Wie lange dürfen Jugendliche abends ausgehen?

Lesen Sie folgenden Text aus einer Zeitschrift. Diskutieren Sie mit Ihrem Partner / Ihrer Partnerin über den Inhalt des Textes, bringen Sie Ihre Erfahrungen ein und äußern Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Argumente. Sprechen Sie über mögliche Lösungen.

Viele Erziehungsberechtigte setzen für ihre minderjährigen Kinder eine feste Rückkehrzeit von spätestens 22:00 Uhr fest. Dabei beziehen sie sich oft auf die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes. Tatsächlich gibt es bei öffentlichen Veranstaltungen für Jugendliche unter 16 Jahren eine zeitliche Begrenzung bis 22:00 Uhr. Allerdings regelt das Gesetz lediglich den Aufenthalt an bestimmten Orten und gibt keine generelle Vorschrift für die erlaubte Ausgehzeit zu Hause vor. Letztendlich liegt die Entscheidung darüber immer bei den Eltern.

Jugendliche wiederum nutzen dieses Argument, wenn sie von ihren Eltern fordern, dass sie bis 23:00 oder sogar bis Mitternacht draußen bleiben dürfen. Doch die eigentliche Motivation der Eltern, ihre Kinder früher nach Hause zu bitten, liegt weniger in der Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Vielmehr wollen sie ihre Kinder vor negativen Einflüssen und potenziellen Gefahren bewahren, die junge Menschen oft noch nicht richtig einschätzen können.

Dennoch ist es für Erziehungsberechtigte wichtig, ihren Nachwuchs Schritt für Schritt an eigenverantwortliches Handeln heranzuführen. Dies kann jedoch nur auf Basis eines gegenseitigen Vertrauensverhältnisses geschehen. Damit Eltern ihren Kindern längere Ausgehzeiten gewähren, müssen sie sich darauf verlassen können, dass diese sich an Vereinbarungen halten. Sie sollten wissen, mit wem und wo sich ihr Kind aufhält und darauf vertrauen können, dass es pünktlich zurückkommt. Um eine gute Balance zwischen Selbstständigkeit und Schutz zu finden, ist es daher entscheidend, den Jugendlichen zunächst einen Vertrauensvorschuss zu gewähren.

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Kandidat A: In diesem Text geht es um die Ausgehzeiten von Jugendlichen und die Verantwortung der Eltern. Es wird diskutiert, ob eine feste Rückkehrzeit für minderjährige Kinder sinnvoll ist und wie man eine Balance zwischen Freiheit und Sicherheit findet.

Kandidat B: Ja, der Text handelt davon, dass viele Eltern sich an das Jugendschutzgesetz orientieren und eine Rückkehrzeit von 22:00 Uhr festlegen. Aber das Gesetz betrifft eigentlich nur öffentliche Veranstaltungen. Die Entscheidung, wann ein Kind zu Hause sein muss, liegt letztendlich bei den Eltern.

Kandidat A: Das stimmt. Eltern möchten ihre Kinder vor möglichen Gefahren schützen, weil Jugendliche oft noch nicht richtig einschätzen können, was sicher ist und was nicht. Aus meiner Sicht liegt das Hauptproblem darin, dass viele junge Menschen ihre Freiheit fordern, aber nicht immer verantwortungsbewusst handeln.

Kandidat B: Da kann ich dir nur zustimmen. Es gibt viele Situationen, in denen Jugendliche durch Gruppenzwang zu riskanten Entscheidungen verleitet werden. Manche denken nicht daran, dass es spätabends unsicherer auf den Straßen sein kann. Aber ich finde, dass zu strenge Regeln auch problematisch sind.

Kandidat A: Das halte ich für einen wichtigen Punkt. Es geht darum, eine gute Balance zu finden. Eltern sollten Vertrauen in ihre Kinder haben, aber gleichzeitig klare Regeln setzen. Vielleicht könnte man die Ausgehzeit schrittweise verlängern, wenn die Jugendlichen zeigen, dass sie zuverlässig sind.

Kandidat B: Das scheint mir eine sinnvolle Lösung zu sein. Man könnte zum Beispiel die Rückkehrzeit anpassen, wenn das Kind sich an die Vereinbarungen hält. So lernen Jugendliche, mit Freiheit verantwortungsvoll umzugehen.

Kandidat A: Das stimmt. Ich bin der Auffassung, dass Jugendliche auch selbst Verantwortung übernehmen müssen. Sie sollten ehrlich sein und ihren Eltern sagen, wo sie sind und mit wem sie unterwegs sind. Nur so kann Vertrauen aufgebaut werden.

Kandidat B: Dem stimme ich zu. Wenn Eltern ihren Kindern vertrauen und sie schrittweise mehr Freiheit bekommen, profitieren beide Seiten davon. Meiner Meinung nach sollten feste Rückkehrzeiten nicht starr festgelegt, sondern individuell entschieden werden.

Kandidat A: Ich bin nicht der Meinung, dass eine allgemeine Regel für alle Jugendlichen gelten sollte. Manche sind reifer als andere und können verantwortungsbewusster handeln. Eltern sollten das individuell einschätzen.

Kandidat B: Genau! Das Thema des Artikels zeigt, dass es nicht nur um Vorschriften geht, sondern um Vertrauen und Eigenverantwortung. Eltern und Kinder sollten gemeinsam eine Lösung finden, die für beide Seiten funktioniert.

Kandidat A: Das sehe ich genauso. Eine offene Kommunikation ist der Schlüssel. Wenn Jugendliche sich an Absprachen halten, können sie nach und nach mehr Freiheit genießen, ohne dass die Eltern sich zu viele Sorgen machen müssen.

Kandidat B: Ja, letztendlich geht es darum, dass Jugendliche lernen, selbstständig Entscheidungen zu treffen, aber gleichzeitig wissen, dass ihre Eltern für sie da sind. Eine gute Erziehung bedeutet nicht, alles zu verbieten, sondern verantwortungsbewusst zu begleiten.

Kandidat A: Ganz genau! Ich denke, wenn beide Seiten aufeinander zugehen, findet man eine gute Lösung.

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