich rufe wegen Herrn Alfred Huber an, geboren am … Er klagt heute akut über Schwindel und Kopfweh. Es ist ein sehr heißer Tag."

B – Background: „Herr Huber ist 72 Jahre alt, hatte vor zwei Jahren einen Apoplex mit Hemiparese rechts und Aphasie. Er hat einen suprapubischen Blasenkatheter, eine arterielle Hypertonie und nimmt ASS, Bisoprolol, Simvastatin, Mirtazapin und Pantoprazol."

A – Assessment: „Vitalzeichen aktuell: RR 124 zu 78, Puls 96 – trotz Bisoprolol-Therapie deutlich erhöht –, Atmung 18 oberflächlich. Der Urin im Beutel ist sehr konzentriert. Ich vermute eine beginnende Exsikkose, möglicherweise mit Hitzeerschöpfung. Ich kann eine kardiale oder zentrale Ursache nicht sicher ausschließen."

R – Recommendation: „Ich bitte um einen Hausbesuch heute oder eine telefonische Anordnung. Bis dahin biete ich Trinken in kleinen Mengen an, halte ihn im Schatten, kontrolliere die Vitalzeichen alle 15 Minuten. Sollte sich der Zustand verschlechtern, rufe ich den Notarzt."

Prüferin Schmidt: Hervorragend strukturiert. Was sind die Vorbehaltsaufgaben nach §4 PflBG?

Studentin: Vorbehaltsaufgaben sind Tätigkeiten, die ausschließlich von Pflegefachpersonen ausgeübt werden dürfen:

  1. 1
    Die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs.
  2. 2
    Die Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses.
  3. 3
    Die Analyse, Evaluation, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege.

Diese Aufgaben dürfen weder an Pflegehilfskräfte noch an andere Berufsgruppen delegiert werden.

KB IV – Qualitätssicherung (ca. 8 Minuten)

Prüferin Schmidt: Bitte stellen Sie zunächst die Bedeutung der Expertenstandards des DNQP dar und erläutern Sie dann am Beispiel von Herrn Huber, wie Sie den Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege" umsetzen.

Studentin: Die Expertenstandards des DNQP haben mehrere zentrale Bedeutungen: Sie definieren das Niveau professioneller Pflege und dienen als Maßstab für die Qualitätssicherung. Sie sind rechtlich relevant – §113a SGB XI verpflichtet Pflegeeinrichtungen ausdrücklich zur Anwendung. Sie gelten vor Gericht als sogenannter antizipierter Sachverständigenbeweis.

Aktuell gibt es neun nationale Expertenstandards. Für Herrn Huber sind besonders relevant: Mobilität, Sturzprophylaxe, Ernährungsmanagement wegen der Schluckstörung sowie der Standard Förderung der Harnkontinenz, da er einen Dauerkatheter hat.

Zur Umsetzung des Expertenstandards bei Herrn Huber – der Standard hat sechs Ebenen:

  1. S1
    Identifikation des Risikos und der Ressourcen: Risiken: Hemiparese rechts, Rollstuhlpflichtigkeit, depressive Antriebsminderung. Ressourcen: stabiler Sitz im Rollstuhl, intakte linke Körperhälfte, kognitiv erhalten, motivierende soziale Umgebung.
  2. S2
    Differenzierte Einschätzung: Esslinger Transferbogen, Tinetti-Test für Sturzrisiko, Barthel-Index.
  3. S3
    Maßnahmenplanung: Ressourcenorientierter Transfer über die gesunde linke Seite, tägliche Bewegung im Rollstuhl, passive Bewegungsübungen, Lagerung zur Dekubitusprophylaxe, Förderung des selbstständigen Essens.
  4. S4
    Information, Beratung und Schulung: Frau Huber und den Sohn zum sicheren Transfer beraten und in der Kontrakturprophylaxe schulen.
  5. S5
    Interprofessionelle Koordination: Physiotherapie, Ergotherapie, Sanitätshandel, Hausarzt für Heilmittelverordnungen.
  6. S6
    Evaluation: Nach vier Wochen Vergleich der Mobilitätsassessmentwerte mit der Ausgangssituation und Anpassung des Pflegeplans.

