Ein Diplom ist eine Kleinigkeit

Lesen Sie den Text und die Aufgaben. Welche Lösung (a, b oder c) ist jeweils richtig?

10% (9 von 86 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)

Warum die Birkmann GmbH in Mainz Quereinsteiger ohne Diplom einstellt
In welchem Studienjahr er aufgehört hat, kann Klaus Birkmann nicht mehr genau sagen. Ich hatte richtig miserable Noten, erinnert sich der 52-Jährige. Müsste sich Birkmann heute mit diesem Lebenslauf um eine Stelle bewerben, hätte er große Mühe. Gerade deshalb ist es ihm, dem heutigen Leiter der Birkmann GmbH in Mainz, ein besonders wichtiges Anliegen, sich für Quereinsteiger zu engagieren. Bewerber ohne Hochschulabschluss, die anderswo kaum eine Chance bekommen, zum Beispiel Menschen aus anderen Berufen oder Arbeitssuchende, die unter persönlichen Problemen leiden, werden in seinem Betrieb ausgebildet.
Stefan Wagner (24) ist Webentwickler und im zweiten Jahr in der Firma. Er bemüht sich sehr um gute Ergebnisse in seinen Projekten. Manche Leute in meiner Branche haben ihren Chef noch nie gesehen, sagt Wagner. Herr Birkmann ist da anders. Er kommt oft ins Büro und fragt, ob wir mit den Aufgaben zurechtkommen. Er gratuliert allen Mitarbeitern persönlich zum Geburtstag oder Hochzeitstag und uns Quereinsteigern immer auch zu erfolgreichen Projektabschlüssen.
Bei schwachen Leistungen allerdings belässt es der Chef nicht einfach bei einem Tadel und er ist nicht zufrieden, wenn man ihm verspricht, in Zukunft mehr zu lernen. Ich versuche immer auch, hinter die Lernprobleme zu blicken, sagt der Unternehmer. Bei jemandem, der gerade Vater geworden ist, weiß ich beispielsweise, dass er eine extrem anstrengende Zeit durchmacht. Über das alles muss man einfach reden. Es gehört für mich genauso zur Ausbildung wie die Kontrolle von Anwesenheit und Projektberichten, betont Klaus Birkmann. Er hat sogar einen Coach eingestellt, den seine Mitarbeiter um Rat fragen können.
Jedes Jahr stellt Birkmann fünf neue Quereinsteiger ein. Auf die Diplome wirft er nur einen flüchtigen Blick. Ob ein Bewerber eingestellt wird, entscheidet er nach dem zwei- bis dreiwöchigen Probearbeiten, das für alle obligatorisch ist. Und natürlich wird da auch mal jemand abgelehnt, wenn zum Beispiel keine Motivation zu erkennen ist. Das war aber bisher nur ein einziger Fall. Bislang hat jeder eingestellte Quereinsteiger seine Abschlussprüfung als Webentwickler bestanden.
Aber auch Klaus Birkmanns 80-jähriger Vater Werner sorgt sich noch immer um das Wohlergehen der Belegschaft. Wenn jemand länger als eine Woche wegen Krankheit fernbleibt, forscht er nach. Birkmann: Er kann ganz schön schimpfen, wenn sich die Verwaltung nicht ausreichend um krankgeschriebene Mitarbeiter kümmert.
Überzeugten Individualisten mag ein so familiäres Betriebsklima zu weit gehen, aber der Erfolg gibt Birkmann recht, denn 95% der Quereinsteiger, die in seinem Betrieb ausgebildet werden, haben innerhalb eines Jahres einen festen Job gefunden.

Klaus Birkmann

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Erklärung

Richtige Antwort: C) war selbst kein guter Student.

Schlüssel im Text: In welchem Studienjahr er aufgehört hat, kann Klaus Birkmann nicht mehr genau sagen. Ich hatte richtig miserable Noten, erinnert sich der 52-Jährige.

Warum C) richtig ist:

Klaus Birkmann erzählt zwei wichtige Dinge über seine Vergangenheit: 1) er hat sein Studium aufgehört, also nicht beendet, und 2) er hatte miserable Noten. Das bedeutet: er hatte sehr schlechte Ergebnisse. Beide Informationen zeigen klar: er war kein guter Student. Die Antwort C) fasst das zusammen.

???? Wichtiger Tipp: Wenn der Text sagt miserable Noten, dann war die Person ein schlechter Student. Das Wort miserabel ist ein Synonym für sehr schlecht.

Warum A) falsch ist:

Die Antwort sagt: kann sich nicht mehr an seine Studienzeit erinnern. Im Text steht aber: kann nicht mehr genau sagen. Das kleine Wort genau ist sehr wichtig! Klaus Birkmann erinnert sich an seine Studienzeit – er erinnert sich nur nicht genau, in welchem Jahr er aufgehört hat. Aber er erinnert sich an seine schlechten Noten!

