Arbeit im Haushalt – Wer trägt heute wirklich die Last?

Erledigt: 1 / 1
Wiederholen Weiter
Sie hören nun eine Diskussion. Dazu lösen Sie acht Aufgaben.
Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
Lesen Sie jetzt die Aufgaben. Dazu haben Sie 60 Sekunden Zeit.

2% (6 von 329 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)

0:00 / 0:00
0:00 / 0:00

Moderatorin:
Guten Abend, liebe Hörerinnen und Hörer, und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von „Forum am Freitag“. Heute geht es um ein Thema, das viele betrifft, aber oft unterschätzt wird: Wer macht eigentlich wie viel im Haushalt – und ist das heute wirklich gerecht verteilt?

Trotz gesellschaftlicher Fortschritte zeigen viele Studien, dass Hausarbeit nach wie vor größtenteils von Frauen erledigt wird – auch wenn beide Partner arbeiten. Stimmt das? Und wenn ja – warum ist das so?

Darüber sprechen wir heute mit Lara König, Journalistin und Mutter von drei Kindern, und mit Andreas Stein, Lehrer für Sozialkunde an einer Berufsschule. Herzlich willkommen Ihnen beiden!

Lara König:
Guten Abend, danke für die Einladung.

Andreas Stein:
Ich freue mich, hier zu sein.

Moderatorin:
Frau König, wie ist das bei Ihnen zu Hause geregelt?

Lara König:
Also ganz ehrlich – klassisch. Ich arbeite Teilzeit, mein Mann Vollzeit. Ich mache den Großteil der Hausarbeit, von Kochen über Wäsche bis zur Kinderbetreuung. Und auch wenn mein Mann mir abends hilft – es bleibt meistens an mir hängen. Und das, obwohl wir uns eigentlich als modernes Paar sehen.

Moderatorin:
Warum, glauben Sie, ist das so?

Lara König:
Ich denke, das ist tief in der Gesellschaft verankert. Meine Mutter war Hausfrau, meine Schwiegermutter auch. Und selbst wenn wir es besser machen wollen – in Stresssituationen greifen viele Paare wieder auf alte Muster zurück.

Andreas Stein:
Darf ich da kurz widersprechen? Ich finde, das klingt ein bisschen pauschal. In meiner Partnerschaft teilen wir alles 50:50 – wir haben einen Haushaltsplan. Ich mache das Bad, mein Partner die Küche. Einkaufen, Putzen, Müll – wird alles aufgeteilt. Und das funktioniert hervorragend, auch weil wir beide Vollzeit arbeiten.

Moderatorin:
Aber laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2022 übernehmen Frauen im Durchschnitt 1 Stunde und 23 Minuten mehr unbezahlte Arbeit pro Tag als Männer – trotz Berufstätigkeit. Ist das also wirklich ein Einzelfall, Herr Stein?

Andreas Stein:
Vielleicht nicht, aber ich sehe in meinem Umfeld, dass sich etwas bewegt. Männer nehmen heute Elternzeit, sie kochen, sie bringen die Kinder zur Kita. Die klassische Rollenverteilung ist doch längst aufgebrochen.

Lara König:
Aber noch nicht gleichwertig ersetzt! Es stimmt, dass Männer mehr machen als früher. Aber „mehr als früher“ heißt nicht gleich „genauso viel wie Frauen“. Es gibt den Begriff der „Mental Load“ – diese ständige gedankliche Verantwortung: Wer braucht neue Schuhe? Was fehlt im Kühlschrank? Das erledigt oft die Frau – auch wenn der Mann „mithilft“.

Moderatorin:
Historisch gesehen war die Hausarbeit immer weiblich konnotiert. Erst mit dem Wirtschaftswunder der 1950er Jahre wurde das klassische Modell „Mann arbeitet, Frau macht Haushalt“ richtig etabliert – unterstützt durch Werbung, Politik und Steuerrecht.

Andreas Stein:
Aber wir leben nicht mehr in den 50ern. Ich finde, Hausarbeit ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Organisation. Wer wann wie viel macht, hängt doch vom Alltag ab – nicht vom Geschlecht. Und nicht jede Frau will oder kann alles im Griff haben. Ich kenne viele Männer, die super organisieren – und Frauen, die es hassen zu putzen.

Lara König:
Natürlich gibt’s Ausnahmen – aber das Problem ist strukturell. Wenn eine Frau 30 Stunden arbeitet und zusätzlich den Haushalt managt, während der Mann 40 Stunden arbeitet und danach auf der Couch liegt, ist das keine individuelle Entscheidung, sondern eine Frage von Machtverhältnissen und Prioritäten.

Moderatorin:
Wäre ein Gehaltsausgleich für unbezahlte Hausarbeit ein Ansatz?

Andreas Stein:
Ich bin da skeptisch. Wie will man das messen? Stunden mit dem Staubsauger? To-do-Listen führen? Das führt doch nur zu Streit. Viel wichtiger wäre: Hausarbeit ernst nehmen – in der Erziehung, in der Schule, in der Sprache. Schon bei kleinen Jungs beginnt’s: Warum ist Kochen in der Werbung immer weiblich?

