Im Waschsalon
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Lesen Sie zuerst die Aufgaben. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.
- Hey, Lara!
- Ben! Was machst du denn hier? Ich dachte, ihr habt in der WG eine eigene Waschmaschine.
- Hatten wir – bis Montag. Seitdem macht sie nur noch komische Geräusche, und der Vermieter schickt erst nächste Woche jemanden. Um vier muss ich zum Zahnarzt, nur zur Kontrolle, und vorher wollte ich noch schnell meine weißen Arbeitshosen waschen. Die brauch ich nämlich bald.
- Klingt nicht gerade nach Urlaub. Du hast übrigens auf Mias Abschiedsfeier gefehlt – alle haben nach dir gefragt.
- Da war ich gar nicht in der Stadt. Jana und ich waren in Kopenhagen.
- In Kopenhagen?
- Ja. Jana wollte da schon ewig hin. Und dann gab es plötzlich so ein Angebot: hin und zurück mit dem Nachtzug, vier Nächte in einem kleinen Hotel am Hafen – für zweihundertfünfzig Euro pro Person.
- Wahnsinn! Für das Geld hätte ich mich sofort mit in den Zug gesetzt. Und, was habt ihr so gemacht?
- Na ja, das Übliche: eine Bootstour durch die Kanäle, ein paar Museen – und natürlich ziemlich oft essen gehen.
- Du und Restaurants? Seit wann das denn?
- Nicht ich – Jana. Sie hatte Geburtstag und wollte unbedingt in so ein berühmtes Sternerestaurant. Sie meinte, so etwas müsse man einmal im Leben erlebt haben. Zehn Gänge, winzige Portionen auf riesigen Tellern, und für die Rechnung hätte ich zwei Wochen jobben können.
- War das nicht ein bisschen steif für dich?
- Und wie. Aber Jana hat den ganzen Abend gestrahlt, also hat es sich gelohnt. Dafür hab ich sie am nächsten Tag ins Designmuseum mitgeschleppt – das war der Deal. Jana kann mit Museen sowieso nicht viel anfangen, und alte Technik und Design findet sie todlangweilig. Und bei dir? Geht’s bei dir auch noch irgendwohin?
- Schön wär’s. Mein Konto sagt leider Nein. Deshalb jobbe ich gerade in der Tierarztpraxis meiner Tante. Du kannst es dir vorstellen: Hunde festhalten, Spritzen reichen, Termine eintragen, ans Telefon gehen und abends den Boden schrubben. Im Grunde bin ich da so was wie die zweite Arzthelferin.
- Und wie lange geht das noch?
- Seit Anfang Juli, immer vormittags, bis Ende August. Bezahlt wird’s ganz ordentlich, damit krieg ich die Miete für den Herbst zusammen. Außerdem darf ich ab und zu bei kleineren Operationen zuschauen – das kann ich in meinem Tiermedizinstudium vielleicht mal gebrauchen. Wenn der Job vorbei ist, fahr ich eventuell mit meiner Schwester ein paar Tage an die Nordsee.
- Na, dann hast du wenigstens noch was, worauf du dich freuen kannst. Ich hab meine Reise ja schon hinter mir. Ab Montag fang ich in einer Großbäckerei an – Nachtschicht, fünfmal die Woche, ab zwei Uhr morgens Brötchen backen. Hoffentlich halt ich das durch.
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