Vertiefungsfrage zu KB IV (ca. 3 Minuten)

Prüferin Müller: Sie haben gesagt, Pflegeforschung sei wichtig. Welchen Beitrag kann sie zur Qualitätsentwicklung leisten und warum ist es manchmal schwierig, Forschungsergebnisse in der deutschen Pflegepraxis zu nutzen?

Studentin: Pflegeforschung liefert die Grundlage für evidenzbasierte Pflege – pflegerische Interventionen werden auf wissenschaftlicher Grundlage begründet. Sie ermöglicht Innovationen und Qualitätsverbesserung und trägt zur Professionalisierung des Pflegeberufs bei.

Schwierigkeiten in der Praxis: Erstens das Transferproblem zwischen Theorie und Praxis. Zweitens Sprachbarrieren – viele aktuelle Studien werden auf Englisch publiziert. Drittens Zeitmangel im Pflegealltag. Viertens die fehlende Forschungstradition – Pflege wird in Deutschland erst seit den 1990er Jahren akademisch ausgebildet.

KB V – Ethik (ca. 8 Minuten)

Prüferin Schmidt: Bei Menschen mit Aphasie stellen sich häufig ethisch relevante Fragen, vor allem zur Autonomie. Erläutern Sie zunächst die Bedeutung der Ethik für das pflegerische Handeln und analysieren Sie dann den Fall ethisch.

Studentin: Ethik bietet die Grundlage für die Begründung professionellen pflegerischen Handelns, besonders in Dilemmasituationen. In der Pflege orientiere ich mich an mehreren Bezugsrahmen:

  • Vier ethische Prinzipien nach Beauchamp und Childress: Autonomie (Recht auf Selbstbestimmung), Nicht-Schaden, Wohltun, Gerechtigkeit.
  • ICN-Ethikkodex für Pflegende: Gesundheit fördern, Krankheit verhüten, Gesundheit wiederherstellen, Leiden lindern.
  • Care-Ethik: eine Beziehungsethik, die die Verantwortung in der Beziehung zwischen Pflegenden und zu Pflegenden betont.

Im Fall Huber sehe ich folgenden zentralen ethischen Konflikt: Es besteht eine Spannung zwischen der Autonomie von Herrn Huber und der Fürsorge durch seine Familie und das Pflegeteam. Herr Huber ist kognitiv vollständig erhalten – er denkt klar, versteht alles, hat einen freien Willen. Aber er kann sich verbal nicht äußern. Es besteht das Risiko, dass seine Wünsche übersehen werden oder über seinen Kopf hinweg entschieden wird. Das wäre ein schwerwiegender Verstoß gegen seine Autonomie. Aphasie ist nicht Demenz.

Ein zweiter Konflikt heute akut: Wenn Herr Huber trotz der Hitze im Garten bleiben möchte, kollidiert seine Selbstbestimmung mit dem Prinzip des Nicht-Schadens. Hier muss ich abwägen, informieren und gemeinsam mit ihm entscheiden – nicht über ihn hinweg.

Wie kann ich die Autonomie von Herrn Huber konkret fördern?

  1. 1
    Ihn als einwilligungsfähigen Erwachsenen in alle Entscheidungen einbeziehen.
  2. 2
    Konsequent das Tablet nutzen, ausreichend Zeit geben, geschlossene Fragen formulieren.
  3. 3
    Klären, ob eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht vorliegen. Falls nicht, jetzt erstellen lassen.
  4. 4
    Validation: seine Trauer über die körperlichen Einschränkungen ernst nehmen.
  5. 5
    Biografieorientiert arbeiten: Garten, Vorlesen durch den Nachbarsjungen aktiv in den Pflegeplan integrieren.
  6. 6
    Ressourcenorientierter Ansatz: Was kann er noch selbst entscheiden? Was kann er noch selbst tun?
  7. 7
    Bei schwerem Dilemma: ethische Fallbesprechung im interprofessionellen Team (Nimwegener Methode).

