Leben mit dem Mobiltelefon

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Moderatorin: Hallo, liebe Hörerinnen und Hörer, und willkommen bei „Zeitgeschehen“. Ob im Bus, im Wartezimmer oder beim Abendessen mit der Familie – überall sieht man gesenkte Köpfe und leuchtende Bildschirme. Heute sprechen wir über das Leben mit dem Mobiltelefon. Meine Gäste sind Mayra Schuster, sie ist selbstständige Hochzeitsplanerin und Mutter von zwei Kindern, und Oliver Hahn, er leitet an der Volkshochschule in Mainz Entspannungskurse. Herr Hahn, wie viel Zeit verbringen Sie selbst am Tag mit Ihrem Telefon?

Oliver Hahn: Weniger als die meisten, glaube ich. Morgens lese ich kurz die Nachrichten, abends schaue ich nach dem Wetter, das war’s. Dabei klingelt es bei mir genauso oft wie bei allen anderen. Aber wenn ich gerade mit meiner Tochter Pfannkuchen backe oder mit dem Hund durch den Wald laufe, dann bleibt das Ding auf der Fensterbank liegen. Wer etwas von mir will, kann mir eine Nachricht schicken, und ich melde mich, sobald ich Luft habe. Davon geht die Welt nicht unter, wenn es mal zwei Stunden dauert.

Mayra Schuster: Das könnte ich mir nie leisten! Wenn eine Braut sich bei mir meldet und ich nicht rangehe, ruft sie fünf Minuten später die Konkurrenz an. Letzten Sonntag war ich mit meinen Kindern auf dem Spielplatz, da hat mich der Fotograf für die Hochzeit am Samstag dreimal gesucht, weil der Pfarrer die Uhrzeit geändert hatte. Bei mir gibt es keinen Feierabend um fünf. Mein Büro steckt in der Hosentasche – auch am Wochenende zwischen Sandkasten und Schaukel.

Moderatorin: Früher hatte man ein einziges Telefon im Flur, mit Schnur. Wer nicht zu Hause war, war eben nicht da.

Mayra Schuster: Klar, aber meine Kundinnen von heute warten keine drei Tage auf eine Antwort. Die schreiben mir um elf Uhr abends, ob die Servietten nicht doch lieber rosa sein sollen. (lacht)

Moderatorin: Verstehe. Aber vielleicht muss man das Gerät auch einfach mal ausmachen. Mir ist neulich im Krankenhaus etwas Peinliches passiert: Ich wollte meine Schwester fragen, wann sie mich abholt, da hat die Krankenschwester ganz streng auf das Schild mit dem durchgestrichenen Handy gezeigt. So ein Schild hängt ja nicht nur auf der Intensivstation, sondern auch an jeder Tankstelle oder im Ruheabteil im ICE. Herr Hahn, wie gehen Sie denn in Ihren Kursen mit Teilnehmern um, die ständig auf das Display schauen?

Oliver Hahn: Ehrlich gesagt war ich da lange ziemlich locker. Ich dachte, das sind erwachsene Leute, die wissen selbst, was sie tun. Aber letzten Monat hat mitten in der Entspannungsübung ein Telefon den Radetzky-Marsch gespielt, und zwölf Menschen auf ihren Matten waren schlagartig wieder hellwach. (lacht) Im Filmtheater ist es dasselbe: Zwei Reihen vor mir leuchtet garantiert ein Bildschirm, gerade wenn es spannend wird. Ich finde, in meiner Gruppe und im dunklen Saal sollten die Geräte genauso draußen bleiben müssen wie im Krankenhaus.

Mayra Schuster: Das Telefon muss ja nicht laut klingeln. Man kann es auf lautlos stellen und mit dem Display nach unten in die Tasche legen. Und überhaupt: Ich habe neulich mein Telefon zu Hause auf dem Küchentisch vergessen und habe mich den ganzen Tag gefühlt, als würde mir ein Arm fehlen. Das Ding gehört inzwischen zu mir wie meine Zahnbürste und mein Schlüsselbund.

