Sofia Lenz, 28 Jahre alt, hatte lange Zeit eine leitende Position in einem großen Unternehmen inne. Nach einigen Jahren entschied sie sich jedoch für einen radikalen Neuanfang und wechselte in einen sozialen Beruf. Obwohl sie heute deutlich weniger verdient als früher, empfindet sie ihr Leben als wesentlich erfüllter. Dort erwartete man von ihr lediglich, reibungslos zu funktionieren. Ihre Erwartungen an Arbeit und Karriere wurden dort nicht erfüllt. Entscheidender als ein hohes Einkommen waren für sie Freude an der Tätigkeit und flache Entscheidungsstrukturen.
Die tägliche Routine im alten Job und das Gefühl, am Ende des Tages nichts Sinnvolles geschaffen zu haben, führten bei ihr zu einem grundlegenden Umdenken. Diese Haltung ist typisch für eine bestimmte Altersgruppe, die häufig als Generation Z bezeichnet wird.
Der Begriff tauchte erstmals Anfang der 2000er-Jahre in einer wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschrift auf. Gemeint sind junge Menschen, die in einer digital geprägten Welt aufgewachsen sind. Mehrere Dutzend Millionen Menschen in Europa gehören inzwischen zu dieser Gruppe.
Sie folgt zeitlich auf die sogenannten Babyboomer und die Generation X.
Der Buchstabe „Z“ wird im Englischen wie „why“ ausgesprochen und steht sinnbildlich für das ständige Hinterfragen – eine Eigenschaft, die dieser Generation häufig zugeschrieben wird.
In Fachartikeln, Studien und Medien wird intensiv darüber diskutiert, welche Merkmale diese junge Generation auszeichnen.
Sie stellt traditionelle Autoritäten infrage und bewertet Freizeit und Selbstverwirklichung oft höher als beruflichen Aufstieg. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass sie nicht grundsätzlich arbeitsunwillig ist, sondern andere Vorstellungen von Zusammenarbeit und Führung hat. Deshalb versuchen Beraterinnen und Berater, Unternehmen neue Wege aufzuzeigen, wie sie diese qualifizierten, aber selbstbewussten Nachwuchskräfte gewinnen können. Inzwischen existieren zahlreiche Schulungen für erfahrene Führungskräfte.
Angehörige der Generation Z bevorzugen keine starren Hierarchien, sondern wünschen sich Eigenverantwortung, Mitsprache und Teamarbeit.
Sie möchten sich mit ihrer Arbeit identifizieren können, und ein respektvolles Arbeitsklima ist ihnen besonders wichtig. Trotzdem wird diese Generation häufig vorschnell negativ beurteilt.
Dabei wollen junge Menschen heute Verantwortung übernehmen, aktiv mitgestalten und Freude an ihrer Arbeit haben – nicht nur funktionieren.