Ob im Fernsehen, im Kino oder in Romanen – immer wieder dreht sich alles um dieselben Fragen: Wer hat das Verbrechen begangen? Welche Beziehung bestand zwischen Täter und Opfer? Und welches Motiv steckte dahinter? Ein sehr simples Grundprinzip – und dennoch außerordentlich erfolgreich. Seit dem Auftreten der ersten Kriminalgeschichten im 19. Jahrhundert greifen Autorinnen und Autoren dieses Grundmuster immer wieder auf und gestalten es spannend und unterhaltsam zugleich.
Die Wurzeln des literarischen Krimis reichen in das 19. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit entstanden erstmals staatliche Ermittlungsbehörden, die sich systematisch mit der Aufklärung von Straftaten befassten.
Bereits zu Beginn des Jahrhunderts wurde in einer großen europäischen Metropole eine spezielle Polizeieinheit gegründet, die von einem ehemaligen Straftäter geleitet wurde und sich besonders gut in der Unterwelt auskannte. Auch in den deutschsprachigen Ländern existierten gegen Ende des Jahrhunderts organisierte Polizeistrukturen. In einer Gesellschaft, die großen Wert auf Ordnung und Aufklärung legte, konnte sich der Kriminalroman daher schnell etablieren.
Wann genau der erste Kriminalroman erschien, lässt sich nicht eindeutig bestimmen.
Andere Literaturhistoriker gehen sogar noch weiter zurück und betrachten eine Erzählung aus dem späten 18. Jahrhundert als frühes Beispiel dieses Genres. Maßgeblich geprägt wurde diese Geschichte von einem französischen Juristen, der selbst zahlreiche reale Strafprozesse begleitet hatte.
Im Mittelpunkt standen dabei weniger spektakuläre Aktionen als vielmehr die psychologischen Hintergründe der Tat und die Beweggründe der Täter.
Auffällig ist, dass in frühen Kriminalromanen nicht staatliche Ermittler, sondern private Detektive die Hauptrollen übernahmen. Kein Zufall.
Moderne Krimis hingegen zeigen meist Polizeibeamte oder Ermittlerteams und zeichnen sie realistisch, manchmal fehlerhaft, aber glaubwürdig. In älteren Werken wurden Verbrechen häufig nur in wohlhabenden Gesellschaftsschichten angesiedelt.
Heute dagegen bilden Kriminalromane alle sozialen Milieus ab.
Inzwischen hat sich das Genre in viele unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt.
In einigen Städten gibt es sogar Buchhandlungen, die sich ausschließlich auf Kriminalliteratur spezialisiert haben und Leserinnen und Leser gezielt beraten, welcher Krimi zu ihren Interessen passt.