Letzte Vertiefungsfrage zu KB V (ca. 2 Minuten)

Prüferin Müller: Was ist der Unterschied zwischen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht und warum ist das für Herrn Huber besonders wichtig?

Studentin: Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Erklärung einer einwilligungsfähigen Person für den Fall, dass sie ihre Wünsche bezüglich medizinischer Behandlungen nicht mehr äußern kann. Sie regelt was gemacht oder nicht gemacht werden soll.

Eine Vorsorgevollmacht bestimmt wer stellvertretend Entscheidungen treffen darf, falls die Person selbst nicht mehr entscheiden kann.

Für Herrn Huber ist das aus zwei Gründen besonders wichtig: Erstens kann er sich aufgrund der Aphasie schon eingeschränkt äußern – eine schriftliche Patientenverfügung dokumentiert seinen Willen verbindlich. Zweitens könnte sich seine Situation nach einem weiteren Apoplex weiter verschlechtern. Ich würde anregen, dass Herr Huber gemeinsam mit Frau Huber und dem Hausarzt jetzt beides erstellt – möglicherweise auch unter Einbeziehung der Logopädie.

Abschluss

Prüferin Schmidt: Vielen Dank, Frau Bondarenko. Wir haben jetzt alle fünf Kompetenzbereiche besprochen. Möchten Sie zum Abschluss noch etwas ergänzen?

Studentin: Nein, vielen Dank. Ich habe versucht, alle Aspekte des Falls strukturiert darzustellen.

Prüferin Schmidt: Sehr gut. Bitte warten Sie kurz vor der Tür, wir werden uns kurz beraten.

[Nach 5 Minuten Beratung der Prüferinnen]

Prüferin Schmidt: Frau Bondarenko, kommen Sie bitte herein. Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie den mündlichen Teil der Kenntnisprüfung mit „bestanden" abgeschlossen haben. Herzlichen Glückwunsch!

Studentin: Vielen Dank, das freut mich sehr.

✎ Hinweis

Die Falldarstellung „Herr Huber" ist als exemplarische Pflegesituation im Format der staatlichen Kenntnisprüfung nach §45 PflAPrV gestaltet. Die Prüfungsaufgaben pro Kompetenzbereich orientieren sich am offiziellen Muster des Regierungspräsidiums Darmstadt (Hessen). Die Antworten der Studentin und die Vertiefungsfragen sind eine prüfungstypische Rekonstruktion zur Übung – offizielle Musterlösungen werden nicht veröffentlicht.

Wichtige Notizen

Welche Risikofaktoren hat Herr Huber?

Akut heute (akute Risikokonstellation):
1. Heißer Tag mit erhöhtem Flüssigkeitsbedarf.
2. Reduzierte Trinkmenge – Hinweis: konzentrierter Urin im Beutel.
3. Bisoprolol-Therapie verstärkt Hypotonie-Risiko bei Volumenmangel.
4. Mirtazapin kann orthostatische Hypotonie und Sedierung verstärken.
5. Aphasie – Herr Huber kann Durst nicht spontan verbal kommunizieren.
6. Eingeschränkte Mobilität – er kann nicht selbstständig zum Wasserglas gehen.
7. Aufenthalt im Garten bei Hitze – erhöhte Sonneneinstrahlung und Verdunstung.
8. Oberflächliche Atmung – mögliches frühes Zeichen einer Atemwegsproblematik oder Schmerz.
9. Tachykardie 96/min trotz Bisoprolol-Therapie – deutliches Warnsignal.

