Hotel Mama

Lesen Sie den Text und die Aufgaben. Welche Lösung (a, b oder c) ist jeweils richtig?

27% (15 von 56 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)

Wenn das Kinderzimmer zum Dauerzimmer wird
Warum immer mehr junge Erwachsene bei den Eltern bleiben
Von Stefan Wagner

In der Küche der Familie Roth in Köln duftet es nach frischem Kaffee. Am Tisch sitzt Lukas Roth, 27 Jahre alt, und liest die Zeitung. Lukas arbeitet seit drei Jahren als Programmierer in einer mittelgroßen Firma. Sein Gehalt ist nicht schlecht. Trotzdem wohnt er noch bei seinen Eltern. Eine eigene Wohnung in der Innenstadt würde mehr als die Hälfte meines Lohnes verschlingen, erzählt der junge Mann. Außerdem koche ich überhaupt nicht gern und bei meiner Mutter schmeckt es immer hervorragend.
Lukas ist kein Einzelfall. Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden zeigt: 43 Prozent der jungen Deutschen zwischen 20 und 30 Jahren leben heute noch im Elternhaus. Vor zwanzig Jahren lag dieser Anteil noch bei 28 Prozent. Besonders deutlich steigt die Zahl bei den 25- bis 29-jährigen. Bei den über 30-jährigen sinkt der Anteil auf 12 Prozent.
Der wichtigste Grund für das Bleiben sind die Mietkosten. In Großstädten wie München, Frankfurt oder Hamburg muss ein Single oft mehr als 1100 Euro für eine kleine Wohnung bezahlen. Aber auch praktische Vorteile spielen eine Rolle. Wer zu Hause wohnt, spart Geld für Lebensmittel, Reinigung und manchmal auch für die Wäsche.
Die Soziologin Dr. Andrea Becker vom Familieninstitut Hamburg sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. In südeuropäischen Ländern wie Italien oder Spanien sei das lange Bleiben im Elternhaus seit jeher normal und werde nicht hinterfragt. In Schweden hingegen gilt es als merkwürdig, wenn jemand mit Mitte zwanzig noch zu Hause lebt. Solche Personen werden manchmal sogar in den Medien lächerlich gemacht und müssen mit gesellschaftlichen Strafen rechnen. Bei uns in Deutschland macht heute kaum jemand einen Vorwurf daraus, junge Menschen werden hierzulande nicht negativ beurteilt, wenn sie länger im Elternhaus bleiben, erklärt Dr. Becker.
Doch nicht alles am sogenannten Hotel Mama ist positiv. Wer zu lange bei den Eltern bleibt, kann Probleme bekommen. Das musste auch Sandra L. aus Düsseldorf feststellen. Mit 31 Jahren wohnte sie immer noch im Kinderzimmer. Ihre Beziehung scheiterte, weil mein Freund das nicht akzeptieren konnte, erzählt sie heute. Auch im Beruf gab es Schwierigkeiten. Kollegen behandelten sie nicht ernst. Eine zu enge Bindung zu den Eltern kann das Erwachsenwerden behindern.
Wie kann man die richtige Balance finden? Familienberater empfehlen, ab dem 25. Lebensjahr klare Vereinbarungen zu treffen: einen festen Beitrag zur Miete zahlen, im Haushalt mithelfen und eigene Pläne für die Zukunft entwickeln. Dann kann das Wohnen bei den Eltern auch im Erwachsenenalter funktionieren. Schließlich geht es nicht darum, wer wo schläft, sondern darum, wie man miteinander umgeht.

Lukas Roth wohnt noch bei seinen Eltern,

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Richtige Lösung: B

Schlüsselstellen:
„… würde mehr als die Hälfte meines Lohnes verschlingen“
„… koche ich überhaupt nicht gern …“

Logik:
Es gibt zwei Gründe: hohe Mietkosten + praktische Vorteile im Alltag

Paraphrase:
„zu teuer + bequem“ → „finanzielle und alltagspraktische Vorteile“

Falle bei A:
Zeit („seit drei Jahren“) wird erwähnt → aber nicht als Grund

Falle bei C:
Gegenteil im Text: „Gehalt ist nicht schlecht“

weil er erst seit kurzem in seinem Beruf arbeitet. weil er finanzielle und alltagspraktische Vorteile sieht. weil er kein eigenes Einkommen hat.

 

In Deutschland

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Richtige Lösung: C

Schlüsselstelle:
„… macht heute kaum jemand einen Vorwurf daraus“

Logik:
In Deutschland wird dieses Verhalten gesellschaftlich akzeptiert

Paraphrase:
„kein Vorwurf“ → „macht es niemand zum Thema / wird nicht kritisiert“

Falle bei A:
Verwechslung mit Schweden → dort ist es negativ

Falle bei B:
Thema Miete kommt vor → aber es wird nichts über sinkende Preise gesagt

wird das lange Wohnen im Elternhaus heute als unhöflich empfunden. sind die Mietkosten in den Großstädten gesunken. macht es niemand zum Thema, wenn junge Menschen länger zu Hause leben.

 

Eine Studie des Bundesinstituts hat ergeben,

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Richtige Lösung: B

Schlüsselstelle:
„43 Prozent … heute … Vor zwanzig Jahren … 28 Prozent“

Logik:
Vergleich zeigt: Zahl ist gestiegen → mehr junge Menschen bleiben zu Hause

Paraphrase:
„43% statt 28%“ → „häufiger als früher“

Falle bei A:
„alle“ → Übertreibung, im Text nur Prozentzahlen

Falle bei C:
12% beziehen sich auf über 30-Jährige, nicht auf 20–30-Jährige

dass alle jungen Erwachsenen lieber bei den Eltern wohnen würden. dass das Wohnen bei den Eltern heute häufiger ist als vor zwei Jahrzehnten. dass 12 Prozent der 20- bis 30-jährigen ausgezogen sind.

 

Die Soziologin Andrea Becker meint,

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Richtige Lösung: A

Schlüsselstelle:
„… in Schweden … werden manchmal sogar … lächerlich gemacht …“

Logik:
Schweden = negative gesellschaftliche Bewertung

Paraphrase:
„lächerlich gemacht / Strafen“ → „negativ beurteilt“

Falle bei B:
Südeuropa wird erwähnt → aber nur als normal, nicht als Verbot

Falle bei C:
Deutschland wird erwähnt → aber ohne Zwang

dass man in Schweden für das lange Wohnen zu Hause negativ beurteilt wird. dass in italienischen Familien junge Menschen nie ausziehen dürfen. dass deutsche Eltern ihre Kinder zum Bleiben zwingen.

 

Probleme im Erwachsenenleben kann es geben,

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Richtige Lösung: C

Schlüsselstellen:
„… eine zu enge Bindung … kann das Erwachsenwerden behindern“
„… Beziehung scheiterte … Kollegen behandelten sie nicht ernst“

Logik:
Problem entsteht nicht durch Wohnen selbst, sondern durch fehlende Selbstständigkeit

Paraphrase:
„zu enge Bindung“ → „sich nicht von den Eltern lösen“

Falle bei A:
Wohnungssuche wird erwähnt → aber nicht als Problemursache

Falle bei B:
Miete wird erwähnt → aber nicht als Problem im Familienkontext

wenn man eine eigene Wohnung sucht. wenn die Eltern zu hohe Miete verlangen. wenn man sich nicht von den Eltern lösen kann.

 


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