Übergabe: mündlich oder schriftlich?

Übergabe: mündlich oder schriftlich?

Situation: Nach einer hektischen Schicht ist bei der Übergabe eine wichtige Information untergegangen, weil sie nur schnell mündlich weitergesagt wurde. Jetzt wird im Team über die richtige Form gestritten. In der Pause reden zwei Pflegekräfte darüber, was verlässlicher ist.

Beispiel

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Person A: Hast du kurz einen Moment? Bei der Übergabe heute ist wieder etwas durchgerutscht - die neue Medikamentenzeit von Herrn Roth kannte plötzlich keiner. Da frage ich mich echt: Was ist eigentlich zuverlässiger, eine mündliche oder eine schriftliche Übergabe? Wie siehst du das?

Person B: Gute Frage, die sorgt bei uns ja immer wieder für Diskussionen. Die Kollegin links auf der Karte setzt klar auf das Schriftliche. Sie sagt, was aufgeschrieben ist, bleibt nachvollziehbar und geht selbst an stressigen Tagen nicht verloren, weil alle denselben Stand haben. Das leuchtet mir ein. Gerade heute wäre uns mit einer Notiz nichts durchgerutscht. Findest du das nicht auch überzeugend?

Person A: Doch, da ist viel dran. Ich erinnere mich an eine Nachtschicht, in der ich mündlich zehn Dinge auf einmal gesagt bekommen habe. Am Morgen wusste ich die Hälfte nicht mehr. Schwarz auf weiß wäre das sicherer gewesen. Trotzdem spricht mich die Kollegin rechts auf der Karte an. Für sie reicht das Gespräch oft völlig, weil man direkt nachfragen und Dinge besser verstehen kann. Zu viel Schreiberei koste nur Zeit, und am Ende überlese man das Wichtige sogar. Das kenne ich auch. Wie stehst du dazu?

Person B: Da hat sie recht, das erlebe ich ständig. Diese langen Protokolle liest doch kaum jemand ganz durch. Im Gespräch kann ich dagegen sofort fragen: Wie meinst du das genau? Ich denke an eine Übergabe, bei der ein kurzer Satz Rückfrage mehr gebracht hat als eine ganze Seite Text. Aber ganz ohne etwas Schriftliches wäre mir auch mulmig. Wie kriegen wir da beides zusammen?

Person A: Genau da finde ich den Kollegen in der Mitte am klügsten. Er hält eine Mischung für am besten: kurz mündlich für den Überblick und die wichtigen Punkte, und schriftlich für die Details. So spare man Zeit, mache weniger Fehler und habe trotzdem alles Wichtige sicher festgehalten. Das überzeugt mich am meisten. Reden und Aufschreiben schließen sich ja nicht aus. Wäre das für dich auch der richtige Weg?

Person B: Ja, das trifft es genau. Das Gespräch für den schnellen Überblick, ein paar feste Notizen für das, was man nicht vergessen darf. So hätten wir beides. Nur machen wir das gerade völlig uneinheitlich. Der eine schreibt viel, der andere gar nichts, und dann fehlt am Ende doch die entscheidende Info.

Person A: Das ist wirklich der Kern des Problems. Wie wäre es, wenn wir einen kurzen festen Übergabezettel vorschlagen - nur mit den wichtigsten Punkten wie Medikamente, Veränderungen und offene Aufgaben - den wir mündlich durchgehen? Das könnten wir bei der Leitung einbringen. Machst du da mit?

Person B: Sehr gern, das wäre eine echte Verbesserung. Halten wir fest: Am sichersten ist die Kombination - wir reden über den Überblick und halten die wichtigsten Details schriftlich fest. Deshalb schlagen wir der Leitung einen kurzen, einheitlichen Übergabezettel vor, den wir gemeinsam besprechen.

Person A: Perfekt, so setzen wir das um. Dann rutscht uns hoffentlich so schnell nichts mehr durch.

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