Pflege (telc)
Deutsch

Situation: Sie haben drei neue Patienten auf die Station bekommen, die nur für kurze Zeit bleiben. Eigentlich sollen Sie für jeden eine Biographiearbeit machen, doch dafür fehlt Ihnen bei der knappen Zeit gerade die Ruhe.
Person A: Sag mal, hast du gesehen, dass wir drei neue Patienten bekommen haben? Sie bleiben nur kurz da, aber ich soll trotzdem für jeden eine Biographiearbeit machen. Bei der wenigen Zeit weiß ich gar nicht, wie ich das schaffen soll. Wie siehst du das?
Person B: Oh, das kenne ich gut, und es ist wirklich nicht leicht. Der erste Kollege auf der Karte findet die Biographiearbeit ja sehr wichtig. Er sagt, so lernen wir die Patienten besser kennen und erfahren mehr über ihre Gewohnheiten und Wünsche, und dadurch können wir sie persönlicher pflegen. Für ihn helfen diese Informationen sogar bei kurzem Aufenthalt. Da ist schon etwas dran. Wenn ich weiß, was ein Patient mag, geht vieles leichter. Aber meinst du nicht, dass das bei so kurzer Zeit kaum machbar ist?
Person A: Genau das frage ich mich auch. Die Kollegin in der Mitte sieht es ja nicht so streng, und das leuchtet mir ein. Sie sagt, es komme auf die Situation an. Die Biographiearbeit sei sinnvoll, aber nicht in jedem Fall nötig, denn bei kurzem Aufenthalt reichen oft die wichtigsten Angaben. Hauptsache, wir passen die Betreuung gut an. Ich sehe das ähnlich. Bei einem Patienten, der nach drei Tagen wieder geht, brauche ich nicht seine ganze Lebensgeschichte. Kennst du das auch?
Person B: Ja, das kenne ich gut. Manchmal fragt man so viel ab, dass es die Patienten eher müde macht. Genau davor warnt ja auch der dritte Kollege auf der Karte. Er meint, eine ausführliche Biographiearbeit sei vor allem in der Langzeitpflege wichtig, und bei kurzem Aufenthalt solle man sich auf die wichtigsten Daten beschränken, weil zu viele Fragen die Patienten belasten und oft einfach die Zeit fehlt. Das finde ich sehr vernünftig. Findest du nicht auch, dass weniger hier manchmal mehr ist?
Person A: Doch, da hast du recht. Wir sollten die Patienten nicht mit Fragen überfordern. Aber ganz weglassen würde ich die Biographiearbeit trotzdem nicht. Ein paar wichtige Dinge zu wissen, hilft uns ja allen. Vielleicht geht es weniger um ein klares Ja oder Nein, sondern darum, den richtigen Umfang zu finden. Meinst du nicht, dass wir das gut abstimmen könnten?
Person B: Doch, das wäre die beste Lösung. Wenn jeder das anders macht, gibt es nur Durcheinander. Ich denke, wir sollten uns auf eine kurze Form einigen, also nur die wichtigsten Punkte für Patienten, die kurz bleiben, und die volle Biographiearbeit für die, die länger da sind. So sparen wir Zeit und die Pflege bleibt trotzdem gut. Wollen wir das zusammen mit dem Team festlegen?
Person A: Auf jeden Fall. Wenn wir alle nach derselben Regel arbeiten, ist es für jeden klarer und einfacher. Dann sind wir uns also einig: Biographiearbeit ist wichtig, aber der Umfang sollte zur Aufenthaltsdauer passen. Lass uns beim nächsten Teamtreffen gemeinsam eine kurze und eine lange Form festlegen.
Person B: Genau so machen wir es. Gut, dass wir darüber geredet haben. Jetzt fühle ich mich bei den neuen Patienten gleich viel sicherer.

Haben Sie Fragen?
Fragen Sie unseren Assistenten!