Moderatorin: Das klingt ja schon fast nach Abhängigkeit. Viele Psychologen warnen, dass uns so ein Gerät eher nervös und unruhig macht.

Mayra Schuster: Nervös vielleicht manchmal, das gebe ich zu. Dabei nimmt es mir unglaublich viel ab. Letzte Woche hatte ich auf der Autobahn eine Panne, und zwei Minuten später wusste der Abschleppdienst genau, wo ich stehe. Die Fotos vom Brautpaar schicke ich den Eltern direkt vom Standesamt, und den Tisch im Restaurant reserviere ich nebenbei in der Schlange beim Bäcker.

Oliver Hahn: Und trotzdem: Als ich klein war, gab es an der Ecke eine Telefonzelle, und wir haben auch alle überlebt.

Moderatorin: Ein Thema haben wir noch gar nicht angesprochen: die Kleinen. Viele Grundschüler bekommen heute schon zur Einschulung ein eigenes Smartphone. Viele Fachleute meinen, das ist viel zu früh.

Mayra Schuster: Genau das habe ich auch lange gedacht. Aber seit mein Sohn allein mit dem Bus zum Fußballtraining fährt, sehe ich auf der Karte, wo er gerade ist. Ich muss nicht mehr eine halbe Stunde am Fenster stehen und auf die Straße starren. Mein Bauch ist einfach viel entspannter, seit es dieses kleine Gerät in seinem Rucksack gibt.

Oliver Hahn: Meine Eltern wussten früher den ganzen Nachmittag nicht, wo ich mich herumtreibe – und haben trotzdem ruhig geschlafen.

Moderatorin: Herr Hahn hat mir übrigens vor der Sendung verraten, dass man ihn abends ab acht gar nicht mehr erreichen kann.

Oliver Hahn: (lacht) Stimmt, dann liegt das Ding in der Küchenschublade. Meine Frau sagt immer, ich bin der einzige Mensch in Deutschland, den man abends nur per Brieftaube erreicht.

Mayra Schuster: Das hätte ich vor einem Jahr nie geschafft. Aber seit dem letzten Urlaub mache ich jeden Sonntag einen Tag ohne Bildschirm. In den ersten Wochen habe ich ständig in die leere Hosentasche gegriffen. (lacht) Inzwischen genieße ich diese Sonntage richtig. Das ist wie mit dem Joggen: Am Anfang ist es schwer, aber irgendwann gehört es einfach dazu. Da finde ich einfach: Das schafft jeder, wenn er klein anfängt.

Moderatorin: Frau Schuster, Herr Hahn, vielen Dank für dieses interessante Gespräch. Liebe Hörerinnen und Hörer, wie halten Sie es mit Ihrem Telefon? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns!

0 / 8 richtige Optionen

1

Man muss nicht jeden Anruf sofort annehmen.

✅ Man muss nicht jeden Anruf sofort annehmen.

Richtige Lösung: Oliver Hahn

Begründung: Herr Hahn erzählt, dass sein Telefon auf der Fensterbank liegen bleibt, wenn er mit seiner Tochter backt oder mit dem Hund unterwegs ist. Dann sagt er: „Wer etwas von mir will, kann mir eine Nachricht schicken, und ich melde mich, sobald ich Luft habe. Davon geht die Welt nicht unter, wenn es mal zwei Stunden dauert.“ → Das Telefon klingelt, aber er geht nicht ran = nicht jeden Anruf annehmen / es darf zwei Stunden dauern = nicht sofort.

Fallenanalyse: Direkt danach sagt Frau Schuster: „Wenn eine Braut sich bei mir meldet und ich nicht rangehe …“. Hier hört man das Thema „nicht rangehen“, aber sie sagt das Gegenteil: Sie kann sich das nicht leisten.

Schlüsselwörter: „das Ding bleibt auf der Fensterbank liegen“ = nicht annehmen / „sobald ich Luft habe“, „wenn es mal zwei Stunden dauert“ = nicht sofort

2

Arbeitszeit und Freizeit kann man nicht klar trennen.