Lara König:
Ich stimme zu. Wir brauchen Bildung und Bewusstsein. Aber kurzfristig wäre es hilfreich, steuerliche Vorteile nicht nur Ehegattensplitting zu nennen, sondern Pflege- oder Hausarbeit fair zu berücksichtigen. Denn Hausarbeit ist Arbeit. Sie wird nur nicht bezahlt – und nicht gesehen.

Moderatorin:
Also ein gesellschaftliches Problem mit vielen Facetten. Vielen Dank, Frau König. Vielen Dank, Herr Stein, für Ihre ehrlichen Einblicke und kontroversen Meinungen.

Und Ihnen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, einen schönen Abend – vielleicht ja bei einer Runde gemeinsames Geschirrspülen. Bis nächste Woche – bei „Forum am Freitag“.

0 / 8 richtige Optionen

1

Auch Paare, die sich für modern halten, teilen die Hausarbeit oft ungleich.

✅ Auch Paare, die sich für modern halten, teilen die Hausarbeit oft ungleich.

Richtige Lösung: Lara König

Begründung: Lara König sagt: „Und auch wenn mein Mann mir abends hilft – es bleibt meistens an mir hängen. Und das, obwohl wir uns eigentlich als modernes Paar sehen.“ → Das Paar findet sich modern, aber die Arbeit ist trotzdem nicht gleich verteilt.

Fallenanalyse: Direkt danach sagt Andreas Stein: „In meiner Partnerschaft teilen wir alles 50:50.“ Das Wort „teilen“ hört man also nur bei ihm, aber er sagt das Gegenteil: Bei ihm ist alles gleich verteilt. Die Moderatorin sagt am Anfang, dass Frauen den größten Teil der Hausarbeit machen. Über moderne Paare spricht sie aber nicht.

Schlüsselwörter: „als modernes Paar sehen“ = sich für modern halten / „es bleibt meistens an mir hängen“ = ungleich teilen

2

Feste Absprachen machen eine gerechte Aufteilung leichter.

✅ Feste Absprachen machen eine gerechte Aufteilung leichter.

Richtige Lösung: Andreas Stein

Begründung: Andreas Stein sagt: „Wir haben einen Haushaltsplan. Ich mache das Bad, mein Partner die Küche.“ Und: „Das funktioniert hervorragend.“ → Mit einem festen Plan klappt die gerechte Aufteilung gut.

Fallenanalyse: Lara König beschreibt ihre eigene Familie. Dort gibt es keinen Plan, die Arbeit „bleibt meistens an mir hängen“. Die Moderatorin antwortet auf Stein nur mit einer Studie und fragt: „Ist das also wirklich ein Einzelfall?“ Eine eigene Meinung zu Absprachen sagt sie nicht.

Schlüsselwörter: „Haushaltsplan“ = feste Absprachen / „Ich mache das Bad, mein Partner die Küche“ = Aufteilung / „funktioniert hervorragend“ = leichter

3

Frauen verbringen jeden Tag mehr Zeit mit Arbeit ohne Lohn als Männer.

✅ Frauen verbringen jeden Tag mehr Zeit mit Arbeit ohne Lohn als Männer.

Richtige Lösung: Moderatorin

Begründung: Die Moderatorin nennt eine Studie: „Frauen arbeiten im Durchschnitt jeden Tag über eine Stunde länger unbezahlt als Männer – auch wenn sie berufstätig sind.“ → Frauen machen täglich mehr Arbeit, für die sie kein Geld bekommen.

Fallenanalyse: Die Moderatorin stellt nicht nur Fragen, hier nennt sie selbst eine Zahl. Andreas Stein antwortet nur: „Vielleicht nicht“. Das ist eine Zustimmung, aber keine eigene Aussage. Ganz am Ende sagt Lara König über Hausarbeit: „Sie wird nur nicht bezahlt.“ Das ist ein ähnliches Wort, aber von Zeit und einem Vergleich mit Männern spricht sie dort nicht.

Schlüsselwörter: „unbezahlt“ = ohne Lohn / „jeden Tag über eine Stunde länger“ = jeden Tag mehr Zeit

4

Frauen müssen oft an alle Kleinigkeiten im Familienalltag denken.

✅ Frauen müssen oft an alle Kleinigkeiten im Familienalltag denken.

Richtige Lösung: Lara König

Begründung: Lara König erklärt den Begriff „Mental Load“: „Wer braucht neue Schuhe? Wann ist der nächste Termin beim Kinderarzt? Was fehlt im Kühlschrank? Das hat meistens die Frau im Kopf.“ → Die Frau denkt an die vielen kleinen Dinge im Alltag.

Fallenanalyse: Später spricht Andreas Stein über dasselbe Thema: „Nicht jede Frau will oder kann alles im Griff haben. Ich kenne viele Männer, die super organisieren.“ Das klingt ähnlich, aber er sagt das Gegenteil. Vor König sagt er, dass Männer heute „kochen“ und „die Kinder zur Kita“ bringen. Das sind Tätigkeiten, nicht die Verantwortung im Kopf.