Chronisch / personenbezogen:
10. Z. n. Apoplex mit erhöhtem Risiko für einen Re-Apoplex.
11. Arterielle Hypertonie als kardiovaskulärer Hauptrisikofaktor.
12. Alter 72 Jahre.
13. Polypharmazie mit fünf Dauermedikamenten:
   • ASS 100 mg – gastrointestinales Blutungsrisiko (deshalb Pantoprazol).
   • Bisoprolol 5 mg – Bradykardie, Hypotonie, ggf. Bronchospasmus.
   • Simvastatin 40 mg – Myopathie- und Leberwertrisiko.
   • Mirtazapin 30 mg – Sturzrisiko, Sedierung, Gewichtszunahme, anticholinerge Wirkung.
   • Pantoprazol 40 mg – bei Langzeit: Osteoporose, Vitamin-B12-Mangel, Magnesium-Mangel, erhöhtes Risiko für Clostridioides-difficile-Infektion.
14. Suprapubischer Blasenkatheter – Risiko der Katheter-assoziierten Harnwegsinfektion und Urosepsis.
15. Hemiparese rechts – Sturzgefahr, Kontrakturen, Dekubitus, Pneumonie, Spastik.
16. Aphasie – Risiko, dass Schmerzen oder Symptome übersehen werden, Risiko der Diskriminierung als „nicht entscheidungsfähig“ (was er tatsächlich ist).
17. Schluckstörung – Aspirationspneumonie-Risiko, besonders bei Verschlechterung des Allgemeinzustands.
18. Depressive Stimmungslage – Compliance-Risiko, sozialer Rückzug, in seltenen Fällen Suizidalitätsrisiko.
19. Pflegegrad 3 bei sehr komplexer Pflegesituation – Höherstufung prüfbar.

Was sollte weiter erfragt werden?

Akut heute – priorisiert (Apoplex-Rezidiv-Ausschluss zuerst!):
1. Wann hat der Schwindel begonnen? Plötzlich oder schleichend?
2. Hat er erbrochen oder war ihm übel?
3. Sehstörungen, Doppelbilder, Gesichtsfeldausfall? – FAST-Test-Kriterium!
4. Hat sich seine Aphasie heute verschlechtert? – Apoplex-Hinweis!
5. Asymmetrie im Gesicht heute neu? Lächelt er schief? – FAST-Test!
6. Schwäche auch in der bisher gesunden linken Seite neu? – Apoplex-Hinweis!
7. Bewusstseinslage voll erhalten?
8. Ist er heute zeitlich und örtlich orientiert (über Tablet abfragen)?
9. Hat er heute schon getrunken? Wie viel?
10. Wie viel hat er gestern getrunken?
11. Wann zuletzt Urin (Beutelinhalt heute Morgen vs. jetzt)?
12. Wann zuletzt gegessen?
13. Schmerzen? Wo? Wie stark? (numerische Schmerzskala über Tablet).
14. Wie lange war er heute schon im Garten?

Pflegerelevant chronisch:
15. Tinetti-Test im Rollstuhl, Esslinger Transferbogen.
16. Hautzustand: Dekubitus-Risiko an Sitzfläche und Sakrum.
17. Gewicht und BMI? Gewichtsverlauf?
18. Trinkmenge in normalen Tagen.
19. Stuhlgangsregelmäßigkeit (unter Pantoprazol häufig Veränderungen).
20. Wechselintervall des suprapubischen Blasenkatheters.
21. Letzter Urinstatus / Urinkultur.

Medizinisch / diagnostisch:
22. Genaue Apoplex-Anamnese: ischämisch oder hämorrhagisch? Welches Stromgebiet?
23. Letzter Neurologen-Termin und letzte Bildgebung?
24. Aktuelle Mirtazapin-Wirkung: Suizidgedanken? Antrieb? Schlaf?
25. Letzte Magenspiegelung wegen langer ASS-Therapie?
26. Letzte Laborkontrollen: Elektrolyte, Nieren-, Leberwerte, B12, Vitamin D?
27. Frequenz und Inhalt der Logopädie und Physiotherapie.