✅ Arbeitszeit und Freizeit kann man nicht klar trennen.

Richtige Lösung: Mayra Schuster

Begründung: Frau Schuster erzählt, dass der Fotograf sie am Sonntag auf dem Spielplatz dreimal gesucht hat. Dann sagt sie: „Bei mir gibt es keinen Feierabend um fünf. Mein Büro steckt in der Hosentasche – auch am Wochenende zwischen Sandkasten und Schaukel.“ → das Büro in der Hosentasche, auch am Wochenende = Arbeit und Freizeit sind nicht getrennt.

Fallenanalyse: Herr Hahn erzählt kurz vorher das Gegenteil: Wenn er mit seiner Tochter backt, bleibt das Telefon auf der Fensterbank. Bei ihm sind Arbeit und Freizeit also getrennt.

Schlüsselwörter: „kein Feierabend um fünf“ = Arbeitszeit ohne klares Ende / „das Büro steckt in der Hosentasche“ = die Arbeit ist immer dabei / „am Wochenende zwischen Sandkasten und Schaukel“ = in der Freizeit

3

Es gibt Orte, an denen das Telefonieren verboten ist.

✅ Es gibt Orte, an denen das Telefonieren verboten ist.

Richtige Lösung: Moderatorin

Begründung: Die Moderatorin erzählt, dass die Krankenschwester im Krankenhaus „auf das Schild mit dem durchgestrichenen Handy gezeigt“ hat. Dann sagt sie: „So ein Schild hängt ja nicht nur auf der Intensivstation, sondern auch an jeder Tankstelle oder im Ruheabteil im ICE.“ → Schild mit durchgestrichenem Handy = verboten / Intensivstation, Tankstelle, Ruheabteil = Orte.

Fallenanalyse: Herr Hahn spricht danach auch über das Krankenhaus („genauso … wie im Krankenhaus“). Er beschreibt aber nicht die bestehende Regel, sondern wünscht sich ein Verbot an weiteren Orten – das ist eine andere Aussage.

Schlüsselwörter: „Schild mit dem durchgestrichenen Handy“ = Telefonieren verboten / „Intensivstation, Tankstelle, Ruheabteil“ = es gibt Orte

4

Handys sollten auch an anderen Orten verboten werden (Kino, Kurse).

✅ Handys sollten auch an anderen Orten verboten werden (Kino, Kurse).

Richtige Lösung: Oliver Hahn

Begründung: Herr Hahn erzählt vom Telefon, das mitten in der Entspannungsübung geklingelt hat, und von leuchtenden Bildschirmen im Filmtheater. Am Ende sagt er: „Ich finde, in meiner Gruppe und im dunklen Saal sollten die Geräte genauso draußen bleiben müssen wie im Krankenhaus.“ → Gruppe = Kurs / dunkler Saal, Filmtheater = Kino / draußen bleiben müssen = verboten / genauso wie im Krankenhaus = auch an anderen Orten.

Fallenanalyse: Am Anfang sagt Herr Hahn das Gegenteil: Er war „lange ziemlich locker“ und dachte, die Teilnehmer wissen selbst, was sie tun. Die Lösung steht erst am Ende. Das Wort „Kursen“ hört man nur in der Frage der Moderatorin.

Schlüsselwörter: „in meiner Gruppe“ = Kurse / „im dunklen Saal“, „Filmtheater“ = Kino / „sollten draußen bleiben müssen“ = sollten verboten werden

5

Das Handy ist Teil unseres Alltags geworden.

✅ Das Handy ist Teil unseres Alltags geworden.

Richtige Lösung: Mayra Schuster

Begründung: Nach dem Tipp zum Lautlos-Stellen sagt Frau Schuster: „Und überhaupt: Ich habe neulich mein Telefon zu Hause … vergessen und habe mich den ganzen Tag gefühlt, als würde mir ein Arm fehlen. Das Ding gehört inzwischen zu mir wie meine Zahnbürste und mein Schlüsselbund.“ → gehört zu mir wie Zahnbürste und Schlüssel = Teil des Alltags / inzwischen = geworden.

