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Liebe Redaktion,
seit einem Jahr wohne ich in einer Wohngemeinschaft in der Stadt Talheim. Unsere WG besteht aus drei Personen: mir, meiner Mitbewohnerin Jana und meinem Mitbewohner Leon. Bisher haben wir uns immer gut verstanden. Vor einigen Wochen gab es jedoch einen Streit, den wir nicht erwartet hatten.
Unsere Wohnung hat drei Zimmer. Als wir eingezogen sind, haben Jana und ich die beiden größeren Zimmer bekommen. Leon erhielt das kleinste Zimmer, weil er damals nur wenige Möbel hatte und mit der Aufteilung einverstanden war. Dafür zahlte er auch eine niedrigere Miete. Lange Zeit war das für alle in Ordnung.
Anfang dieses Jahres änderte sich die Situation. Leon begann eine neue Arbeit und arbeitete oft von zu Hause aus. Deshalb verbrachte er viel mehr Zeit in seinem Zimmer als früher. Eines Abends sagte er in der Küche, dass sein Zimmer für Schreibtisch, Regal und andere Möbel zu klein sei. Er fragte, ob er eines der größeren Zimmer bekommen könne.
Zuerst dachte ich, dass wir schnell eine Lösung finden würden. Jana war jedoch nicht begeistert von der Idee. Sie hatte ihr Zimmer erst vor wenigen Monaten neu eingerichtet und wollte nicht umziehen. Leon war darüber enttäuscht. In den nächsten Tagen wurde die Stimmung in der WG schlechter. Beim gemeinsamen Abendessen sprachen wir kaum noch miteinander.
Eine Woche später beschlossen wir, uns an einem Sonntag um 18 Uhr zusammenzusetzen und in Ruhe über das Problem zu sprechen. Jeder sollte seine Meinung erklären. Während des Gesprächs wurde deutlich, dass Leon das größere Zimmer nicht nur wegen seiner Möbel wollte. Er brauchte auch einen ruhigen Arbeitsplatz für seine täglichen Videokonferenzen.
Während wir die Zimmer noch einmal genau verglichen, bemerkten wir einen Fehler in unserem alten Mietplan. Das Zimmer von Jana war zwar größer als das von Leon, aber mein Zimmer war nur einen Quadratmeter größer als seines. Bisher hatte niemand darauf geachtet.
Nach dieser Entdeckung fanden wir leichter eine Lösung. Ich erklärte mich bereit, mit Leon die Zimmer zu tauschen. Mein Zimmer war einfacher einzurichten, und ich arbeitete nur selten von zu Hause aus. Am folgenden Wochenende halfen Jana und ich ihm beim Umzug seiner Möbel.
Heute ist die Stimmung in unserer WG wieder gut. Der Streit war unangenehm, aber wir haben gelernt, offen miteinander zu sprechen. Manchmal kann ein ruhiges Gespräch mehr helfen als viele Tage voller Ärger.
Liebe Grüße
Miriam Köhler

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