Sozial / rechtlich:
28. Patientenverfügung vorhanden? — kritisch wichtig bei Apoplex-Rezidiv-Risiko!
29. Vorsorgevollmacht vorhanden? Wer ist bevollmächtigt? Frau Huber? Sohn?
30. Notfallplan vorhanden? Bei welchen Symptomen wird wen alarmiert?
31. Befinden der pflegenden Ehefrau: eigene Erkrankungen, Schlaf, Erholung?
32. Wie geht die Familie mit der Aphasie emotional um? Frust, Ermüdung?
33. Bisher genutzte SGB-XI-Leistungen: Pflegegeld, Sachleistungen, Verhinderungspflege?

Welche Ressourcen hat Herr Huber?

Bei Herrn Huber selbst – sehr starke Ressourcen!
1. Kognitiv vollständig erhalten — er denkt klar, versteht alles, ist einwilligungsfähig. Das ist die wichtigste Ressource überhaupt!
2. Tablet-Beherrschung – etablierter Kommunikationskanal.
3. Erhaltenes Sprachverständnis (vermutlich Broca-Aphasie, da er mit Tablet kommunizieren kann).
4. Lese- und Schreibfähigkeit – Bildkarten und Texte funktionieren.
5. Intakte linke Körperhälfte.
6. Selbständiges Essen mit der linken Hand.
7. Erlernter Umgang mit der Schluckstörung – pürierte Kost, angedickte Flüssigkeiten, langsames Essen.
8. Stabiler Sitz im Rollstuhl – gute Rumpfkontrolle.
9. Transfer mit Unterstützung gut möglich.
10. Genuss-Anker: Garten, Vorlesen durch den Nachbarsjungen.
11. Kommunikationswillig – er informiert mich aktiv über Symptome (Schwindel, Kopfweh).

Familie:
12. Liebevolle Ehefrau (68 J.) — relativ jung und vermutlich gesund.
13. Sohn mit Familie im selben Haus – kurzer Weg, schnelle Hilfe.
14. Familie an Pflege gewöhnt, kennt die Routinen.
15. Familie zeigt Engagement und emotionale Wärme.

Soziale Umgebung:
16. Nachbarsjunge liest vor — soziale Bindung über die Familie hinaus.
17. Garten als Lebensqualitätsanker.
18. Vertraute Wohnumgebung — das Haus mit langer Familiengeschichte.

Strukturell:
19. Pflegegrad 3 anerkannt – Zugang zu allen SGB-XI-Leistungen.
20. Eingespielter Pflegedienst 2x wöchentlich.
21. Hausarzt eingebunden.
22. Erdgeschoßwohnung mit Rampe in den Garten — barrierefreier Zugang nach draußen.
23. Modernisiertes Haus.
24. Hauseigentümer mit Mieteinnahmen — finanzielle Stabilität.
25. Suprapubischer Blasenkatheter statt transurethralem — geringeres Infektionsrisiko, höhere Lebensqualität.

Mit wem ist es wichtig, Kontakt aufzunehmen?

Akut heute:
1. Frau Huber – sofort einbeziehen, sie ist im Haus.
2. Hausarzt – sofortige SBAR-Übergabe wegen Schwindel, Kopfweh, Tachykardie.
3. Notarzt 112 – bei Verdacht auf Apoplex-Rezidiv oder akute Verschlechterung.
4. Stroke Unit der nächsten Klinik – geographisch wichtig zu kennen.

Medizinisch regelmäßig:
5. Hausarzt – Gesamtkoordination, Medikationsmanagement.
6. Neurologe – Apoplex-Nachsorge, Sekundärprävention, Aphasie-Verlauf.
7. Urologe – suprapubischer Blasenkatheter-Wechsel, HWI-Management.
8. Apotheke – Medikationsanalyse bei fünf Dauermedikamenten dringend!

