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Deutsch
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Hamburgerin geht in Frankreich auf Empfang
Drei Monate Praktikum für junge Norddeutsche im Land der Eleganz
Manchmal komme ich mir vor wie eine Botschafterin, lacht Sabine Kröger. Das Bild von den Deutschen, die diszipliniert sind, viel arbeiten und kein Lächeln auf den Lippen tragen, hält sich ihrer Meinung nach in der Vorstellung Frankreichs ganz hartnäckig und wird vor allem in der Fernsehwerbung ständig wiederholt. Dagegen kämpfe ich, sagt die 26-Jährige selbstbewusst, die derzeit ein dreimonatiges Praktikum am Institut für Internationale Beziehungen in Lyon absolviert und so oft es geht über ihre Heimat erzählt.
An der Uni in Lyon darf die Hamburger Studentin neben dem Hospitieren auch selbst unterrichten. Das Interesse der Studenten und Dozenten an der deutschen Sprache, an Geschichte und Gegenwart Deutschlands ist groß. Richtig in Fahrt kommt Sabine, wenn es um die Wiedervereinigung geht und darum, wie sich der Norden nach der Wende entwickelt hat. Die Möglichkeiten, die ich heute habe, hatten meine Eltern nicht, sagt sie. So ging sie nach dem Studium als Au-Pair-Mädchen nach Belgien und machte im Rahmen studentischer Austauschprogramme bereits Praktika in Frankreich und der Schweiz.
Einen Vorgeschmack vom französischen Alltag gab es bereits während des einwöchigen Einführungsseminars in Paris, schwärmt Marlene Bittner. Die Stadt ist lebendig, und wir hatten jede Menge Spaß. Auf dem Programm standen Ausflüge, und dazu hörten sie jede Menge Vorträge zur europäischen Politik, zum Kampf gegen den Klimawandel, zur kulturellen Entwicklung Frankreichs und zur Bildungspolitik. In Bordeaux, wo die Studentin für Kommunikations- und Medienwissenschaft die Arbeit eines Radiosenders kennenlernt, steht sie nach einigen Tagen selbst vor dem Mikrofon und darf Beiträge für den Sender produzieren. Ich bin absolut glücklich, sagt die 24-Jährige.
Janine Holm, die dritte Hamburgerin in der Gruppe, hat es nach Marseille verschlagen. Nach dem Abitur hat sie Hotelfachfrau gelernt und in der Hotelkette Royal Coast erste Erfahrungen gesammelt. Anfangs erzählt die 24-Jährige hatte ich großes Heimweh, es sind doch einige hundert Kilometer weg von Hamburg. Doch dann stelle ich mich der Direktorin im besten Französisch vor, worauf sie auf Deutsch antwortete, dass es sie wahnsinnig freut, dass ich ihr im Empfang helfen will.
Die drei Frauen zählen zu den 25 jungen Berufsanfängerinnen aus Norddeutschland, die unter 1800 Bewerberinnen der Élysée-Initiative ausgewählt wurden und ein dreimonatiges Praktikum in Frankreich absolvieren. Bei der Auswahl der Praktikantinnen legt man auch auf Auslandserfahrung Wert. Schließlich geht es nicht darum, dass die Teilnehmerinnen ein paar schöne Wochen im Land der Eleganz erleben. Die Unternehmen stellen zumeist hohe Anforderungen.

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