???? Wichtiger Wort-Trick: Nicht mehr genau wissen = sich an Details nicht erinnern. Nicht mehr wissen = sich gar nicht erinnern. Das ist ein großer Unterschied!

Warum B) falsch ist:

Die Antwort sagt: möchte gern eine Zusatzausbildung machen. Im Text steht nichts davon, dass Klaus Birkmann selbst eine Ausbildung machen will! Im Text geht es darum, dass er anderen Menschen hilft, eine Ausbildung zu bekommen. Das ist nicht das Gleiche.

???? Wichtiger Tipp: Achte auf Wer macht was? Hier hilft Klaus anderen Menschen. Er selbst macht keine Ausbildung mehr.

kann sich nicht mehr an seine Studienzeit erinnern. möchte gern eine Zusatzausbildung machen. war selbst kein guter Student.

 

Stefan Wagner

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Richtige Antwort: C) strengt sich in der Firma sehr an.

Schlüssel im Text: Stefan Wagner… bemüht sich sehr um gute Ergebnisse in seinen Projekten.

Warum C) richtig ist:

Im Text steht: Stefan bemüht sich sehr um gute Ergebnisse. Das Verb sich bemühen ist ein Synonym für sich anstrengen. Beide Wörter bedeuten: viel arbeiten, viel Energie investieren. Die Antwort C) sagt das gleiche mit einem anderen Verb.

???? Wichtiger Tipp: Sich bemühen = sich anstrengen. Das sind Synonyme. Beide Wörter zeigen, dass eine Person hart arbeitet.

Warum A) falsch ist:

Die Antwort sagt: ist mit seinem Chef nicht zufrieden. Im Text steht aber das Gegenteil! Stefan sagt: Manche Leute in meiner Branche haben ihren Chef noch nie gesehen. Herr Birkmann ist da anders. Das heißt: Stefan ist mit seinem Chef zufrieden. Er erzählt nur, dass andere Leute keinen guten Chef haben.

???? Wichtiger Wort-Trick: Achte genau: Wer ist nicht zufrieden? Manche Leute oder Stefan? Hier ist es manche Leute, nicht Stefan! Diese Falle heißt Subjektverwechslung.

Warum B) falsch ist:

Die Antwort sagt: sieht seinen Chef nicht oft. Im Text steht aber: Er kommt oft ins Büro. Das ist das genaue Gegenteil! Stefans Chef kommt oft ins Büro – also sieht ihn Stefan oft. Die Antwort verwechselt wieder die Personen: manche Leute in der Branche sehen ihren Chef nicht oft, aber Stefan schon.

???? Wichtiger Tipp: Achte auf das Wort oft und nicht oft. Diese kleinen Wörter sind oft Schlüssel zur richtigen Antwort.

ist mit seinem Chef nicht zufrieden. sieht seinen Chef nicht oft. strengt sich in der Firma sehr an.

 

Wenn ein Mitarbeiter in Klaus Birkmanns Betrieb Probleme hat,

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Richtige Antwort: A) interessiert sich der Chef auch für die Ursachen.

Schlüssel im Text: Ich versuche immer auch, hinter die Lernprobleme zu blicken, sagt der Unternehmer. Bei jemandem, der gerade Vater geworden ist, weiß ich beispielsweise, dass er eine extrem anstrengende Zeit durchmacht.

Warum A) richtig ist:

Klaus Birkmann benutzt einen besonderen Ausdruck: hinter die Lernprobleme blicken. Das ist ein Bild! Es bedeutet: nicht nur das Problem sehen, sondern auch verstehen, warum es da ist. Der Chef sucht also die Ursachen (das ist ein Synonym für Gründe). Zum Beispiel: Hat jemand gerade ein Baby bekommen? Hat jemand Probleme zu Hause?

???? Wichtiger Tipp: Hinter etwas blicken = die Gründe verstehen. Es ist ein Bild, kein echtes Schauen!

Warum B) falsch ist:

Die Antwort sagt: muss er einen Bericht schreiben. Im Text steht zwar das Wort Projektberichte, aber das ist eine ganz andere Sache! Projektberichte sind eine normale Aufgabe für alle Mitarbeiter, nicht eine Strafe bei Problemen. Niemand muss einen extra Bericht schreiben, wenn er Probleme hat.

???? Wichtiger Wort-Trick: Achte auf den Kontext! Das gleiche Wort kann zwei verschiedene Bedeutungen haben. Projektberichte sind normale Dokumentation. Ein Bericht über Probleme wäre etwas ganz anderes.

Warum C) falsch ist:

Die Antwort sagt: muss er einige Stunden zum Coach. Im Text steht aber: einen Coach…, den seine Mitarbeiter um Rat fragen können. Die Mitarbeiter können zum Coach gehen, sie müssen aber nicht! Das ist ein großer Unterschied.

