Goethe
Deutsch
Lesen Sie den Text und die Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
0% (0 von 12 Personen konnten beim ersten Mal richtig antworten)
Der Stadtrat steht vor einer schwierigen Abwägung
(aus einer Regionalzeitung)
In einem neunseitigen Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt, schlägt die RegioEnergie GmbH den Bau neuer Windräder am Stadtrand von Langenbruch vor. Der Vorschlag ist das Ergebnis einer großen Studie über die Möglichkeiten der Region, umweltfreundlich Energie zu produzieren. Die neuen Windräder stünden im südlichen Gemeindegebiet, zwischen den Ortsteilen Hehn und Kosberg, nahe der Stadtgrenze von Ritzdorf. Offenbar ist die Planung schon weit fortgeschritten, und offenbar hat man zu den Besitzern der betroffenen Grundstücke bereits Kontakt aufgenommen. Viele von ihnen, so heißt es in dem Schreiben, seien bereit, Teile ihres Landes an die RegioEnergie zu verkaufen. Dadurch stehen die Ratsmitglieder unter Druck, dem Vorhaben zuzustimmen.
Es gibt aber viele Bedenken. Die neuen Windkraftanlagen stünden direkt am Rand eines Vogelschutzgebietes. Würden sie zu den Wohnhäusern der Ortsteile genug Abstand halten? Bei einem Windpark der RegioEnergie 30 Kilometer weiter östlich, nahe Feltburg, gibt es schon seit einem Jahr viele Beschwerden von Anwohnern wegen Lärm und Schatten, passiert ist aber noch nichts. „Schließlich“, so argumentiert ein Ratsmitglied, „ist das versprochene Geld für die Gemeinde ein Witz: Die 0,3 Cent pro Kilowattstunde, die an die Gemeinde gehen sollen, werden vollständig auf die Stromkunden umgelegt – also in Wirklichkeit von den Langenbruchern mit ihrer Stromrechnung selbst bezahlt.“
Die Schönheit der Landschaft sei das eigentliche Kapital der Region, fährt das Ratsmitglied fort. Die Leute kämen wegen der hohen Lebensqualität hierher, sie suchten Ruhe, Gesundheit, Natur. „Wenn wir das gefährden, haben wir viel mehr verloren, als wir durch die Stromerzeugung gewinnen können – egal, was mit dem Klimawandel ist.“
Tatsächlich begründet die RegioEnergie GmbH ihr Vorhaben mit dem Klimawandel. Wir hätten keine Zeit zu verlieren, so heißt es in dem Schreiben. Alle müssten zusammenarbeiten, um die Energieversorgung Deutschlands für die Zukunft zu sichern.

Haben Sie Fragen?
Fragen Sie unseren Assistenten!