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Deutsch
Lesen Sie den Text und die Aufgaben. Welche Lösung (a, b oder c) ist jeweils richtig?
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Wenn alte Kleidung neues Leben bekommt
Immer mehr junge Menschen kaufen gebrauchte Sachen statt neuer Mode
Ein Pullover kostet manchmal weniger als ein Mittagessen, lacht Lena Vogel. Die 27-jährige Lehrerin steht in einem kleinen Laden in der Münchner Innenstadt und sucht zwischen Kleiderbügeln nach einer warmen Jacke für den Herbst. Was viele für unmodern halten, ist heute ein wachsender Trend, vor allem unter jungen Stadtbewohnern.Wer Secondhand kauft, schützt die Umwelt, erklärt Stefan Bender, Mitarbeiter einer Hamburger Umweltorganisation. Für die Herstellung einer einzigen Jeans werden rund 8000 Liter Wasser verbraucht. Auch der Ausstoß von schädlichen Gasen in der Textilindustrie ist enorm. Wer alte Kleidung trägt, verlängert ihre Lebenszeit und reduziert den Müll. In Deutschland landen jedes Jahr ungefähr eine Million Tonnen Textilien im Abfall.Sandra Köhler, die einen Laden für gebrauchte Kleidung in Köln betreibt, berichtet von einer wachsenden Kundengruppe. Vor zehn Jahren kamen vor allem Menschen mit wenig Geld zu uns, sagt die 35-Jährige, die ihren Laden 2019 eröffnet hat. Heute besuchen uns Studenten, junge Familien und sogar gut verdienende Geschäftsleute. Diese Entwicklung freut mich, denn jedes verkaufte Stück bedeutet weniger Abfall und weniger neue Produktion. Frau Köhler hat vor ihrer Tätigkeit als Geschäftsfrau in einer Modefirma gearbeitet und kennt die Branche gut.Doch Secondhand ist nur ein Teil der Lösung, meint Bender. Genauso wichtig sei es, weniger Strom zu verbrauchen und mit Energie sparsam umzugehen. Wer beim Verlassen des Zimmers das Licht ausschaltet, den Stecker des Computers nach der Arbeit zieht und beim Kochen die Töpfe mit Deckeln zudeckt, kann seinen Energieverbrauch deutlich senken. Auch beim Heizen lässt sich viel sparen: Schon ein Grad weniger im Wohnzimmer bedeutet sechs Prozent weniger Heizkosten.Ein weiteres Problem ist die Schädigung der Atmosphäre. Bestimmte Gase, die früher in Kühlschränken und Spraydosen verwendet wurden, beschädigen die schützende Schicht über der Erde. Diese Schicht filtert die gefährlichen Strahlen der Sonne. Seit den 90er Jahren sind die schädlichen Stoffe in vielen Ländern verboten, doch die Erholung der Atmosphäre dauert noch lange. Auch das Klima leidet unter der Lebensweise der westlichen Industrieländer. Steigende Temperaturen, schmelzende Gletscher und häufigere Unwetter sind die Folgen.Was kann jeder tun?Die Lösung beginnt im Alltag, betont Bender. Wer einkauft, kann auf Verpackungen achten und zu regionalen Produkten greifen. Wer reist, kann häufiger den Zug statt das Flugzeug wählen. Und wer Kleidung braucht, findet im Secondhand-Laden oft genau das Richtige – zu einem Bruchteil des Preises.

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