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Müde Tage, lange Nächte – über die Geheimnisse eines gesunden Schlafes berichtet Tina Müller.
Wer abends unruhig ist und morgens kaum aus dem Bett kommt, sollte über seine Gewohnheiten nachdenken, sagt Dr. Markus Hellmann, Leiter des Schlafzentrums in Hamburg. In Deutschland klagen über 30 Prozent der Erwachsenen über Schlafprobleme. Vor allem Menschen in modernen Großstädten leiden unter gelegentlichen oder dauernden Einschlafstörungen.
Vor einigen Jahren glaubten viele Forscher noch, dass guter Schlaf vor allem mit ruhigen Räumen und bequemen Betten zusammenhängt. Heute weiß man, dass auch das Verhalten am Tag eine entscheidende Rolle spielt. Erst Anfang der 90er Jahre fand man heraus, dass Schlaf etwas sehr Aktives ist und Schritt für Schritt in unterschiedlichen Phasen verläuft. Der amerikanische Forscher Robert Sandler hat diesen Vorgang mit einem Aufzug verglichen, der uns jede Nacht mehrmals zwischen verschiedenen Etagen hin und her bewegt.
Zunächst sind wir wach, dann gleiten wir in den Tiefschlaf, in dem der Körper sich erholt. Danach geht es wieder hoch in den Traumschlaf, der von schnellen Augenbewegungen und intensiven Träumen begleitet wird. Dieser Abschnitt ist im Gegensatz zu den anderen Phasen mit etwa fünfzehn Minuten sehr kurz, soll aber äußerst wichtig für die geistige Erholung sein.
Damit hat die Forschung aber noch lange nicht alle Geheimnisse des Schlafes gelüftet. Erwiesen ist nur: Wir brauchen ihn zur körperlichen Erholung, auch wenn wir ihn manchmal als verlorene Zeit empfinden – immerhin verbringen wir ein Drittel unseres Lebens mit Schlafen.
Probleme machen oft die kleinen Gewohnheiten am Abend. Schon das ständige Schauen auf das Handy vor dem Einschlafen führt zu längerem Wachliegen, weil das blaue Licht das Gehirn zusätzlich anregt, erklärt Dr. Hellmann.
Anna Schneider kennt das Problem. Die Buchhalterin schlief jahrelang schlecht. Ich konnte mich tagsüber kaum konzentrieren und war abends trotzdem nicht müde, erzählt die 38-Jährige, die seit 18 Jahren in der Hauptstadt wohnt. Auf Empfehlung ihres Hausarztes besuchte sie eine Schlafberatung. Frau Schneider erhielt einen genauen Plan: feste Schlafzeiten, weniger Kaffee am Nachmittag, kein Bildschirm nach 22 Uhr. Zusätzlich begann sie morgens kurze Spaziergänge zu unternehmen.
Heute fühle ich mich wie ein neuer Mensch, sagt Anna Schneider. Wer nur gelegentlich nachts aufwacht oder einmal eine schlechte Nacht hat, braucht sich keine Sorgen zu machen, ergänzt Dr. Hellmann. Eine echte Schlafstörung liegt erst dann vor, wenn die Leistungsfähigkeit oder die Gesundheit auf Dauer stark beeinträchtigt werden. Dann sollte man auf jeden Fall ärztlichen Rat suchen.

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