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Liebe Redaktion,
im vergangenen Herbst hatte ich die Möglichkeit, ein dreimonatiges Praktikum in Bolivien zu machen. Ich studiere Umwelttechnik und suchte nach einer Gelegenheit, praktische Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Als ich die Zusage erhielt, freute ich mich sehr. Gleichzeitig war ich etwas nervös, weil ich noch nie so weit von zu Hause entfernt gewesen war.
Anfang September flog ich nach Bolivien. Mein Praktikum fand in der Stadt San Miguel statt. Dort arbeitete ich in einem kleinen Umweltzentrum. Meine Aufgaben waren recht einfach. Ich half bei der Organisation von Veranstaltungen, bereitete Informationsmaterial vor und unterstützte die Mitarbeiter bei verschiedenen Projekten. Das Team bestand aus acht Personen. Alle waren freundlich und halfen mir, mich schnell einzugewöhnen.
Die Arbeit begann jeden Tag um 8 Uhr und endete um 16 Uhr. Nach Feierabend erkundete ich oft die Stadt oder traf mich mit anderen Praktikanten. Besonders gefiel mir der große Markt im Zentrum. Dort konnte man frisches Obst und lokale Speisen kaufen.
Nach etwa vier Wochen passierte etwas Unerwartetes. An einem Montagmorgen wollte ich wie gewohnt zur Arbeit gehen. Als ich meinen Rucksack holen wollte, bemerkte ich, dass mein Reisepass nicht mehr darin war. Sofort wurde ich nervös. Am Wochenende hatte ich einen Ausflug in eine nahegelegene Kleinstadt gemacht und den Pass mitgenommen.
Zuerst suchte ich mein Zimmer gründlich ab. Danach kontrollierte ich auch die Gemeinschaftsküche und den Aufenthaltsraum meines Wohnhauses. Der Pass war jedoch nirgends zu finden. Schließlich rief ich meine Kollegin Carla an und erklärte ihr die Situation. Sie beruhigte mich und sagte, ich solle Schritt für Schritt überlegen, wo ich zuletzt gewesen war.
Plötzlich erinnerte ich mich an ein kleines Café, in dem ich am Sonntag eine Pause gemacht hatte. Ich fuhr sofort dorthin. Zu meiner großen Erleichterung hatte eine Mitarbeiterin den Reisepass gefunden und sicher aufbewahrt. Wahrscheinlich war er aus meiner Jackentasche gefallen. Ich bedankte mich mehrmals und war sehr froh, dass alles gut ausgegangen war.
Die restliche Zeit meines Praktikums verlief ohne Probleme. Ich lernte viel über die Arbeit des Umweltzentrums und verbesserte auch meine Sprachkenntnisse. Ende November kehrte ich nach Hause zurück.
Das Praktikum war eine wichtige Erfahrung für mich. Ich habe nicht nur neue Dinge gelernt, sondern auch mehr Selbstvertrauen gewonnen. Wenn ich noch einmal die Gelegenheit bekomme, möchte ich gern wieder einige Monate im Ausland verbringen.
Liebe Grüße
Laura Schneider

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