Gesund aufwachsen – aber wie?
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Moderatorin:
Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, heute melden wir uns live von der Familienmesse „Fit von klein auf“. Passend dazu bringen wir eine Sondersendung zum Thema „Gesund aufwachsen – aber wie?“. Dazu haben wir zwei Messebesucher ins Studio eingeladen: Frau Sabine Kraft, Leiterin einer Kindertagesstätte, und Herrn Dennis Albers, Leiter der Jugendabteilung eines großen Sportvereins. Frau Kraft, warum sind Sie heute auf die Messe gekommen?
Frau Kraft:
Vor allem aus beruflichen Gründen. In unserer Kita versuche ich jeden Tag, den Kindern und auch ihren Eltern zu zeigen, wie wichtig es ist, schon von klein auf gesund zu leben. Wie man das im Alltag am besten schafft, dafür habe ich mir hier auf der Messe viele neue Anregungen geholt.
Moderatorin:
Über Ihre Anregungen sprechen wir gleich noch ausführlicher. Herr Albers, bei Ihnen sieht der Alltag ja ganz anders aus, stimmt’s?
Herr Albers:
Ja, das kann man so sagen. Ich bin ehrenamtlich in einem großen Sportverein aktiv, und zwar in der Jugendabteilung. Als Leiter bin ich für unsere Trainerinnen und Trainer und für über zweihundert Kinder verantwortlich – und zwar nicht nur dafür, dass unsere Mannschaften am Wochenende gewinnen.
Frau Kraft:
Dann sind Sie als Leiter ja auch dafür zuständig, dass die Kinder beim Sport nicht nur Leistung bringen, sondern auch gesund und fröhlich bleiben. Und was haben Sie dazu hier auf der Messe gelernt?
Herr Albers:
Die Messe hat mir wirklich gut gefallen. Vieles war mir allerdings schon bekannt, vor allem die Vorträge zum Thema „sicherer Sportplatz“: weiche Böden, gute Schutzhelme, passende Sportschuhe, rückenfreundliche Bänke für die Pausen und so weiter, also alles, was Verletzungen verhindert. Bei uns im Verein ist das schon seit Jahren selbstverständlich. Wirklich neu war für mich dagegen, wie man auch zwischendurch aktiv etwas für Körper und Kopf tun kann: Dehnübungen, kleine Atemübungen und Entspannungsspiele, sogar mitten im Training zwischen zwei Übungen.
Moderatorin:
Frau Kraft, Dehnübungen und Entspannungsspiele mitten im ganz normalen Kita-Tag – könnten Sie sich das bei Ihnen auch vorstellen?
Frau Kraft:
Unbedingt! Mir hat besonders ein Stand mit sogenannten Bewegungsräumen gefallen. Diese Räume sind so eingerichtet, dass die Kinder beim Spielen klettern, balancieren und herumlaufen können, statt still am Tisch zu sitzen. Die Idee finde ich super, denn schon die Kleinen sitzen heute ständig – im Auto, im Kinderwagen, vor dem Tablet. Das schadet dem Rücken und ist auch schlecht für die Konzentration.
Moderatorin:
Und dann war auf der Messe ja auch die Ernährung von Kindern ein großes Thema! Haben Sie dazu etwas Spannendes entdeckt? Viel Neues gibt es da heute eigentlich nicht mehr, oder?
Frau Kraft:
Da haben Sie recht. Die meisten Eltern wissen heute ziemlich genau, wie wichtig gutes Essen für Kinder ist und worauf man dabei achten sollte.
Herr Albers:
Theoretisch schon, aber im Alltag machen viele trotzdem etwas ganz anderes. Nach dem Training gibt es dann schnell eine Tüte Pommes oder einen Schokoriegel vom Kiosk, weil es eben bequem ist. Auf gesundes Essen achtet da kaum jemand. Wir wollten in unserem Vereinsheim mal gesündere Mahlzeiten und Snacks anbieten, mit Obst, Vollkornbrötchen und Wasser statt Cola, aber damit waren viele Kinder und sogar einige Eltern überhaupt nicht einverstanden.
Frau Kraft:
Bei uns in der Kita hat das besser geklappt. Wir haben gemeinsam mit unserer Köchin dafür gesorgt, dass die Kinder bei uns nur noch gesunde Mahlzeiten und Getränke bekommen: viel Obst und Gemüse, nicht so viel Fleisch, keine Süßigkeiten und keine Pommes, Wasser oder ungesüßten Tee statt Saft.
Herr Albers:
Und essen die Kinder das denn auch gern?
Frau Kraft:
Ich denke schon.
Moderatorin:
Lassen Sie uns noch einmal über die Messe sprechen: Haben Sie dort auch etwas ganz Neues entdeckt?
Herr Albers:
Allerdings! Mir sind eine ganze Menge ziemlich komische Angebote aufgefallen, zum Beispiel „Edelsteinwasser für Kinder“, „Babymassage nach dem Mondkalender“ oder „Klangkissen gegen schlechte Träume“.
Frau Kraft:
Ach, ich finde diese alternativen Angebote gar nicht so schlimm. Eher im Gegenteil.
Herr Albers:
Ich sage ja auch nicht, dass sie ganz schlecht sind. Das kann jeder halten, wie er will. Ich glaube nur nicht, dass sie den Kindern wirklich helfen. Man muss doch nicht jeden Trend mitmachen.
Frau Kraft:
Da bin ich ganz anderer Meinung. Gerade mit Kindern sollte man ruhig auch mal etwas Neues ausprobieren, sonst verpasst man vielleicht etwas Gutes.
Moderatorin:
Ja, über diese alternativen Angebote könnte man bestimmt eine eigene Sendung machen, aber leider läuft uns die Zeit davon. Zum Abschluss deshalb noch eine letzte Frage an Sie beide: Welche persönlichen Tipps haben Sie für ein gesundes Leben unserer Kinder?
Frau Kraft:
Herr Albers, möchten Sie vielleicht anfangen?
Herr Albers:
Gern. Für mich gilt: Ein glückliches Kind ist auch ein gesundes Kind. Wichtig ist vor allem ein Hobby, bei dem es auch mal Erfolg hat. Kinder brauchen außerdem genug Schlaf und freie Nachmittage, nicht nur Termine. Man sollte ihnen auch Zeit zum Ausruhen geben, am Abend, am Wochenende und in den Ferien. Beim Essen sollte man nicht zu streng sein. Ein Stück Kuchen am Sonntag oder ein Eis im Freibad ist völlig in Ordnung. Möglichst wenig Handy und Fernsehen und abends keine Computerspiele! Und natürlich: viel bewegen, immer in Bewegung bleiben.
Frau Kraft:
Da fehlt mir aber noch einiges, zum Beispiel: Eltern, die wirklich Zeit für ihre Kinder haben, Großeltern, Freunde zum Spielen, vielleicht ein Haustier, viel frische Luft und so weiter. Und Süßigkeiten – die passen für mich überhaupt nicht zu einem gesunden Leben!
Herr Albers:
Moment mal – ich habe doch nicht gesagt, dass man es gleich übertreiben soll.
Moderatorin:
Man merkt schon, dass uns der Gesprächsstoff so schnell nicht ausgeht, aber unsere Sendezeit ist leider zu Ende. Frau Kraft, Herr Albers, vielen Dank für das spannende Gespräch. Und Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, alles Gute bis zur nächsten Sendung!
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