Mehrgenerationenfamilie

Lesen Sie den Text und die Aufgaben. Welche Lösung (a, b oder c) ist jeweils richtig?

36% (5 von 14 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)

Drei Generationen unter einem Dach in Münster
Nirgendwo sei das Leben für Kinder so warm wie im Familienhaus Lindenhof, sagen viele Eltern. Weil die Tage in Liebe vergehen – dank der drei Generationen.
Von Andreas Schwarz

420 Familien aus ganz Westfalen interessieren sich jedes Jahr für das Wohnprojekt Lindenhof in Münster. Die 9 Wohngemeinschaften, die unter einem Dach leben, stehen einander täglich von früh bis spät mit Rat und Tat zur Seite. Die liebevollen Großeltern – viele von ihnen sind ehemalige Lehrerinnen, Erzieherinnen oder Hebammen – verfügen auch über Erste-Hilfe-Kenntnisse. Der Lindenhof ist das einzige Projekt in Westfalen, das seinen jüngsten Bewohnern in beiden Häusern einen eigenen Spielraum bietet.
Die Wohnungen sind erschwinglich. In beiden Gebäuden stehen vier Gemeinschaftsküchen, ein großes Wohnzimmer zum Aufwärmen der Familienmahlzeiten, sechs Gästezimmer, ein Spielgitter, ein Garten und Toiletten für Kleinkinder zur Verfügung. Außerdem gibt es zahlreiche Stofftiere, Schaukelpferde, Bauklötze, Puppenstuben, einen großen Bauernhof, Bilderbücher, Spiele und vieles mehr. Die warme Atmosphäre wird durch gemeinsame Mahlzeiten, fröhliche Lieder und vorgelesene Geschichten geschaffen.
Es ist schön für die Kinder, mit anderen Generationen zu leben, die andere Erfahrungen gemacht haben oder aus einer anderen Zeit erzählen, weiß Helga Wenzel (68). Die ehemalige Lehrerin, selber Großmutter eines siebenjährigen Enkels, gehört seit 13 Jahren zum Lindenhof. Zusammen mit 8 Großeltern ist sie abwechselnd in den beiden Spielzimmern der Häuser A und B im Einsatz. Die Kinder kennen ihre Stimme, ihre Geschichten und ihre Lieblingslieder, sagt Frau Wenzel.
Bevor Helga Wenzel 1995 in den Lindenhof einzog, war sie viele Jahre an einer Grundschule und später noch in einer Tagesstätte für Senioren tätig. Die Kontakte zu den jetzt von ihr betreuten Kindern seien nicht mehr so eng wie früher in der Schule oder im Heim, dafür biete ihr das heutige Leben mehr Vielfalt. Jeden Tag lerne sie neue Familien kennen, deren Eltern den Austausch mit der älteren Generation suchen – als Architekten, Ärztinnen oder Programmiererinnen.
Die kinderliebende Frau reist selber gern und viel. Auch ihre Fremdsprachenkenntnisse kommen ihr hier zugute. Helga Wenzel spricht neben ihrer Muttersprache Englisch, Italienisch und Polnisch. Sehr bereichernd sei es, dass sie in ihrem täglichen Leben andere Familien kennenlerne. Mein Sohn lernt hier Werte, die ich ihm nicht allein vermitteln kann, lobt eine berufstätige Mutter, die als Architektin in einem Büro arbeitet.

Die Großeltern im Lindenhof kümmern sich um

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Richtige Lösung: A

Schlüsselstelle im Text:
„… deren Eltern den Austausch mit der älteren Generation suchen …“

Logik:
Das Projekt funktioniert nur, weil Eltern bewusst Kontakt zu älteren Menschen wollen → Großeltern übernehmen Betreuung und Unterstützung.

Paraphrase:
„Austausch mit der älteren Generation suchen“ → „Kontakt zu älteren Menschen suchen“

Falle bei B:
Wort „Kinder“ + Alltagssituation → könnte zu Krankheit führen.
Aber: im Text geht es um Gemeinschaft, nicht um medizinische Betreuung.

Falle bei C:
klingt emotional logisch (Kinder ohne Eltern), aber im Text: Eltern sind aktiv beteiligt → kein Ersatz für Familie, sondern Ergänzung.

Kinder, deren Eltern Kontakt zu älteren Menschen suchen. Kinder, die im Wohnzimmer krank wurden. Kinder, die ohne Eltern leben müssen.

 

Das Familienhaus Lindenhof ist besonders kinderfreundlich,

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Richtige Lösung: C

Schlüsselstelle:
„… das … einen eigenen Spielraum bietet.“

Logik:
„besonders kinderfreundlich“ = konkreter Vorteil für Kinder → eigene Räume zum Spielen

Paraphrase:
„eigener Spielraum“ → „Räume, in denen Kinder spielen können“

Falle bei A:
Name „Helga Wenzel“ wirkt wichtig → aber keine Ursache für Konzept

Falle bei B:
„warm“, „Liebe“, „schön“ → emotionale Wörter im Text → verleiten zu subjektiver Bewertung statt konkreter Information

seit Helga Wenzel dort wohnt. weil die Tage dort schöner sind als in anderen Häusern. weil es Räume gibt, in denen Kinder spielen können.

 

Frau Helga Wenzel hat eine Ausbildung als

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Richtige Lösung: B

Schlüsselstelle:
„Die ehemalige Lehrerin …“

Logik:
direkte Information → keine Interpretation nötig

Falle bei A und C:
Im Text werden mehrere Berufe genannt (Erzieherinnen etc.).
→ typische Falle: allgemeine Info vs. konkrete Person

Erzieherin. Lehrerin. Sozialarbeiterin.

 

In den Spielzimmern spielen die Kinder

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Richtige Lösung: C

Schlüsselstelle:
„… mit anderen Generationen zu leben …“

Logik:
Schwerpunkt des Projekts = Zusammenleben verschiedener Altersgruppen

Paraphrase:
„andere Generationen“ → „Kinder anderer Generationen“

Falle bei A:
Zahl „9 Wohngemeinschaften“ → kann zu „9 Großeltern“ führen

Falle bei B:
Fokus auf einzelne Person (Helga Wenzel) → im Text geht es aber um Gruppenerlebnis

am liebsten mit 9 Großeltern. am liebsten mit Helga Wenzel. auch mit Kindern anderer Generationen.

 

Frau Helga Wenzel findet

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Richtige Lösung: A

Schlüsselstellen:
„… biete … mehr Vielfalt“
„Jeden Tag lerne sie neue Familien kennen“

Logik:
Vielfalt + neue Begegnungen → abwechslungsreiches Leben

Paraphrase:
„mehr Vielfalt“ → „interessant und vielseitig“

Falle bei B:
Vergleich mit Schule → viele denken Schule = aktiver
→ im Text Gegenteil

Falle bei C:
Erwartung: Kinderkontakt = eng
→ im Text explizit: Kontakte sind weniger eng als früher

das Leben im Lindenhof interessant und vielseitig. das Leben im Lindenhof nicht so abwechslungsreich wie das Leben in der Schule. die Kontakte zu den Kindern im Lindenhof sehr eng.

 


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