Von der beschwerlichen Seereise zum schwimmenden Urlaubshotel

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Sie lesen in einer Zeitschrift einen Artikel. Welche Sätze passen in die Lücken? Zwei Sätze passen nicht.

Noch vor etwa 200 Jahren wäre kaum jemand auf die Idee gekommen, aus freien Stücken eine Reise über das Meer zu machen. Die hölzernen Segelschiffe boten kaum Bequemlichkeit, und die Seeleute wie auch die Passagiere mussten Wind, Wetter und hohen Wellen trotzen. Entscheidend war daher nur ein Ziel: vor allem, den Hafen so schnell wie möglich und ohne Umwege zu erreichen.
Mit der Erfindung der Dampfschifffahrt überquerten schließlich die ersten Passagierschiffe den Atlantik von Europa nach Nordamerika. Schon bald begannen die Reedereien, immer größere und schnellere Schiffe zu bauen. Diese Entwicklung machte die Schifffahrt zu einem bedeutenden Transportmittel für Auswanderer, die ihre Heimat verließen, um in Amerika ihr Glück zu versuchen.
Tief unten im Schiffsrumpf waren die Reisenden in getrennten Bereichen untergebracht und mussten unter einfachen Bedingungen lange Zeit ausharren. In den oberen Klassen hingegen genoss man einen Komfort, der kaum hinter dem eines luxuriösen Grandhotels zurückstand.
Das Angebot reichte von festen Essenszeiten über Unterhaltungsprogramme bis hin zur vollständigen Versorgung der Reisenden auf hoher See.
Als eigentliche Geburtsstunde der Kreuzfahrt gilt jedoch erst das Ende des 19. Jahrhunderts, das eng mit Albert Ballin, dem Direktor der Hamburg-Amerika-Linie, verbunden ist. Da Überfahrten im Winter über den Atlantik als gefährlich und wenig attraktiv galten, standen die Schiffe in dieser Zeit oft leer im Hafen.
Ballin kam deshalb auf die Idee, die Schiffe für Erholungsreisen in wärmere Regionen einzusetzen. So stach das Schiff „Augusta Victoria" von Hamburg aus in Richtung Orient in See. An Bord befanden sich 241 Gäste, die sich zwei Monate lang ausschließlich dem Vergnügen widmeten und eine luxuriöse Seereise erlebten.
Diese erste Kreuzfahrt erwies sich als großer Erfolg.
Die Reisen waren zunächst ausschließlich wohlhabenden Gästen vorbehalten.
Zum festen Programm gehörten unter anderem der traditionelle Fünf-Uhr-Tee, musikalische Darbietungen sowie elegante Galadinner. Auch strenge Kleidervorschriften und mehrmaliges Umziehen pro Tag waren selbstverständlich.
Mit der Zeit passten die Reedereien ihr Angebot jedoch an, da Kreuzfahrten immer mehr Menschen anzogen.
Heute gibt es Seereisen für nahezu jedes Budget und jeden Geschmack. Die modernen Schiffe gleichen kleinen Städten auf dem Wasser und bieten ein nahezu unbegrenztes Freizeitangebot.
Ob eine Kreuzfahrt durch das Mittelmeer, in die Karibik oder bis in die Antarktis führt – heutzutage steht weniger das Ziel als vielmehr das Schiff selbst mit seiner besonderen Atmosphäre im Mittelpunkt des Erlebnisses.

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