Entschleunigung in den Bergen

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Ursprünglich stammt Miriam Keller aus Österreich und arbeitet hauptberuflich in der Landwirtschaft. Schon seit langer Zeit faszinieren sie Tiere mit ruhigem Wesen. Warum also nicht Lamas in ihre Heimat holen? Sie entschied sich dafür, mehrere Tiere zu kaufen und entwickelte daraus ein zusätzliches Standbein. Nachdem sich die Lamas an ihre neue Umgebung gewöhnt hatten, gründete sie ihr eigenes Unternehmen mit dem Namen „AlpakaBalance“. Heute organisiert sie geführte Wanderungen für Menschen, die unter beruflicher Erschöpfung leiden.

Die Tiere bestimmen das Tempo der Touren. Sie bewegen sich langsam und lassen sich nicht antreiben. Jedes Lama folgt seinem eigenen Rhythmus, und die Wandernden müssen sich darauf einstellen. Das Ziel ist eine Berghütte auf etwa 1.850 Metern Höhe. Während der Tour begleiten die Tiere die Teilnehmenden als tierische Ruhepole.

Jedes Lama besitzt einen eigenen Charakter. Besonders auffällig ist das Tier Milo, dessen weiches Fell im Wind weht, während er gemächlich voranschreitet. „Er ist sehr freundlich – genauso wie die anderen“, erklärt Miriam, „aber er reagiert empfindlich, wenn man ihn von hinten berührt.“ Deshalb informiert sie die Gruppe gleich zu Beginn über wichtige Verhaltensregeln. „Und keine Sorge“, fügt sie hinzu, „Lamas spucken nicht Menschen an – höchstens Artgenossen, wenn es ums Futter geht.“

Das Gepäck übernimmt das Lama Bruno. Lamas gelten als Lastentiere und können bis zu 23 Kilogramm tragen. Eine höhere Belastung wäre schädlich für ihren Rücken, weshalb man sie nicht reiten darf. Bruno ist sehr zutraulich und genießt es, am Hals gestreichelt zu werden. Sein Fell ist besonders weich und erinnert eher an feine Wolle als an das Fell eines Schafes. Beim Gehen frisst er alles, was ihm begegnet: Gräser, Kräuter und Blätter.

Die positive Wirkung von Lamas auf Menschen mit Erschöpfungssymptomen bestätigt auch Dr. Sabine Roth, Spezialistin für Mensch-Tier-Interaktion an der Universität Innsbruck. Ihrer Meinung nach sei es in der Therapie besonders wertvoll, Ruhe mit Bewegung in der Natur zu verbinden. Lamas eigneten sich dafür hervorragend, da sie Geduld erforderten und zur Achtsamkeit zwängen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass sich die Teilnehmenden bewusst auf den Kontakt mit den Tieren einlassen.

Während des Aufstiegs schweift der Blick der Wandernden immer wieder über die Landschaft. Greifvögel kreisen über den Hängen, Wolkenschatten ziehen über die Wiesen, und die Bäume wiegen sich im Wind. Man hört das Rascheln der Blätter und in der Ferne das Läuten von Weideglocken. Nach etwa 450 Höhenmetern wird eine Pause eingelegt, bei der Brot und Käse ausgepackt werden.

Auf dem Rückweg macht sich schließlich Erschöpfung bemerkbar. Die Beine werden schwer, die Schritte langsamer. Unten angekommen, lassen sich die Lamas auf der Wiese nieder, und auch die Teilnehmenden gönnen sich eine Ruhepause. Genau in diesem Moment wird vielen bewusst, wie angenehm es sein kann, müde zu sein – ohne sich ausgelaugt zu fühlen.

Eine Wanderung mit Lamas …

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Aufgabe 1

Eine Wanderung mit Lamas …

Richtige Antwort: ✅ verläuft in einem ruhigen Tempo.

Erklärung: Im Text steht, dass die Tiere das Tempo bestimmen, langsam gehen und sich nicht antreiben lassen. Die Wandernden müssen sich an den Rhythmus der Lamas anpassen. Das macht die Tour ausdrücklich entschleunigt.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
ist mit viel Druck verbunden – Genau das Gegenteil wird beschrieben: Die Lamas lassen sich nicht antreiben und wirken als Ruhepole.
startet direkt auf einem hohen Berg – Das Ziel liegt auf etwa 1.850 Metern, aber vom Start „direkt auf einem hohen Berg“ ist nicht die Rede.

a) ist mit viel Druck verbunden. b) verläuft in einem ruhigen Tempo. c) startet direkt auf einem hohen Berg.

 

Das Lama Milo …

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Aufgabe 2

Das Lama Milo …

Richtige Antwort: ✅ reagiert empfindlich auf Berührungen von hinten.