Therapeutisch:
9. Logopädie – Aphasie-Therapie und Schlucktraining.
10. Physiotherapie – Mobilitätsförderung, Sturzprophylaxe, Kontrakturprophylaxe.
11. Ergotherapie – Alltagskompetenz, Hilfsmittel, Wohnraumanpassung.

Sozial / strukturell:
12. Pflegestützpunkt nach §7a SGB XI – Beratung.
13. Pflegekasse mit Medizinischem Dienst – Pflegegrad-Höherstufung erwägen.
14. Sozialdienst.
15. Verhinderungspflege §39 SGB XI – zur Entlastung von Frau Huber!
16. Tagespflege §41 SGB XI – falls gewünscht.
17. Sanitätshaus – Hilfsmittel, Trinkgefäße, Anti-Rutsch.

Selbsthilfe:
18. Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.
19. Aphasie-Selbsthilfegruppen (Bundesverband Aphasie e.V.).
20. Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige.

Familie und soziale Umgebung:
21. Frau Huber täglich.
22. Sohn mit Familie als zweite Pflegestufe.
23. Nachbarsjunge als wichtige soziale Ressource.

Welche Maßnahmen empfehlen Sie?

Akut heute — in den ersten 60 Minuten:
1. Sofort in den Schatten oder ins kühle Haus bringen.
2. Vitalzeichenkontrolle alle 15 Minuten dokumentieren.
3. FAST-Test durchführen: Face (Gesichtsasymmetrie), Arms (Armhalteversuch links), Speech (hat sich Aphasie heute verschlechtert?), Time (Zeit notieren).
4. Trinken in kleinen Mengen anbieten — angedickt wegen Schluckstörung, langsam, aufrechte Sitzposition.
5. Kühle Umschläge an Stirn und Nacken.
6. Hausarzt anrufen mit strukturierter SBAR-Übergabe.
7. Frau Huber sofort informieren.
8. Engmaschige Beobachtung: Bewusstsein, Sprache (über Tablet abfragen), Motorik.
9. Bei Verschlechterung Notarzt 112 ohne weiteres Zögern.
10. Routinetätigkeiten (Katheterbeutelwechsel) bis zur Stabilisierung zurückstellen.
11. Nach jedem Schritt Dokumentation mit Uhrzeit.

Mittelfristig — basierend auf den Expertenstandards:
12. Ernährungsmanagement: Trinkprotokoll, Trinkplan, BMI-Erfassung.
13. Erhaltung und Förderung der Mobilität: Mobilitätsassessment, ressourcenorientierter Transfer, Kontrakturprophylaxe.
14. Sturzprophylaxe: Tinetti-Test, Hilfsmittel, sicherer Transfer.
15. Dekubitusprophylaxe: Lagerung, Hautpflege, Druckverteilung im Rollstuhl.
16. Förderung der Harnkontinenz (eingeschränkt anwendbar): Katheterhygiene, Urinbeobachtung, Trinkmengensteigerung.
17. Pneumonieprophylaxe: regelmäßige Lagerung, Atemübungen, möglichst aufrechte Sitzposition.
18. Aphasie-Kommunikationssystem etablieren: Tablet, Bildkarten, geschlossene Fragen, ausreichende Antwortzeit.
19. Validation und Biografiearbeit zur Förderung der psychischen Stabilität.
20. Schulung Frau Huber zur Aphasie-Kommunikation und Sturzprophylaxe.
21. Schulung der Familie zur Notfallerkennung (FAST-Test, Exsikkose-Zeichen).