Schlüsselwörter: „Das hat meistens die Frau im Kopf“ = Frauen müssen daran denken / „neue Schuhe, Kinderarzt, Kühlschrank“ = Kleinigkeiten im Familienalltag

5

Früher hat der Staat die Rolle der Frau als Hausfrau gefördert.

✅ Früher hat der Staat die Rolle der Frau als Hausfrau gefördert.

Richtige Lösung: Moderatorin

Begründung: Die Moderatorin sagt: „Erst mit dem Wirtschaftswunder der 1950er Jahre wurde das klassische Modell ‚Mann arbeitet, Frau macht Haushalt‘ richtig etabliert – unterstützt durch Werbung, Politik und Steuerrecht.“ → Politik und Steuerrecht kommen vom Staat. Er hat dieses Modell unterstützt.

Fallenanalyse: Das Wort „Hausfrau“ hört man nur bei Lara König: „Meine Mutter war Hausfrau, meine Schwiegermutter auch.“ Sie spricht aber über ihre Familie und über die Gesellschaft, nicht über den Staat. Andreas Stein antwortet: „Aber wir leben nicht mehr in den 50ern.“ Er spricht über heute.

Schlüsselwörter: „Politik und Steuerrecht“ = der Staat / „unterstützt“ = gefördert / „Frau macht Haushalt“ = Rolle als Hausfrau

6

Wer zu Hause was macht, hängt nicht davon ab, ob man Mann oder Frau ist.

✅ Wer zu Hause was macht, hängt nicht davon ab, ob man Mann oder Frau ist.

Richtige Lösung: Andreas Stein

Begründung: Andreas Stein sagt: „Ich finde, Hausarbeit ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Organisation. Wer wann wie viel macht, hängt doch vom Alltag ab.“ → Nicht das Geschlecht entscheidet, sondern der Alltag.

Fallenanalyse: Kurz davor erzählt die Moderatorin von den 1950er Jahren, als Hausarbeit „als Frauensache“ galt. Das ist das alte Modell, nicht ihre Meinung über heute. Direkt nach Stein sagt Lara König „Natürlich gibt’s Ausnahmen“. Das klingt wie Zustimmung, aber dann widerspricht sie: „das Problem ist strukturell“.

Schlüsselwörter: „keine Frage des Geschlechts“ = hängt nicht davon ab, ob man Mann oder Frau ist / „Wer wann wie viel macht“ = wer zu Hause was macht

7

Schon Kinder sollten lernen, dass Hausarbeit wichtig ist.

✅ Schon Kinder sollten lernen, dass Hausarbeit wichtig ist.

Richtige Lösung: Andreas Stein

Begründung: Andreas Stein sagt: „Viel wichtiger wäre: Hausarbeit ernst nehmen – in der Erziehung, in der Schule, in der Sprache. Schon bei kleinen Jungs beginnt’s.“ → Kinder sollen schon früh lernen, Hausarbeit ernst zu nehmen.

Fallenanalyse: Direkt danach sagt Lara König: „Ich stimme zu.“ Zustimmung ist aber keine eigene Aussage. Danach spricht sie über etwas anderes, über die Steuern. Früher sagt König auch über ihre Mutter: „Das sieht man als Kind jeden Tag, und das prägt.“ Sie beschreibt aber, wie es ist, und sagt nicht, was Kinder lernen sollten. Die Moderatorin fragt nur nach einem Gehaltsausgleich.

Schlüsselwörter: „in der Erziehung, in der Schule“ = Kinder sollen lernen / „ernst nehmen“ = wichtig finden / „Schon bei kleinen Jungs“ = schon Kinder

8

Hausarbeit sollte bei den Steuern stärker zählen.

✅ Hausarbeit sollte bei den Steuern stärker zählen.

Richtige Lösung: Lara König

Begründung: Lara König sagt: „Kurzfristig wäre es hilfreich, wenn man bei den Steuern nicht nur an das Ehegattensplitting denkt, sondern auch Pflege- und Hausarbeit fair berücksichtigt.“ → Hausarbeit soll bei den Steuern eine größere Rolle spielen.

Fallenanalyse: König beginnt mit „Ich stimme zu“. Viele denken deshalb, sie wiederholt nur Andreas Stein. Danach sagt sie aber ihre eigene Idee. Das Thema Steuern kommt auch früher bei der Moderatorin vor, im „Steuerrecht“. Dort geht es aber um die Vergangenheit: Das Steuerrecht hat das alte Modell unterstützt. Die Moderatorin fragt auch nach einem „Gehaltsausgleich“, aber das ist eine Frage und keine Meinung. Stein ist dagegen skeptisch.

Schlüsselwörter: „Pflege- und Hausarbeit fair berücksichtigt“ = Hausarbeit soll stärker zählen / „bei den Steuern“ = bei den Steuern

Audio in dieser Übung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.

Kategorien von Übungen

Wählen Sie eine Übungskategorie für Goethe B1

Anmelden