Kochen unterwegs – mit Timo Bernhardt auf Tour
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Moderator:
Willkommen bei Kultur und Kulinarik! Heute bei uns im Studio: Timo Bernhardt, Gründer des Foodlabels Küchenkarawane und seit Jahren als Tourkoch für Musikbands im Einsatz. Guten Morgen, Herr Bernhardt. Gleich zu Beginn die Frage, die man einem Koch stellen muss: Was gab es heute bei Ihnen zum Frühstück?
Timo Bernhardt:
Guten Morgen. Ehrlich gesagt nur einen Espresso – vor Interviews esse ich meistens nichts.
Moderator:
Oh, ich hatte gehofft, Sie überraschen uns mit einem besonderen Frühstücksrezept...
Bernhardt:
Verstehen Sie mich nicht falsch – ich liebe gutes Essen, aber morgens bin ich einfach kein Fan von großen Mahlzeiten. Wenn ich koche, dann für andere. Und mein Ziel ist es immer, dass sie satt und glücklich sind.
Moderator:
Seit wann machen Sie das professionell?
Bernhardt:
Ich habe vor etwa 16 Jahren meine eigene Firma gegründet – die Küchenkarawane. Wir begleiten Musikproduktionen auf Tournee und kümmern uns um das komplette kulinarische Wohl.
Moderator:
Wie kamen Sie auf diese Idee?
Bernhardt:
Ich habe als Teenager viel auf Konzerten geholfen – bei einem kleinen Festival durfte ich in der Backstageküche aushelfen. Da war ich sofort begeistert. Später habe ich dann eine Ausbildung zum Koch in einem Biohotel gemacht. Der Wunsch, mit Musikern zu arbeiten, ist geblieben.
Moderator:
Ihr Firmenname klingt sehr kreativ. Was steckt dahinter?
Bernhardt:
Ich wollte etwas, das mobil, warm und ein bisschen rebellisch klingt. So ist Küchenkarawane entstanden. Die Idee: Wir ziehen mit Herd und Pfanne von Stadt zu Stadt.
Moderator:
Kochen Sie eher klassische Gerichte oder experimentieren Sie viel?
Bernhardt:
Ich bevorzuge vegetarische und vegane Küche. Das hat mit Nachhaltigkeit zu tun, aber auch mit Geschmack. Man kann aus Gemüse fantastische Gerichte zaubern – ohne jeden Verzicht.
Moderator:
Optisch sehen Sie allerdings ganz bodenständig aus – keine Tattoos, kein Piercing, kein pinkes Haar...
Bernhardt:
Stimmt. Ich wirke eher wie ein Buchhalter (lacht). Aber unter dem Hemd trage ich fast immer ein T-Shirt von einer meiner Lieblingsbands. Heute ist es „Wir sind Helden“.
Moderator:
Wie läuft das konkret ab, wenn eine Band auf Tour geht?
Bernhardt:
Meistens ruft das Tourmanagement an. Wenn wir Kapazitäten haben, plane ich das Menü, bereite die Logistik vor und packe unseren Küchen-Truck: Kühlgeräte, Gaskocher, Vorräte, Töpfe, Schneidegeräte – alles dabei.
Moderator:
Sie haben eine fahrende Küche?
Bernhardt:
Ja, ein ausgebauter Anhänger, der wie eine kleine Restaurantküche funktioniert. Ich fahre selbst – das geht noch mit dem alten Führerschein. Vor Ort bauen wir die Küche oft in Sporthallen oder Garderoben auf – auf Tischen, mit Stromkabeln, viel Organisation und manchmal improvisiert.
Moderator:
Machen Sie das alles alleine?
Bernhardt:
Nein, ich habe ein kleines Team. Und in den Städten helfen meist lokale Küchenhelfer mit, die von der Produktion organisiert werden.
Moderator:
Wie bekommen Sie die Zutaten?
Bernhardt:
Ich gehe morgens früh in den Großmarkt. Manchmal begleitet mich ein sogenannter „Runner“ – jemand vom Veranstalter, der sich vor Ort auskennt. Ohne diese Hilfe wären viele Dinge schwieriger.
Moderator:
Gibt es von den Bands bestimmte Wünsche?
Bernhardt:
Natürlich. Jede Band hat einen „Catering-Rider“ – eine Liste mit Anforderungen. Manche möchten glutenfrei, andere komplett zuckerfrei, wieder andere jeden Tag Curry. Und ja – manchmal steht auch drauf, dass immer Schokoriegel oder bestimmte Getränke vorhanden sein müssen.
Moderator:
Was war Ihr letztes großes Projekt?
Bernhardt:
Die Tour mit der Band „Nordlicht“ – das war sehr intensiv, 28 Städte in vier Wochen.
Moderator:
Beeindruckend! Vielen Dank für das Gespräch – und wir hören jetzt einen Song von „Nordlicht“.
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