Erklärung: Miriam erklärt ausdrücklich, dass Milo empfindlich reagiert, wenn man ihn von hinten berührt. Deshalb nennt sie gleich zu Beginn wichtige Verhaltensregeln.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
spuckt Menschen an – Miriam beruhigt die Gruppe: Lamas spucken keine Menschen an, höchstens Artgenossen, wenn es ums Futter geht.
wird von den Teilnehmenden häufig gefüttert – Es wird nur erwähnt, dass Lamas höchstens beim Futter spucken können; häufiges Füttern durch Teilnehmende steht nicht im Text.

a) spuckt Menschen an. b) wird von den Teilnehmenden häufig gefüttert. c) reagiert empfindlich auf Berührungen von hinten.

 

Warum ist Reiten auf Lamas nicht erlaubt?

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Aufgabe 3

Warum ist Reiten auf Lamas nicht erlaubt?

Richtige Antwort: ✅ Weil ihr Rücken dafür nicht geeignet ist.

Erklärung: Im Text heißt es, Lamas können zwar Lasten tragen (bis zu 23 Kilogramm), aber eine höhere Belastung wäre schädlich für ihren Rücken. Deshalb darf man sie nicht reiten.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
Weil sie Menschen gegenüber scheu sind – Bruno wird als sehr zutraulich beschrieben, also nicht scheu.
Weil sie sich ständig beim Fressen bücken – Dass Bruno beim Gehen frisst, wird erwähnt, aber das ist nicht der Grund für das Reitverbot.

a) Weil sie Menschen gegenüber scheu sind. b) Weil ihr Rücken dafür nicht geeignet ist. c) Weil sie sich ständig beim Fressen bücken.

 

Welche Eigenschaften der Lamas unterstützen den therapeutischen Effekt?

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Aufgabe 4

Welche Eigenschaften der Lamas unterstützen den therapeutischen Effekt?

Richtige Antwort: ✅ Ihre Zurückhaltung und Gelassenheit.

Erklärung: Die Expertin erklärt, dass Lamas Geduld erfordern und zur Achtsamkeit zwingen. Außerdem bestimmen sie ein langsames Tempo und lassen sich nicht antreiben. Diese ruhige, gelassene Art unterstützt die gewünschte Wirkung.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
Ihre Offenheit und Nähe zum Menschen – Zutraulichkeit wird zwar bei Bruno erwähnt, aber der therapeutische Kern im Text ist Geduld, Achtsamkeit und ruhiges Tempo.
Ihre Disziplin und Folgsamkeit – Lamas werden gerade nicht als folgsam beschrieben: Sie lassen sich nicht antreiben und folgen ihrem eigenen Rhythmus.

a) Ihre Offenheit und Nähe zum Menschen. b) Ihre Disziplin und Folgsamkeit. c) Ihre Zurückhaltung und Gelassenheit.

 

Während des Aufstiegs …

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Aufgabe 5

Während des Aufstiegs …

Richtige Antwort: ✅ wird eine Pause eingelegt.

Erklärung: Im Text steht, dass nach etwa 450 Höhenmetern eine Pause gemacht wird. Dabei packen die Teilnehmenden Brot und Käse aus.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
weht ein starker Sturm – Es wird nur beschrieben, dass sich Bäume im Wind wiegen; ein starker Sturm wird nicht erwähnt.
kommen die Wandernden an einer Gaststätte vorbei – Von einer Gaststätte ist keine Rede; die Pause findet unterwegs statt, mit selbst mitgebrachtem Essen.

a) wird eine Pause eingelegt. b) weht ein starker Sturm. c) kommen die Wandernden an einer Gaststätte vorbei.

 

Am Ende der Wanderung …

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Aufgabe 6

Am Ende der Wanderung …

Richtige Antwort: ✅ bleiben alle noch eine Weile sitzen.

Erklärung: Unten angekommen legen sich die Lamas auf die Wiese, und auch die Teilnehmenden gönnen sich eine Ruhepause. Das bedeutet: Sie bleiben noch eine Weile sitzen bzw. ruhen sich aus.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
ist niemand mehr in der Lage, weiterzugehen – Es wird zwar Müdigkeit beschrieben, aber sie kommen unten an und können sich ausruhen; von völliger Unfähigkeit ist nicht die Rede.
müssen die Tiere noch versorgt werden – Eine Versorgung am Ende wird nicht erwähnt; es geht um das bewusste Erleben von angenehmer Müdigkeit.

a) bleiben alle noch eine Weile sitzen. b) ist niemand mehr in der Lage, weiterzugehen. c) müssen die Tiere noch versorgt werden.

 


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