Jugendliche Sprache zwischen Abgrenzung, Stil und Gruppenzugehörigkeit

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Fast alle Menschen durchlaufen in ihrer Jugend eine Phase, in der sie bewusst besondere Wörter, Abkürzungen oder Ausdrucksweisen verwenden. Diese sprachlichen Eigenheiten dienen nicht nur der Kommunikation, sondern helfen jungen Menschen auch dabei, sich von Erwachsenen abzugrenzen und eine eigene Identität zu entwickeln. Dabei ist jedoch wichtig: Die Sprache Jugendlicher ist kein einheitliches System.

Schon frühere Generationen hatten ihre eigenen sprachlichen Codes. Die Jugend der 1950er-Jahre sprach anders als die der 1970er, und auch die Jugendlichen der 1990er unterschieden sich deutlich von heutigen Heranwachsenden. Jede Altersgruppe entwickelt neue Begriffe, die oft nur für kurze Zeit Bestand haben. So wurde beispielsweise 2018 ein Ausdruck aus der Internetsprache zum „Jugendwort des Jahres“ gewählt: „läuft bei dir“, was sinngemäß Zustimmung oder Anerkennung ausdrückt. Solche Wendungen entstehen häufig in Online-Communities und sind geprägt von absichtlich vereinfachter Grammatik, englischen Lehnwörtern und verkürzten Satzformen.

Jugendsprache ist dabei kein lokales Phänomen, sondern verbreitet sich über Ländergrenzen hinweg. Viele Begriffe werden von älteren Generationen kaum verstanden, sodass sie gelegentlich Nachschlagewerke benötigen. Sprachwissenschaftler bewerten diese Entwicklung jedoch nicht negativ. Untersuchungen zeigen, dass Jugendliche sich in ihren Wertvorstellungen weniger stark von Erwachsenen unterscheiden, als häufig angenommen wird. Sprachliche Abweichungen bedeuten daher nicht automatisch mangelnde Anpassung.

Hinzu kommt, dass nicht alle Jugendlichen Jugendsprache gleichermaßen verwenden. Manche integrieren einzelne Begriffe in ihren Alltag, andere lehnen diese Ausdrucksweise vollständig ab oder verstehen bestimmte Ausdrücke gar nicht. Jugendsprache entsteht also nicht allein durch das Alter, sondern durch eine Kombination verschiedener Einflüsse.

Eine wichtige Rolle spielt der kommunikative Kontext. Jugendliche sprechen im Unterricht meist anders als im Freundeskreis. Auch der soziale Hintergrund beeinflusst die Sprachwahl. In Gruppen, in denen Zugehörigkeit besonders wichtig ist, wird Sprache gezielt eingesetzt, um Gemeinschaft zu signalisieren oder sich von anderen Gruppen abzugrenzen.

In urbanen Räumen begegnet man zudem häufig dem sogenannten stadtgeprägten Umgangsdeutsch, bei dem bestimmte Satzteile ausgelassen werden, etwa Präpositionen oder Artikel. Diese Sprachform hat sich vor allem in Großstädten mit kultureller Vielfalt entwickelt und ist dort verbreiteter als in ländlichen Regionen. Sie wird oft, aber nicht ausschließlich, von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte genutzt.

Entscheidend ist jedoch: Sprachliche Kreativität hängt nicht allein vom Bildungsweg ab. Sowohl Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulformen als auch junge Menschen mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen sind in der Lage, zwischen mehreren Sprachstilen zu wechseln. Diese Fähigkeit, situationsangemessen zu kommunizieren, ist typisch für die sprachliche Flexibilität Jugendlicher.

Sprecher der internetgeprägten Jugendsprache …

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Aufgabe 1

Sprecher der internetgeprägten Jugendsprache …

Richtige Antwort: ✅ verwenden sprachliche Fehler bewusst als Stilmittel.

Erklärung: Im Text wird beschrieben, dass viele jugendsprachliche Ausdrücke absichtlich vereinfachte Grammatik, verkürzte Satzformen und englische Lehnwörter nutzen. Diese Abweichungen sind kein Zeichen mangelnder Kenntnisse, sondern werden gezielt als Stilmittel eingesetzt.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
haben meist unzureichende Grammatikkenntnisse – Sprachwissenschaftler bewerten Jugendsprache nicht als Ausdruck fehlender Kompetenz.
sprechen überwiegend regionale Dialekte – Jugendsprache ist kein lokales Phänomen und verbreitet sich über Ländergrenzen hinweg.

a) haben meist unzureichende Grammatikkenntnisse. b) verwenden sprachliche Fehler bewusst als Stilmittel. c) sprechen überwiegend regionale Dialekte.

