Das Hoffest
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- Ahmet! Setz dich doch zu mir, hier ist noch frei.
- Danke, Renate. Puh, die Tasche ist schwer. Ich habe auf dem Markt mal wieder viel zu viel gekauft.
- Ich auch. Aber die Tomaten bei dem Stand mit dem grünen Dach – die musst du probieren. Die sind nicht billig, aber die schmecken wenigstens noch nach Tomaten.
- Ich weiß, ich habe auch zwei Kilo genommen. Meine Frau macht morgen Menemen.
- Sag mal, dich habe ich ja lange nicht gesehen. Warst du bei deiner Tochter in Dresden?
- Ja, bei meiner Tochter, eine ganze Woche! Dresden hat sie ja im Frühling verlassen, wegen der neuen Stelle. Leipzig gefällt ihr viel besser – die neue Wohnung hat einen Balkon, und die Kita für den Kleinen ist gleich um die Ecke.
- Ach ja, richtig. Und der Kleine hatte doch Geburtstag, oder?
- Ja, er ist vier geworden. Aber die Fahrt … Der Zug hatte über zwei Stunden Verspätung, irgendwo auf der Strecke war eine Störung. Ich saß in Hannover fest und dachte schon: Das war’s, ich verpasse alles. Am Ende habe ich meiner Tochter sogar noch beim Luftballon-Aufblasen geholfen – die Feier ging ja erst um fünf los.
- Zwei Stunden in Hannover, oje. Was hast du ihm denn geschenkt?
- Ein Feuerwehrauto mit Sirene. Meine Tochter war nicht so begeistert von dem Lärm, aber der Kleine wollte gar nicht mehr aufhören zu spielen.
- Apropos Feiern: Hast du schon gehört, dass das Hoffest dieses Jahr später ist?
- Nein! Wegen dem Wetter? Es soll ja nächste Woche viel regnen.
- Regen? Hab ich auch gehört, aber nur für Montag und Dienstag. Am 14. ist in der Stadt das große Weinfest, und da wäre ja die Hälfte vom Haus nicht da. Deshalb machen wir es eine Woche später, am 21.
- Gute Idee. Und machst du wieder alles allein? Letztes Jahr warst du am Ende total kaputt.
- Oh ja, letztes Jahr habe ich wirklich alles allein organisiert – Einladungen, Grill, Tische, alles. Ich lag danach zwei Tage auf dem Sofa! Dieses Jahr sind die Novaks aus dem dritten Stock mit dabei.
- Die Novaks? Die sind doch immer so ruhig! Herr Novak sagt im Treppenhaus kaum Guten Tag.
- Ja, das dachte ich auch! Und jetzt stell dir vor: Er will auf dem Fest Gitarre spielen, mit seiner Band. Die Kinder wollen außerdem wieder ihren Flohmarkt machen, wie jedes Jahr.
- Soll ich wieder Baklava machen? Die waren letztes Mal ja schnell weg.
- Oh ja, bitte! Deine Baklava waren das Beste am ganzen Fest.
- Ja, die mache ich gern – auch wenn ich letztes Jahr einen ganzen Tag in der Küche stand. Obwohl … mein Neffe hat doch jetzt die Bäckerei in der Bahnhofstraße. Zwei Bleche bei ihm bestellt, und fertig. Seine sind sowieso besser als meine – aber das darfst du meiner Frau nicht sagen!
- Versprochen.
- Und sonst? Kann ich noch irgendwas machen? Ich könnte die Bierbänke aus dem Keller holen.
- Die Bänke holt Herr Novak schon mit seinem Sohn. Aber für die Kinder haben wir noch niemanden. Letztes Jahr haben sie sich so gelangweilt, während die Erwachsenen gegessen haben.
- Für die Kinder? Die haben doch ihren Flohmarkt! … Na gut. Im Keller liegen noch Säcke zum Sackhüpfen und Dosen zum Werfen, von der Hochzeit meiner Nichte. Die bringe ich mit, und dann sehen wir mal, wer am schnellsten hüpft.
- Sackhüpfen! Da will ich dich sehen. Oh, wir sind gleich da – drückst du mal auf den Knopf?
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