Langfristig:
22. Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht jetzt erstellen — solange Herr Huber sicher einwilligungsfähig ist.
23. Pflegegrad-Höherstufung prüfen.
24. Verhinderungspflege beantragen.
25. Sekundärprophylaxe Apoplex überprüfen: RR-Einstellung, Lipidwerte, Compliance.
26. Quartalsweise Hausarztkontrollen.
27. Halbjährliche Neurologen-Vorstellung.
28. Beratungsbesuche nach §37 Abs. 3 SGB XI.

Erstellen Sie einen Plan einer Exsikkose-Prävention, damit Herr Huber nicht erneut in diese Lage kommt

Zielwerte (SMART): Trinkmenge mind. 1,5 L pro Tag (bei Hitze >25 °C zusätzlich 500 bis 750 ml). Heller, klarer Urin im Beutel. Stabile Vitalzeichen. Keine Schwindelepisode. Stabiles Gewicht (Schwankung < 1 kg pro Woche).

Strukturierter Präventionsplan:

1. Trinkmengenmanagement:
• Tägliches Trinkprotokoll — geführt von Frau Huber und vom Pflegedienst.
• Trinkplan visualisieren mit großen Bildkarten am Tisch: 8 Uhr / 10 Uhr / 12 Uhr / 14 Uhr / 16 Uhr / 18 Uhr je 250 ml.
• Lieblingsgetränke über das Tablet von Herrn Huber abfragen: Saft, Tee, Kaffee, Wasser?
• Eigenes Tablet-Symbol einrichten für „Ich habe Durst“ — Herr Huber kann selbst signalisieren!

2. Anpassung an Schluckstörung:
• Alle Getränke nach Bedarf angedickt — Konsistenz mit Logopädie abstimmen.
• Aufrechte Sitzposition beim Trinken.
• Kleine Schlucke, langsames Tempo.
• Trinkbecher mit ergonomischem Griff (Hilfsmittel).

3. Hitze-Anpassungsprotokoll:
• Bei Außentemperatur >25 °C: zusätzlich 500 bis 750 ml pro Tag.
• Garten nur morgens vor 11 Uhr und abends nach 18 Uhr.
• Mittags im kühlen Haus, ggf. Ventilator.
• Leichte, atmungsaktive Kleidung.
• Kühlung mit feuchtem Tuch im Nacken oder an Handgelenken.
• Hitzewarnungen des DWD beachten und Familie informieren.

4. Visuelle und akustische Hilfen:
• Durchsichtige Trinkflasche mit Markierungen sichtbar platzieren.
• Wecker oder Tablet-Alarm zu festen Trinkzeiten.
• Smartphone-Erinnerung für Frau Huber.

5. Schulung der Familie zur Exsikkose-Erkennung:
• Hautturgor prüfen: Hautfalte am Sternum — bleibt sie stehen, ist das Exsikkose-Zeichen.
• Trockene Schleimhäute (Mund, Zunge).
• Eingesunkene Augen.
• Dunkler oder geringer Urinbeutel-Inhalt.
• Schwindel, Müdigkeit, Verwirrung.
• Notfallkarte: Wann Hausarzt anrufen, wann Notarzt 112.

6. Monitoring:
• Wöchentliches Wiegen — Gewichtsabnahme >1 kg pro Woche ist Warnsignal.
• Quartalsweise Laborkontrolle: Elektrolyte, Nieren-, Hb, Hämatokrit.
• Tägliche Urinbeobachtung: Farbe, Menge, Konzentration.

7. Medikamentencheck:
• Mit Hausarzt und Apotheke besprechen, ob bei Hitze die Diuretika- oder Antihypertensiva-Dosis angepasst werden muss.
• Bisoprolol-Wirkung beobachten — bei Volumenmangel kann der Effekt verstärkt sein.
• Mirtazapin-Sedierung beachten — sediert können Patienten weniger trinken.

8. Evaluation und Anpassung:
• Wöchentliche Auswertung des Trinkprotokolls.
• Anpassung des Plans bei Wetterwechsel oder Erkrankung.
• Pflegevisite einmal pro Quartal.

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