Au‑pair‑Jahr in Spanien
Sie hören eine Ansage aus dem Radio. Zu dieser Ansage gibt es eine Aufgabe. Welche Lösung (a, b oder c) passt am besten?
R = Reporter / Reporterin
L = Laura, 21 Jahre alt, Au‑pair in Spanien
R:
Guten Tag und herzlich willkommen zu unserer heutigen Sendung. Viele junge Menschen träumen davon, eine Zeit im Ausland zu verbringen, eine neue Kultur kennenzulernen und gleichzeitig praktische Erfahrungen zu sammeln. Eine Möglichkeit dafür ist ein Au‑pair‑Aufenthalt. Heute ist Laura bei uns im Studio. Sie ist 21 Jahre alt und hat ein Jahr als Au‑pair in Spanien gelebt. Schön, dass du da bist, Laura.
L:
Danke für die Einladung. Ich freue mich, hier zu sein.
R:
Laura, vielleicht erklärst du unseren Zuhörerinnen und Zuhörern zuerst, was man als Au‑pair eigentlich macht.
L:
Gern. Als Au‑pair lebt man bei einer Gastfamilie, bekommt dort ein eigenes Zimmer und wird vollständig verpflegt. Dafür hilft man der Familie im Alltag, vor allem bei der Kinderbetreuung. Man bekommt außerdem ein Taschengeld – bei mir waren das 95 Euro pro Woche. Die Hin‑ und Rückreise wurde ebenfalls übernommen, das ist bei vielen Agenturen inzwischen Standard.
R:
Wie bist du auf die Idee gekommen, nach Spanien zu gehen?
L:
Ich studiere eigentlich an einer pädagogischen Hochschule, weil ich später Grundschullehrerin werden möchte. Aber ich wollte unbedingt einige Monate im Ausland verbringen, um mein Spanisch zu verbessern. Spanien war für mich perfekt: gutes Wetter, interessante Kultur und viele Familien, die Au‑pairs suchen. Laut einer aktuellen Statistik leben jedes Jahr über 20.000 Au‑pairs in Spanien – die Nachfrage ist riesig.
R:
Hattest du schon Erfahrung mit Kindern?
L:
Ein bisschen. Ich habe früher Nachhilfe gegeben und in einer Kindergruppe ausgeholfen. In meiner Gastfamilie gab es zwei Jungs: Mateo, fünf Jahre alt, und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Leo. Ich hatte keine großen Schwierigkeiten mit ihnen, aber bevor ich zur Familie kam, habe ich an einem dreitägigen Vorbereitungskurs teilgenommen.
R:
Was wurde dort gemacht?
L:
Der Kurs hieß „Au‑pair en España“. Es waren 118 Teilnehmerinnen aus 19 verschiedenen Ländern dabei. Die Kursleiterin hat uns erklärt, wie das Leben in spanischen Familien aussieht, welche Erwartungen die Eltern haben und welche Regeln gelten. Wir haben auch kurze Videos gesehen, die typische Alltagssituationen zeigen.
R:
Welche Regeln muss man als Au‑pair beachten?
L:
Es gibt einige. Zum Beispiel möchten viele Familien nicht, dass man vor den Kindern raucht. Außerdem darf man in Spanien keinen Alkohol trinken, wenn man unter 18 ist. Und natürlich darf man Kinder niemals schlagen – das ist überall verboten. Man betreut die Kinder etwa 45 Stunden pro Woche und hilft ein wenig im Haushalt. Manchmal kocht man, aber Putzen gehört normalerweise nicht dazu.
R:
Hattest du Heimweh?
L:
Wenig. Ich hatte viel zu tun, und meine Gastfamilie hat mich wie eine große Tochter behandelt. Wenn man aber mal Probleme hat oder sich einsam fühlt, kann man sich an die Kursleiterin wenden. Sie hört zu und hilft weiter, wenn es Schwierigkeiten gibt. Das fand ich sehr beruhigend.
R:
Konntest du auch etwas vom Land sehen?
L:
Ja, auf jeden Fall. Ich war ein Jahr bei der Familie, hatte aber eine Aufenthaltserlaubnis für 13 Monate. Ich habe fast mein ganzes Taschengeld gespart und bin danach noch einen Monat durch Spanien gereist – von Barcelona bis Sevilla. Das war ein tolles Erlebnis.
R:
Laura, vielen Dank für das Gespräch.
L:
Sehr gern.
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