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Lina und Sophie (beide 8) stehen Lehrerinnen mit Vorschlägen hilfreich zur Seite
Von Markus Hoffmann
Sie sind die Problemlöser in der Grundschule an der Lindenstraße. Wenn der Lernroboter spinnt, plötzlich ein Befehl auftaucht, den keiner versteht, dann rufen die Lehrerinnen nach Lina und Sophie. Die sind zwar erst acht Jahre alt, aber mit den Lernrobotern kennen sie sich aus. Die Kinder begreifen manchmal mehr als wir, sagt Birgit Holtmann, Schulleiterin der Grundschule. Gelernt haben die beiden ihr Können bei der Robotik-Werkstatt für Kinder, einem Vorhaben, das das Bildungsamt zusammen mit dem Forscherzentrum am Park gestartet hat.
Im Rahmen dieses Vorhabens werden in städtischen Grundschulen drei Stationen mit je vier Lernrobotern und einer Steuerkonsole eingerichtet. Die Stationen wandern durch 16 Grundschulen, wo sie jeweils für fünf Wochen aufgebaut werden. Mit dabei in den Schulen: ein ganzer Satz von Lern-Programmen. Achtjährige am Roboter? In Pädagogen kreisen sind viele Berührungsängste da, weiß Andrea Krüger, Fachberaterin für Grundschulen beim Bildungsamt, aber wir können uns aus dieser Entwicklung nicht ausklinken. Die Kinder wollen sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Angefangen hat diese Auseinandersetzung im Forscherzentrum am Park — 215 Kinder waren eingeladen, um erste Erfahrungen mit den Lernrobotern zu sammeln. Die Kinder waren absolut begeistert, haben immer wieder gefragt, wann gehen wir da wieder hin, so Frau Krüger.
Bevor jedoch die Lernroboter in die Schulen kamen, waren die Eltern aufzuklären. Bei manchen Eltern löste das Stichwort Roboter akute Ängste aus nach dem Motto: Mein lebhaftes, neugieriges Kind setzt sich vor den Lernroboter und steht eine Stunde später müde, schweigsam und teilnahmslos wieder auf.
Diese Ängste haben sich inzwischen gelegt und die Erfahrung vor Ort zeigt, dass sie weitgehend überflüssig sind. Die Lehrerinnen achten auch darauf, dass die Kinder nie länger als 20 bis 25 Minuten am Roboter arbeiten, und holen vor allem lehrreiche Programme auf den Bildschirm.
Das einsame Tüfteln vor dem Roboter ist wohl ohnehin eher Sache der Erwachsenen — die Kinder spielen meist zu dritt oder zu viert an einem Lernroboter. Birgit Holtmann hat beobachtet, dass die Kinder am Roboter sehr friedlich miteinander umgehen, sie helfen sich gegenseitig, es gibt wenig Konflikte. Dabei entwickeln gerade Kinder, die sich sonst nur schwer auf etwas konzentrieren können, plötzlich ungeahnte Konzentrationszeiten. Birgit Holtmann kann sich deshalb die Lernroboter als Dauereinrichtung in der Grundschule vorstellen.

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