Soziale Medien im Pflegeberuf

Soziale Medien im Pflegeberuf

Situation: Ein Patient, den Sie betreuen, schickt Ihnen eine Freundschaftsanfrage auf Facebook. Nun überlegen Sie, ob Sie ihn in Ihren privaten sozialen Netzwerken annehmen sollen oder nicht.

Beispiel

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Person A: Sag mal, mir ist heute etwas Komisches passiert. Einer meiner Patienten hat mir eine Freundschaftsanfrage auf Facebook geschickt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich damit umgehen soll. Soll ich annehmen oder lieber nicht? Wie würdest du das machen?

Person B: Oh, das ist wirklich eine knifflige Frage, und ich bin mir da auch nicht ganz sicher. Der erste Kollege auf der Karte sieht das ja eher locker. Er meint, soziale Netzwerke könnten den Kontakt manchmal sogar erleichtern, weil sich viele Menschen dort über alle möglichen Themen austauschen, und solange beide Seiten einverstanden sind, sei daran nichts Schlimmes. Da ist schon etwas dran. Manchmal entsteht so ja ein netter, persönlicher Draht. Aber bei einem Patienten habe ich trotzdem ein ungutes Gefühl. Geht es dir auch so?

Person A: Ja, genau das beschäftigt mich auch. Die Kollegin in der Mitte rät ja zur Vorsicht, und das leuchtet mir sehr ein. Sie findet, man sollte Beruf und Privatleben besser auseinanderhalten, weil nicht jeder seine persönlichen Sachen mit anderen teilen möchte, und deshalb seien klare Grenzen wichtig. Ich sehe das ähnlich. Auf meinem Profil sind Urlaubsfotos und Bilder von meiner Familie, und das gehört für mich einfach nicht in den Arbeitskontext. Achtest du auch so darauf, was privat bleibt?

Person B: Ja, sehr sogar. Ich poste privat zwar nicht viel, aber was ich teile, soll wirklich nur für Freunde und Familie sein. Genau deshalb verstehe ich auch den dritten Kollegen auf der Karte gut. Er würde so eine Anfrage eher ablehnen, weil private Bilder und persönliche Inhalte nicht für jeden gedacht sind und außerdem leicht Missverständnisse entstehen können. Ihm ist ein professioneller Abstand sehr wichtig. Findest du nicht auch?

Person A: Doch, da hast du völlig recht. Wenn die Beziehung zu privat wird, kann das schnell unangenehm werden, für beide Seiten. Trotzdem möchte ich den Patienten natürlich nicht vor den Kopf stoßen. Er meint es ja sicher nett. Ich frage mich, wie man freundlich Nein sagen kann, ohne ihn zu verletzen. Hast du eine Idee, wie wir das gut lösen?

Person B: Doch, ich denke schon. Wir sollten ihm ruhig und freundlich erklären, dass wir aus beruflichen Gründen grundsätzlich keine Patienten in unseren privaten Netzwerken annehmen, dass das also nichts Persönliches gegen ihn ist. So fühlt er sich nicht abgelehnt. Und ich finde, so eine Regel sollten wir nicht jeder für sich erfinden. Wäre es nicht besser, wenn wir im Team eine einheitliche Linie hätten?

Person A: Auf jeden Fall. Wenn wir alle dasselbe sagen, wirkt es viel klarer und niemand fühlt sich ungerecht behandelt. Dann sind wir uns also einig: Den Kontakt über soziale Medien lehnen wir bei Patienten freundlich, aber bestimmt ab und halten Beruf und Privates getrennt. Lass uns das beim nächsten Teamtreffen gemeinsam ansprechen, damit wir alle eine einheitliche Regel haben.

Person B: Genau so machen wir es. Gut, dass wir darüber geredet haben. Jetzt weiß ich genau, wie ich dem Patienten freundlich antworten kann.

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