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Die neue Badeordnung wird Ziel harscher Kritik
(aus einer österreichischen Regionalzeitung)
Trotz intensiver Diskussionen und lautstarken Wortmeldungen aus der breiteren Öffentlichkeit ist am vergangenen Montag die Haus- und Badeordnung des im letzten Jahr eröffneten Freizeitbades in Gelenberg vom Stadtrat beinahe einstimmig angenommen worden. Nur zwei Ratsmitglieder enthielten sich.
„Die Regeln sind viel zu streng“, sagte im Vorfeld ein Jugendlicher im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wer soll das alles kontrollieren?“ Tatsächlich gehen die Regelungen über das, was in anderen Freizeitbädern üblich ist, weit hinaus. So soll künftig auf dem gesamten Gelände ein Alkohol- und Rauchverbot gelten. Untersagt werden außerdem das Fotografieren, Rasieren und Haarefärben sowie jedweder Drogenkonsum.
„Es sind vor allem die heißen und sehr heißen Tage, die unser Personal an die Belastungsgrenze bringen“, sagt Rainer Hassel, der Leiter des Freibads. „Wenn das Freibad voll ausgelastet ist, häufen sich die Konflikte. Die Arbeitslast für meine Mitarbeiter wird dann zu groß und die klassische Badeaufsicht droht zu leiden. Das ist am Ende gefährlich für alle Badenden.“ Zur Einstellung eines separaten Sicherheitsdienstes fehlten die Mittel. „Wir wollen mit der neuen Badeordnung den Handlungsspielraum unserer Mitarbeiter vergrößern“, so Hassel. Es sei nun mal eine verbreitete Erfahrung, dass Alkohol das Aggressionspotenzial vergrößere.
Vorschläge zum Kompromiss wurden durch die Ratsentscheidung nun abgelehnt. Eine Bürgerin hatte vorgebracht, man könne den Alkoholkonsum auf die Gastronomie beschränken und wenigstens in bestimmten Bereichen des freien Geländes das Rauchen erlauben. Das Verbot zu fotografieren hielt sie für nicht umsetzbar: „Sie können den Leuten ja nicht ihre Smartphones wegnehmen. Und wie wollen Sie kontrollieren, ob damit Fotos gemacht werden?“, sagte sie. Dieser Punkt aber war den Betreibern genauso wichtig wie das Alkohol- und das Rauchverbot. „Hier geht es darum, Übergriffen im digitalen Raum vorzubeugen“, sagte Hassel.
Bei der Anhörung fragte ein Ratsmitglied nach konkreten Vorfällen, die mit Alkohol oder mit Drogen im Zusammenhang stünden. Hassel konnte keine Vorfälle nennen, betonte aber, man wolle sich besser vorsorglich dagegen wappnen, die Hochsaison habe gerade erst begonnen.

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