Beim Hausarzt
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- Guten Tag, Herr Wiegand! Ach herrje, was ist denn mit Ihnen passiert? Sie sehen ja aus, als hätten Sie sich geprügelt.
- Halb so wild. Ich hatte einen kleinen Unfall mit dem Fahrrad. Es sieht viel schlimmer aus, als es ist.
- Bei dem nassen Laub überall wundert mich das gar nicht. Ich wäre letzte Woche vor der Bäckerei auch beinahe ausgerutscht.
- Ich bin zwar langsam gefahren, aber unter den Blättern lag ein Gullydeckel, und der war spiegelglatt.
- Oh, die sind tückisch. Sie sind bestimmt aufs Gesicht gefallen, oder?
- Ja, das ging so schnell, ich konnte mich gar nicht mehr abfangen. Aber ich hatte Glück: Der Helm hat jetzt einen Riss, dafür hat mein Kopf nichts abbekommen. Und die Zähne sind zum Glück auch alle noch heil. Die Wunde unter der Lippe hat zwar furchtbar geblutet und musste genäht werden, aber sonst ist da nichts. Schön sieht’s halt nicht aus. Ich hab das im ersten Moment gar nicht mitbekommen, aber als ich nach Hause kam, ist meine Frau fast umgefallen und hat mich sofort in die Notaufnahme gefahren. Viel schlimmer ist die Hand.
- Was ist denn mit der Hand?
- Ich bin zuerst mit dem linken Handgelenk aufgekommen und dann erst mit dem Gesicht auf den Boden. Gebrochen ist zum Glück nichts, aber es ist ziemlich stark verstaucht. Ich kann die Hand überhaupt nicht bewegen.
- Ausgerechnet links! Hat man die Hand denn geschient?
- Ja, aber das ist eher zur Vorsicht – gebrochen ist ja nichts. Es ist einfach lästig, weil ich fast nichts allein schaffe. Meine Frau muss mir die Hemden zuknöpfen und das Brot schmieren – sogar die Zahnpasta drückt sie mir auf die Bürste.
- Na ja, gut, dass Sie jemanden haben. Tut es denn sehr weh?
- Es ist schon viel besser als am Anfang. Aber nachts, wenn ich mich aus Versehen auf die Hand lege, merke ich es noch. Die Ärztin meint, das braucht noch ein paar Wochen.
- Und die Arbeit? Geht das schon?
- Nein, bis Ende der Woche bin ich noch krankgeschrieben. Ab Montag probiere ich es wieder – ein Kollege holt mich ab, und am Computer kann ich zur Not mit rechts die Maus bedienen. Ich bin Grafiker, da geht schon einiges mit einer Hand. Und wenn es zu sehr zieht, mache ich die Übungen, die mir die Krankengymnastin gezeigt hat.
- Übertreiben Sie es aber nicht. Mit dem Handgelenk ist nicht zu spaßen.
- Nein, nein, ich bin vorsichtig. Das Fahrrad bleibt jedenfalls bis zum Frühjahr im Keller. Und Sie? Warum sind Sie heute hier?
- Ich habe seit dem Sommer Probleme mit dem Rücken, vor allem morgens. Ich gehe zwar schon zweimal die Woche zur Krankengymnastik, aber so richtig besser ist es noch nicht. Dr. Haas will heute noch mal schauen, ob er mich zum Orthopäden überweist.
- Oh, dann passen Sie auch gut auf sich auf. Gute Besserung, Frau Kessler!
- Danke, Ihnen auch, Herr Wiegand.
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