Jugendlichen
Sie hören eine Ansage aus dem Radio. Zu dieser Ansage gibt es eine Aufgabe. Welche Lösung (a, b oder c) passt am besten?
Hörtext – Interview
J = Journalist / Journalistin
G = Gast (Frau Albrecht)
J:
Guten Abend und herzlich willkommen zu unserer Sendung. Heute sprechen wir über das Zusammenspiel von Familie und Beruf und darüber, wie Eltern den Alltag mit Jugendlichen organisieren. Bei mir im Studio ist Frau Albrecht. Sie arbeitet seit vielen Jahren in einer Beratungsstelle für Familien. Schön, dass Sie Zeit für uns haben.
G:
Guten Abend. Vielen Dank für die Einladung.
J:
Frau Albrecht, in den meisten Familien ist es heute ganz selbstverständlich, dass beide Elternteile arbeiten gehen. Laut aktuellen Zahlen arbeiten in Deutschland in über drei Viertel der Haushalte mit Jugendlichen beide Eltern zumindest in Teilzeit. Gerade mit Jugendlichen stellt sich dann oft die Frage, wie der Alltag gut organisiert werden kann.
G:
Das stimmt. Mit solchen Fragen kommen Eltern täglich zu uns. Viele müssen ihre Arbeitszeiten mit Schule, Freizeit und Betreuung der Jugendlichen verbinden. Gerade Teenager haben oft lange Tage, zum Beispiel durch Ganztagsschulen, Praktika oder zusätzliche Kurse. Manche Eltern arbeiten auch zu unterschiedlichen Zeiten, etwa früh morgens oder spät abends. Dann wird die Organisation noch komplizierter.
J:
Man hört ja oft, dass Jugendliche heute selbstständiger sind
als früher.
G:
Das ist teilweise richtig. Jugendliche können vieles allein regeln, aber sie brauchen trotzdem Begleitung. In unserer Beratung sehen wir, dass klare Strukturen gerade in diesem Alter wichtig sind. Interessant ist übrigens, dass laut Studien feste Tagesabläufe für Jugendliche oft wichtiger sind als viele Freizeitangebote.
J:
Was genau machen Sie in solchen Fällen?
G:
Wir beraten Eltern und versuchen, sie zu unterstützen. Zuerst schauen wir uns die persönliche Situation an, denn jede Familie ist ein bisschen anders. Manche Familien können auf Verwandte zurückgreifen, andere auf Freunde oder Nachbarn. Es gibt aber auch Eltern, die keine Hilfe im privaten Umfeld haben. Das betrifft übrigens nicht nur Großstädte, sondern auch kleinere Orte.
J:
Viele denken dann an Schulen oder Jugendangebote.
G:
Ja, solche Angebote gibt es. Allerdings ist es nicht immer einfach, einen passenden Platz in der Nähe zu finden. Gerade in manchen Wohngebieten reichen die vorhandenen Angebote nicht aus. Außerdem bieten nicht alle Schulen Programme an, bei denen Jugendliche auch am Nachmittag bleiben können. Das hängt oft vom Personal und von den Räumen ab.
J:
Welche Möglichkeiten gibt es dann?
G:
Es existieren private Angebote, zum Beispiel Lernstudios oder Freizeitprogramme. Diese sind jedoch häufig sehr teuer. Nach unseren Erfahrungen können sich viele Eltern solche Lösungen nicht dauerhaft leisten.
Aus diesem Grund hat die Stadt vor einigen Jahren reagiert und eigene Betreuungsangebote eingerichtet. Jugendliche können dort bereits am frühen Morgen kommen und bis zum späten Nachmittag bleiben. Am Nachmittag gibt es keinen zusätzlichen Unterricht, aber betreute Lernzeiten, in denen schulische Aufgaben erledigt werden können. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Eltern, die tagsüber arbeiten und keine andere Möglichkeit haben. Dafür muss man einen Antrag stellen. Im letzten Jahr haben übrigens deutlich mehr Familien einen solchen Antrag gestellt als noch vor fünf Jahren.
J:
Und wie sieht es aus, wenn nur ein Elternteil für die Jugendlichen da ist?
G:
Für Alleinerziehende gibt es ein zusätzliches Programm. Wir bringen sie miteinander in Kontakt und laden zu regelmäßigen Treffen ein. Dort können sie über ihre Situation sprechen und sich gegenseitig Tipps geben. Viele empfinden es als entlastend, mit Menschen zu sprechen,
die in einer ähnlichen Lage sind.
Einmal ist dabei etwas Besonderes passiert: Bei einem Treffen haben sich zwei Alleinerziehende kennengelernt und später geheiratet. Das ist natürlich eine schöne Geschichte, aber eher eine Ausnahme. Solche Erlebnisse geben mir persönlich viel Motivation für meine Arbeit.
J:
Zum Schluss noch eine Frage: Welche Angebote gibt es direkt für Jugendliche?
G:
Wir unterstützen sie bei schulischen Aufgaben und bieten zusätzlich Sport und verschiedene Freizeitaktivitäten an. Gerade sportliche Angebote kommen bei Jugendlichen sehr gut an. Hausaufgaben gehören zwar dazu, sind aber nicht besonders beliebt.
J:
Frau Albrecht, vielen Dank für das Gespräch und für die interessanten Einblicke.
G:
Sehr gern. Danke.
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