???? Wichtiger Wort-Trick: Können = es ist möglich. Müssen = es ist Pflicht. Diese zwei Wörter haben ganz verschiedene Bedeutungen!

interessiert sich der Chef auch für die Ursachen. muss er einen Bericht schreiben. muss er einige Stunden zum Coach.

 

Bewerber, die in Birkmanns Betrieb arbeiten wollen, müssen

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Richtige Antwort: C) zuerst ein Probearbeiten machen.

Schlüssel im Text: Ob ein Bewerber eingestellt wird, entscheidet er nach dem zwei- bis dreiwöchigen Probearbeiten, das für alle obligatorisch ist.

Warum C) richtig ist:

Im Text steht klar: das Probearbeiten ist für alle obligatorisch. Das Wort obligatorisch bedeutet: alle müssen es machen. Klaus Birkmann entscheidet erst nach dem Probearbeiten, ob er den Bewerber einstellt. Also müssen alle Bewerber zuerst ein Probearbeiten machen.

???? Wichtiger Tipp: Obligatorisch = Pflicht für alle. Dieses Wort zeigt klar: niemand kann es vermeiden.

Warum A) falsch ist:

Die Antwort sagt: ein gutes Diplom mitbringen. Aber im Text steht das Gegenteil! Schon der Titel sagt: Das Diplom ist Nebensache. Das heißt: das Diplom ist nicht wichtig. Außerdem steht im Text: Auf die Diplome wirft er nur einen flüchtigen Blick. Klaus Birkmann schaut also kaum auf die Diplome!

???? Wichtiger Tipp: Lies den Titel des Textes immer genau! Hier sagt der Titel direkt, dass das Diplom nicht wichtig ist. Eine Antwort, die das Gegenteil sagt, ist falsch.

Warum B) falsch ist:

Die Antwort sagt: mindestens 24 Jahre alt sein. Im Text steht zwar Stefan Wagner (24), aber das ist nur das Alter einer Person! Es ist keine Regel für alle. Vielleicht sind andere Mitarbeiter jünger oder älter. Im Text steht nichts über ein Mindestalter.

???? Wichtiger Wort-Trick: Eine Zahl im Text bedeutet nicht automatisch eine Regel! Stefan ist 24 ist ein Fakt über Stefan, nicht ein Mindestalter für alle. Das Wort mindestens ist ein Signal-Wort für falsche Antworten.

ein gutes Diplom mitbringen. mindestens 24 Jahre alt sein. zuerst ein Probearbeiten machen.

 

Der Vater von Klaus Birkmann

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Richtige Antwort: B) schimpft oft mit Mitarbeitern, die länger nicht zur Arbeit kommen.

Schlüssel im Text: Wenn jemand länger als eine Woche wegen Krankheit fernbleibt, forscht er nach. Er kann ganz schön schimpfen, wenn sich die Verwaltung nicht ausreichend um krankgeschriebene Mitarbeiter kümmert.

Warum B) richtig ist:

Werner Birkmann, der Vater von Klaus, kontrolliert sehr aktiv die Mitarbeiter:

  • länger als eine Woche fernbleibt = länger nicht zur Arbeit kommt (Synonym)
  • kann ganz schön schimpfen = schimpft oft

Werner ist also sehr engagiert: wenn jemand länger nicht kommt, schimpft er. Die Antwort B) fasst das zusammen.

???? Wichtiger Tipp: Fernbleiben = nicht kommen. Beide Verben bedeuten das Gleiche, aber in der Prüfung wird oft das Synonym benutzt.

Warum A) falsch ist:

Die Antwort sagt: ist krank und kann sich nicht mehr um die Geschäfte kümmern. Aber das ist eine Verwechslung! Im Text geht es um die kranken Mitarbeiter, nicht um Werner selbst. Werner ist nicht krank! Er ist 80 Jahre alt, aber er sorgt sich noch immer um die Belegschaft. Die Antwort dreht das Subjekt um.

???? Wichtiger Wort-Trick: Achte auf Wer ist krank? Hier sind die Mitarbeiter krank, nicht Werner selbst. Diese Falle heißt Subjektverwechslung.

Warum C) falsch ist:

Die Antwort sagt: will wissen, was mit kranken Mitarbeitern los ist. Das klingt richtig, ist aber zu schwach! Im Text macht Werner viel mehr: er forscht nach (das ist aktiv suchen) und er schimpft (das ist aktiv reagieren). Werner ist also nicht passiv neugierig, sondern sehr engagiert. Die Antwort C) macht aus seinem aktiven Verhalten ein passives Interesse.

???? Wichtiger Tipp: Achte auf die Intensität von Verben. Schimpfen ist viel stärker als wissen wollen. Eine richtige Antwort sollte die gleiche Intensität wie der Text haben.

ist krank und kann sich nicht mehr um die Geschäfte des Unternehmens kümmern. schimpft oft mit Mitarbeitern, die länger nicht zur Arbeit kommen. will wissen, was mit kranken Mitarbeitern los ist.

 


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