Bei gutem Wetter wird in Deutschland gerne gegrillt. Die Folgen sind oft schon am nächsten Morgen in den Parks zu sehen: Berge von Abfall. Allein in Köln sammelten die städtischen Entsorgungsbetriebe an einem einzigen Wochenende rund 20 Tonnen Müll aus öffentlichen Grünanlagen ein.
Der Alltag ist komfortabel geworden. Den Einweggrill bekommt man im Baumarkt für 3,79 Euro inklusive Grillkohle und Anzünder. Kaffee trinkt man unterwegs „to go“, Hamburger werden in Styroporschalen verkauft. All das landet immer häufiger nicht im Mülleimer, sondern auf Plätzen, Straßen oder in Grünanlagen.
Vor allem in deutschen Großstädten sorgt dieser Lebensstil für Ärger. In Hamburg etwa verbringen Beschäftigte der Stadtreinigung sonnige Tage im Stadtpark oder am Elbufer damit, Müll einzusammeln, den andere achtlos weggeworfen haben. Weggeworfene Pappbecher und Essensreste gehören ebenso dazu.
Für achtlos abgestellte Coffee-to-go-Becher fallen bis zu 55 Euro Bußgeld an, falsch entsorgte Grillkohle kann mit bis zu 100 Euro bestraft werden. In Hamburg ist das Teil einer umfassenden Sauberkeitskampagne, mit der die Stadt seit Jahren versucht, Vermüllung einzudämmen. In Köln setzt man eher auf Aufklärung: An schönen Wochenenden „grüßt“ der Stadtreiniger mit dem Müllbeutel und erinnert freundlich daran, dass Abfall nicht in die Natur gehört.
Doch es bleibt nicht nur beim Müll im Park.
Sie sind ein Ausdruck dafür, wie bequem unser Alltag geworden ist. Verpackungen gibt es mittlerweile sogar an Müllkippen, selbst wenn sie in öffentlichen Papierkörben landen. Der „to go“-Trend ist ein zentraler Grund dafür, dass die Mülleimer häufig überfüllt sind.
Ist ein Behälter voll, landet der Abfall oft im Gebüsch oder auf dem Gehweg.
Kaffee spielt dabei eine besonders große Rolle. In Deutschland werden inzwischen jährlich rund 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher weggeworfen. Zwar greifen immer mehr Menschen zum Mehrwegbecher. „Sie aktiv für Köln“ entschied sich beispielsweise für einen Mehrwegbecher mit dem Slogan „Du hast es in der Hand!“. Doch unterwegs haben die meisten ihren eigenen Becher nicht dabei – der Einweg bleibt bequem.
Wer sich mit seinem Wohnumfeld wenig verbunden fühlt, kümmert sich auch weniger darum. Und wo kaum Kontrolle herrscht, entstehen schnell regelrechte Müll-Hotspots.
Dabei ist das nicht nur ein optisches Problem.
Abfälle zerfallen zu Mikroplastik und stellen eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Außerdem ist die Beseitigung teuer. In Hamburg stammen die Mittel aus der Stadtkasse.
Bei der jährlichen Aktion „Hamburg räumt auf“ sammelten Freiwillige im vergangenen Jahr an einem einzigen Wochenende 193 Tonnen Müll – so wenig wie seit über 20 Jahren nicht mehr. Im Jahr davor waren es noch 333 Tonnen.