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Liebe Redaktion,
seit Anfang September arbeite ich neben meiner Ausbildung am Freitag- und am Samstagabend als Kellner in einer kleinen Kneipe in der Stadt Brückenau. Die Arbeit gefällt mir gut, weil ich gern mit Menschen zu tun habe. Trotzdem war am Anfang vieles neu für mich. Ich musste lernen, Bestellungen aufzunehmen, Getränke zu servieren und verschiedene Aufgaben hinter der Theke zu erledigen.
An einem Freitagabend vor drei Wochen passierte mir jedoch ein Fehler, den ich so schnell nicht vergessen werde. Die Kneipe war an diesem Abend sehr gut besucht. Fast alle Tische waren besetzt, und wir hatten viel zu tun. Gegen 20:30 Uhr bemerkte mein Chef Herr Lenz, dass ein Bierfass leer geworden war. Er bat mich, im Lagerraum ein neues Fass anzuschließen.
In unserer Kneipe gibt es zwei verschiedene Biersorten – Brückenauer Helles und Pils. Jede Sorte hat eine eigene Leitung. Herr Lenz hatte mir die Anlage zwar erklärt, aber ich hatte das Fass bisher noch nie allein gewechselt. Im Lagerraum standen mehrere Fässer nebeneinander. Ich nahm das neue Fass und schloss es an die Leitung an. Dabei glaubte ich, alles richtig gemacht zu haben.
Wenige Minuten später bestellte ein Gast am Tisch neben dem Fenster ein Pils. Ich füllte das Glas und brachte es ihm. Der Mann nahm einen Schluck und schaute mich überrascht an. Er sagte, dass das Bier anders schmecke als sonst. Zuerst dachte ich, dass er sich geirrt hatte. Kurz darauf meldete sich jedoch ein weiterer Gast mit derselben Bemerkung.
Mein Chef kontrollierte sofort die Anlage. Nach kurzer Zeit fand er den Fehler. Ich hatte ein Fass Brückenauer Helles genommen und an die Leitung für Pilsener Bier angeschlossen. Deshalb bekamen die Gäste nicht das Bier, das sie bestellt hatten. Mir war die Situation sehr unangenehm. Ich entschuldigte mich sofort bei den Gästen, die sich auf eine nette Art über mich lustigmachten.
Da nun beide Hähne der Zapfanlage schon belegt waren und wir das eben angeschlossene Fass nicht wieder von der Anlage lösen konnten, bevor es leer war, schickte mich mein Chef los, um aus der nahegelegenen Brauerei einen einfachen Zapfhahn zu besorgen. Damit schlugen wir das Fass auf der Theke an und brauchten so nach und nach alles auf.
Später sprach mein Chef noch einmal mit mir. Er war nicht wütend, sondern erklärte mir ruhig, worauf ich beim Wechseln der Fässer achten muss. Seitdem kontrolliere ich immer zweimal die Schilder an den Leitungen und Fässern.
Mit freundlichen Grüßen
David Krüger

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