 

sprechen überwiegend regionale Dialekte.

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Aufgabe 2

Sprachwissenschaftler zeigen, dass …

Richtige Antwort: ✅ Erwachsene Jugendsprache nur mit Hilfsmitteln verstehen können.

Erklärung: Der Text erklärt, dass viele jugendsprachliche Begriffe von älteren Generationen kaum verstanden werden, sodass diese gelegentlich Nachschlagewerke benötigen.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
Jugendsprache Ausdruck fehlender Anpassung ist – Sprachliche Abweichungen bedeuten laut Text keine mangelnde Anpassung.
Jugendliche gesellschaftlich weniger angepasst sind, als man denkt – Untersuchungen zeigen im Gegenteil, dass sich ihre Wertvorstellungen kaum von denen Erwachsener unterscheiden.

a) Erwachsene Jugendsprache nur mit Hilfsmitteln verstehen können. b) Jugendsprache Ausdruck fehlender Anpassung ist. c) Jugendliche gesellschaftlich weniger angepasst sind, als man denkt.

 

Viele Jugendliche …

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Aufgabe 3

Viele Jugendliche …

Richtige Antwort: ✅ lehnen bestimmte Modebegriffe bewusst ab.

Erklärung: Der Text stellt klar, dass nicht alle Jugendlichen Jugendsprache gleichermaßen verwenden. Einige integrieren einzelne Begriffe, andere lehnen diese Ausdrucksweise bewusst ab oder kennen bestimmte Ausdrücke gar nicht.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
verzichten vollständig auf jugendsprachliche Ausdrücke – Das trifft nur auf einen Teil der Jugendlichen zu, nicht allgemein auf viele.
nutzen spezielle Sprache ausschließlich im Internet – Jugendsprache wird auch im direkten sozialen Umfeld verwendet.

a) verzichten vollständig auf jugendsprachliche Ausdrücke. b) lehnen bestimmte Modebegriffe bewusst ab. c) nutzen spezielle Sprache ausschließlich im Internet.

 

Ob Jugendliche Jugendsprache verwenden, hängt unter anderem ab …

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Aufgabe 4

Ob Jugendliche Jugendsprache verwenden, hängt unter anderem ab …

Richtige Antwort: ✅ von der jeweiligen Gesprächssituation.

Erklärung: Im Text wird betont, dass Jugendliche im Unterricht meist anders sprechen als im Freundeskreis. Der kommunikative Kontext beeinflusst also die Sprachwahl entscheidend.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
vom behandelten Unterrichtsthema – Das Thema spielt keine zentrale Rolle für die Sprachwahl.
von der Anzahl der Zuhörer – Dieser Aspekt wird im Text nicht genannt.

a) von der jeweiligen Gesprächssituation. b) vom behandelten Unterrichtsthema. c) von der Anzahl der Zuhörer.

 

Typisch für städtisch geprägtes Umgangsdeutsch ist, dass …

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Aufgabe 5

Typisch für städtisch geprägtes Umgangsdeutsch ist, dass …

Richtige Antwort: ✅ bestimmte grammatische Elemente häufig weggelassen werden.

Erklärung: Der Text beschreibt, dass im städtisch geprägten Umgangsdeutsch oft Präpositionen oder Artikel ausgelassen werden. Diese Sprachform ist vor allem in Großstädten verbreitet.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
es fast nur von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gesprochen wird – Es wird zwar häufiger von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte genutzt, aber nicht ausschließlich.
es vor allem in ländlichen Regionen verbreitet ist – Laut Text ist es gerade in Großstädten verbreiteter.

a) es fast nur von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gesprochen wird. b) es vor allem in ländlichen Regionen verbreitet ist. c) bestimmte grammatische Elemente häufig weggelassen werden.

 

Jugendliche unterschiedlicher Schulformen …

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Aufgabe 6

Jugendliche unterschiedlicher Schulformen …

Richtige Antwort: ✅ können flexibel zwischen verschiedenen Sprachstilen wechseln.

Erklärung: Der Text betont, dass sprachliche Kreativität nicht vom Bildungsweg abhängt. Jugendliche verschiedener Schulformen und sozialer Hintergründe sind in der Lage, situationsangemessen zwischen mehreren Sprachstilen zu wechseln.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
stehen in sprachlicher Konkurrenz zueinander – Konkurrenz wird nicht thematisiert.
nutzen Sprache vor allem, um andere zu beeindrucken – Sprache dient vor allem der Anpassung an Situationen und Gruppen.

a) können flexibel zwischen verschiedenen Sprachstilen wechseln. b) stehen in sprachlicher Konkurrenz zueinander. c) nutzen Sprache vor allem, um andere zu beeindrucken.

 


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