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Liebe Redaktion,
in den ersten zwei Juliwochen habe ich als Betreuerin in einem Ferienlager am Meer gearbeitet. Das Lager lag in der kleinen Küstenstadt Seedorf. Dort verbrachten 36 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren ihre Ferien. Jeden Tag gab es verschiedene Aktivitäten. Besonders gut erinnere ich mich an den Sandburgenwettbewerb.
Die Idee für den Wettbewerb kam von meinem Kollegen Felix. Die Kinder sollten in kleinen Gruppen große Sandburgen bauen. Da ich im vergangenen Jahr schon bei einem ähnlichen Wettbewerb geholfen hatte, bat mich die Lagerleitung, die fertigen Burgen zu bewerten. Gemeinsam mit Felix legte ich drei Kriterien fest: Größe, Kreativität und Stabilität. Jedes Kriterium konnte höchstens zehn Punkte bekommen.
Der Wettbewerb begann um 10 Uhr morgens am Strand direkt vor dem Ferienlager. Die Kinder bildeten neun Gruppen mit jeweils vier Personen. Jede Gruppe erhielt einen Eimer, eine kleine Schaufel und eine Fahne mit einer Nummer. Danach hatten die Kinder zwei Stunden Zeit für ihre Bauwerke.
Während des Wettbewerbs gingen Felix und ich regelmäßig über den Strand und beantworteten Fragen. Die meisten Gruppen arbeiteten sehr konzentriert. Einige bauten hohe Türme, andere gruben breite Wassergräben um ihre Burgen. Gegen 11.30 Uhr waren die ersten Burgen fast fertig.
Weil die Flut vorrückte, passierte es, dass eine starke Welle den unteren Teil des Strandes erreichte und zwei Sandburgen beschädigte. Die Kinder dieser Gruppen waren sehr enttäuscht. Einige glaubten sogar, dass sie keine Chance mehr auf einen guten Platz hätten. Felix und ich entschieden deshalb, die Bauzeit um 20 Minuten zu verlängern. So konnten die betroffenen Gruppen ihre Burgen vor der Flut schützen.
Um 12.20 Uhr begann die Bewertung. Felix notierte die Punkte, während ich jede Burg genau ansah. Besonders beeindruckte mich die Burg der Gruppe 7. Sie hatte vier Türme, einen großen Innenhof und einen Wassergraben. Außerdem blieb sie trotz der Wellen fast unbeschädigt.
Nach der Auswertung versammelten sich alle Kinder vor dem Lagergebäude. Die Gruppe 7 gewann mit 27 von 30 möglichen Punkten. Als Preis erhielt jedes Kind dieser Gruppe ein kleines Notizbuch. Die zweit- und drittplatzierten Gruppen bekamen bunte Stifte.
Am Ende des Tages waren die Kinder stolz auf ihre Arbeit. Auch ich hatte viel Freude bei der Bewertung. Der Wettbewerb zeigte, wie gut die Kinder zusammenarbeiten konnten. Deshalb war dieser Tag einer der schönsten Momente meines Aufenthalts im Ferienlager.
Liebe Grüße
Laura Steinberg

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