Fallenanalyse: Der Anfang ihrer Replik (lautlos stellen, Display nach unten) ist nur ein Leerteil. Danach sagt die Moderatorin „Abhängigkeit“ – das klingt ähnlich, ist aber ihre kritische Bewertung, nicht die Aussage.

Schlüsselwörter: „gehört inzwischen zu mir wie meine Zahnbürste und mein Schlüsselbund“ = Teil unseres Alltags geworden / „als würde mir ein Arm fehlen“ = ohne geht es nicht mehr

6

Handys sind sehr praktisch.

✅ Handys sind sehr praktisch.

Richtige Lösung: Mayra Schuster

Begründung: Frau Schuster gibt zuerst zu, dass das Telefon sie manchmal nervös macht. „Dabei nimmt es mir unglaublich viel ab“: Bei einer Panne wusste der Abschleppdienst sofort, wo sie steht, Fotos schickt sie direkt vom Standesamt, den Tisch reserviert sie in der Schlange beim Bäcker. → nimmt mir viel ab + drei Beispiele = sehr praktisch.

Fallenanalyse: Vorher warnt die Moderatorin, dass ein Handy „nervös und unruhig“ macht. Danach sagt Herr Hahn das Gegenteil: Früher gab es nur eine Telefonzelle, „und wir haben auch alle überlebt“.

Schlüsselwörter: „nimmt mir unglaublich viel ab“ = sehr praktisch / „Panne, Fotos, Tisch reservieren“ = Beispiele für den Nutzen

7

Eltern sind beruhigter, wenn ihre Kinder ein Handy haben.

✅ Eltern sind beruhigter, wenn ihre Kinder ein Handy haben.

Richtige Lösung: Mayra Schuster

Begründung: Frau Schuster sieht auf der Karte, wo ihr Sohn gerade ist, wenn er allein mit dem Bus fährt. Sie sagt: „Ich muss nicht mehr eine halbe Stunde am Fenster stehen … Mein Bauch ist einfach viel entspannter, seit es dieses kleine Gerät in seinem Rucksack gibt.“ → nicht mehr am Fenster warten, viel entspannter = beruhigter / mein Sohn = Kinder / das Gerät im Rucksack = Handy.

Fallenanalyse: Frau Schuster beginnt mit „Genau das habe ich auch lange gedacht“ – sie stimmt also zuerst der Kritik zu. Die Lösung kommt erst nach „Aber“. Herr Hahn benutzt danach das Wort „ruhig“, aber er sagt: Seine Eltern haben auch ohne Handy „trotzdem ruhig geschlafen“.

Schlüsselwörter: „mein Bauch ist viel entspannter“ = beruhigter / „nicht mehr am Fenster stehen“ = keine Sorgen mehr / „das kleine Gerät in seinem Rucksack“ = das Kind hat ein Handy

8

Man kann lernen, das Handy manchmal nicht zu benutzen.

✅ Man kann lernen, das Handy manchmal nicht zu benutzen.

Richtige Lösung: Mayra Schuster

Begründung: Frau Schuster macht seit dem Urlaub jeden Sonntag „einen Tag ohne Bildschirm“. Am Anfang war es schwer, inzwischen genießt sie es. Sie sagt: „Das ist wie mit dem Joggen … Da finde ich einfach: Das schafft jeder, wenn er klein anfängt.“ → wie beim Joggen, am Anfang schwer, dann normal = lernen / jeden Sonntag ohne Bildschirm = manchmal nicht benutzen.

Fallenanalyse: Kurz davor erzählt Herr Hahn, dass sein Telefon ab acht Uhr in der Küchenschublade liegt. Das klingt passend, aber er beschreibt nur seine Gewohnheit und sagt nicht, dass man das lernen kann.

Schlüsselwörter: „einen Tag ohne Bildschirm“ = das Handy manchmal nicht benutzen / „am Anfang schwer, aber irgendwann gehört es dazu“ = man kann es lernen / „das schafft jeder“ = man kann

Audio in dieser Übung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

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