Geheimnisse des Burnouts

Lesen Sie den Text und die Aufgaben. Welche Lösung (a, b oder c) ist jeweils richtig?

40% (2 von 5 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)

Erschöpfung — die meisten Auslöser sind harmlos

Lange Zeit hat man geglaubt, dass Stress nur so etwas ist wie der kleine Bruder der Krankheit, ein Zustand, in dem der Körper nervös wird und alles schneller läuft. Erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts fand man heraus, dass Burnout etwas sehr Komplexes ist und Schritt für Schritt in unterschiedlichen Phasen verläuft. Der amerikanische Psychologe Herbert Freudenberger hat diesen Vorgang mit einer Leiter verglichen, an der wir im Berufsleben Sprosse für Sprosse hinaufsteigen — bis wir am Ende von ganz oben hinunterstürzen.
Zunächst sind wir motiviert, dann arbeiten wir immer mehr und steigen bis zum Gipfel der Begeisterung hinauf. Danach geht es wieder tiefer in eine Phase der Resignation, die von kraftlosen, schweren Gedanken und langsamen Reaktionen begleitet wird. Daher wird diese Phase auch Erschöpfungsphase genannt. Dieser Abschnitt ist im Gegensatz zu den anderen Phasen mit etwa drei Monaten sehr kurz, soll aber äußerst wichtig für die seelische Heilung sein.
Damit hat die Forschung aber noch lange nicht alle Rätsel des Burnouts gelöst. Erwiesen ist nur: Wir brauchen Pausen zur seelischen Heilung, auch wenn wir sie manchmal als Faulheit empfinden — immerhin verbringen wir ein Viertel unserer Arbeitszeit mit erholen.
Warum können wir aber nicht immer sofort abschalten, wenn wir müde sind? Tatsächlich klagen viele Menschen in den modernen Großstädten über gelegentliche oder dauernde Erschöpfungssymptome.
So muss unsere Seele, insbesondere das Unterbewusstsein, die Erlebnisse des Tages erst einmal verarbeiten, damit wir gesund leben. Dieses System reagiert so empfindlich, dass schon kleine Auslöser — äußere und innere — störend wirken können.
Äußere Auslöser können sein: Termindruck, eine ungewohnte Aufgabe, ein zu strenger, zu fordernder Chef, Kälte oder Hitze im Büro, alles wirkt sich auf unser Wohlbefinden und somit auch auf unsere Belastbarkeit aus.
Als innere Auslöser kommen Selbstzweifel, Angst oder Ärger über ungelöste Konflikte in Frage.
Krankheiten beeinflussen den Stresspegel, auch Medikamente können eine störende Rolle spielen. Alles, was uns gedanklich stark beschäftigt, kann unsere Erholung beeinträchtigen. Wer aber nur gelegentlich abends gereizt ist oder auch einmal einige Tage angespannt arbeitet, braucht sich keine Sorgen zu machen. Ein paar anstrengende Wochen lassen sich schnell wieder ausgleichen.
Ein echter Burnout liegt erst dann vor, wenn unsere Leistungsfähigkeit oder unsere Gesundheit auf Dauer stark beeinträchtigt werden. Dann sollte man auf jeden Fall ärztlichen Rat suchen.

Der amerikanische Psychologe Herbert Freudenberger

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Richtige Lösung: C

Im Text steht, dass Herbert Freudenberger Burnout mit einer Leiter vergleicht: „… Sprosse für Sprosse hinaufsteigen — bis wir … hinunterstürzen.“

Diese Beschreibung zeigt klar, dass Burnout in mehreren Schritten bzw. Phasen verläuft. Die Antwort „verschiedene Stufen“ ist eine Paraphrase zu dieser Metapher.

Antwort A ist frei erfunden und kommt im Text nicht vor. Antwort B ist eine Zeitfalle: Im Text geht es um die 70er Jahre, nicht darum, dass er 70 Jahre geforscht hat.

behauptet, dass die gesunde Arbeit gleichmäßig ist. beschäftigt sich seit 70 Jahren mit dem Thema Burnout. meint, dass es beim Burnout verschiedene Stufen gibt.

 

Während der Erschöpfungsphase

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Richtige Lösung: B

Im Text steht: „… kraftlosen, schweren Gedanken und langsamen Reaktionen“.

Die Formulierung „schwere Gedanken“ wird in der Antwort als „denkt man besonders schwer“ paraphrasiert.

Antwort A ist eine Interpretationsfalle: Im Text steht nicht, dass man sich schlecht erholt, sondern dass diese Phase wichtig für die Heilung ist.

Antwort C ist eine Umkehrungsfalle: Statt schneller oder stärker zu reagieren, sind die Reaktionen im Text langsamer.

erholt man sich nicht gut. denkt man besonders schwer. reagiert man öfter heftig.

 

Die Forschung ist heute der Meinung, dass

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Richtige Lösung: B

Im Text steht: „Erwiesen ist nur: Wir brauchen Pausen zur seelischen Heilung.“

Die Antwort „die Pause der seelischen Heilung dient“ entspricht genau dieser Aussage.

Antwort A ist eine Umkehrungsfalle: Im Text steht ausdrücklich, dass noch nicht alle Rätsel gelöst sind.

Antwort C ist eine falsche Interpretation: Pausen wirken zwar wie „Faulheit“, sind aber notwendig.

alle Rätsel des Burnouts gelöst sind. die Pause der seelischen Heilung dient. man durch Erholen viel Zeit verliert.

 

Vor allem die Menschen in modernen Großstädten

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Richtige Lösung: A

Im Text steht: „Warum können wir aber nicht immer sofort abschalten …?“ und „… klagen viele Menschen … über … Erschöpfungssymptome.“

Die richtige Antwort verbindet diese beiden Aussagen: Menschen haben Probleme, abzuschalten.

Antwort B ist falsch, weil das Gegenteil beschrieben wird.

Antwort C ist eine Detailfalle: Störungen werden erwähnt, aber nicht als Hauptproblem dieser Gruppe dargestellt.

klagen darüber, dass sie schlecht abschalten können. können ohne Sorgen und Probleme arbeiten. werden bei der Arbeit gelegentlich gestört.

 

Zum Arzt sollen die Menschen gehen, die

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Richtige Lösung: A

Im Text steht: „Ein echter Burnout liegt erst dann vor, wenn … auf Dauer stark beeinträchtigt werden.“ und „Dann sollte man auf jeden Fall ärztlichen Rat suchen.“

Die Antwort „längere Zeit sehr stark erschöpft sind“ ist eine Paraphrase zu „auf Dauer stark beeinträchtigt“.

Antwort B ist eine Verharmlosungsfalle: Im Text steht ausdrücklich, dass gelegentliche Reizbarkeit kein Problem ist.

Antwort C ist zu allgemein: Viel Arbeit allein ist kein Grund, zum Arzt zu gehen.

längere Zeit sehr stark erschöpft sind. manchmal abends gereizt sind. zu viel und zu lange arbeiten.

 


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