In der Mensa
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Sophie: Timo! Hallo! Ist hier noch frei?
Timo: Klar, setz dich. Na, wie geht’s?
Sophie: Ganz gut. Aber du siehst ja total müde aus. Lange Nacht gehabt?
Timo: Kann man so sagen. Ich hab bis sechs Uhr früh gearbeitet.
Sophie: Gearbeitet? Ich dachte, du schreibst gerade an deiner Seminararbeit.
Timo: Ja, schon, aber nebenbei jobbe ich seit dem Sommer im Lager von so einem großen Möbelhaus. Angestellt bin ich aber bei einer Zeitarbeitsfirma – die schickt mich nur dorthin. Viele glauben, ich gehöre zum Möbelhaus, weil ich die gleiche Jacke trage wie alle anderen.
Sophie: Und was machst du da genau?
Timo: Ich packe Bestellungen für den Online-Shop. Regale, Lampen, Stühle … alles kommt in Kartons, und die trage ich dann zur Rampe, wo die Lkws stehen.
Sophie: Na, dann sparst du dir wenigstens das Fitnessstudio!
Timo: Das sagt meine Mutter auch. Aber die Kartons wiegen oft zwanzig, dreißig Kilo. Und das jede Nacht.
Sophie: Hm, und dann auch noch nachts … Also, gesund klingt das nicht gerade.
Timo: Ach, man gewöhnt sich dran.
Sophie: Gibt’s da eigentlich keine Regeln? Helm, Handschuhe, so was?
Timo: Doch, Sicherheitsschuhe zum Beispiel sind Pflicht.
Sophie: Und wie ich dich kenne, arbeitest du trotzdem in deinen Turnschuhen.
Timo: Erwischt. Die Sicherheitsschuhe sind einfach so schwer … Wenn der Schichtleiter das sieht, gibt’s eine Abmahnung. Aber bis jetzt hat er nichts gemerkt.
Sophie: Und lohnt sich das wenigstens?
Timo: Na ja, reich wird man davon nicht. Für Nachtarbeit hätte ich ehrlich gesagt mit mehr gerechnet.
Sophie: Und wenn mal was schiefgeht? Musst du das dann bezahlen?
Timo: Nein. Wenn zum Beispiel ein Stuhl im falschen Karton landet, weil im System die falsche Nummer steht, ist das nicht meine Schuld. Das passiert öfter, als man denkt. Ärger mit dem Schichtleiter gibt’s trotzdem.
Sophie: Typisch.
Timo: Und krank werden ist auch keine gute Idee. Meine Kollegin Aylin hatte im Herbst eine Bronchitis und war zwei Wochen zu Hause. Danach hat die Firma ihren Vertrag einfach nicht mehr verlängert. Aus, vorbei.
Sophie: Das ist ja unfair! … Sag mal, was ist denn mit deiner Hand passiert?
Timo: Halb so schlimm. Letzte Woche ist mir ein Karton auf die Finger gefallen. Ein Kollege hat mich gleich verbunden.
Sophie: Siehst du, genau das meine ich. Willst du dir nicht was anderes suchen? In der Unibibliothek brauchen sie immer wieder Aushilfen. Schau doch mal auf deren Webseite.
Timo: Stimmt, das wär eine Idee. Im Frühling hab ich ja sowieso Prüfungen, da schaffe ich die Nachtschichten eh nicht.
Sophie: Ich könnte das nicht – nachts arbeiten und tagsüber Vorlesungen … Oh, ist das dein Handy?
Timo: Ja, mein Mitbewohner. Ich muss los, wir kochen heute zusammen.
Sophie: Na dann, schlaf dich mal aus! Und meld dich am Wochenende, ja?
Timo: Mach ich. Ciao!
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