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Das trennen wir mit links
Über zwei Millionen Deutsche trennen ihren Müll falsch — und langsam setzt sich das richtige System in der Wegwerf-Welt durch
Schau, der wirft das in die richtige Tonne. Solche und ähnliche Kommentare hörte der gelernte Recyclinghof-Mitarbeiter Martin Brenner (53) von Besuchern, die das Recyclingzentrum im Bonner Norden besichtigten und dem Fachmann beim Sortieren des Mülls zusahen — allerdings nur früher, als nur die schwarze Tonne die so genannte richtige Tonne war, die man für jeden Abfall verwenden durfte. Heute ist es offensichtlich normal, dass jemand mit der gelben Tonne Verpackungen aus Plastik entsorgt. Martin Brenner wird jedenfalls nicht mehr bestaunt.
Richtig trennen
Gut 25 Prozent der Bevölkerung trennen ihren Müll korrekt. Über die Gründe für die falsche Mülltrennung ist sich die Forschung nicht einig. Fest steht nur: Wenn Bürger gezwungen werden, statt nach klaren Regeln nach unklaren Anweisungen zu sortieren, hat dies schwerwiegende Folgen. Dies führt zu Stress im Kopf, so die Müll-Expertin Petra Wagner. Spätestens wenn überforderte Bürger mit dem täglichen Trennen beginnen, macht sich das Chaos im Kopf bemerkbar. In den Städten ist es mittlerweile verboten, Restmüll in die Biotonne zu werfen. Probleme machen allerdings noch Wohnanlagen, die nicht für eine ordentliche Mülltrennung geeignet sind, erklärt Friedrich Stahlmann, Leiter des städtischen Abfallzentrums Köln: Schon die Tonne am falschen Standort führt zu schnellerer Resignation, weil die Bewohner durch die langen Wege zusätzlich belastet werden.
Lösungen im Wohnhaus
Die Sammelstelle, an der Anna Petrov tagtäglich vorbeikommt, funktioniert von oben links nach unten rechts. Genau verkehrt für die 38-Jährige, die seit 18 Jahren in der Goethestraße wohnt. Ich habe gesagt, dass ich mit dem Sammelplatz so nicht arbeiten kann. Und das wurde akzeptiert. Anna wurde einer anderen Sammelstelle zugewiesen und macht jetzt das Trennen, das auch ohne lange Wege möglich ist: Sortieren und Bereitstellen der Wertstoffe.
Eltern können helfen
Bei kleinen Kindern lässt sich nicht sofort erkennen, ob sie umweltbewusst oder gleichgültig sind, sagt die Expertin Wagner: Viele Kinder ahmen zuerst die Gewohnheiten in unserer wegwerffreudigen Welt nach. Deshalb rät Wagner den Eltern, ihren Kindern beim Entdecken ihres Umweltbewusstseins zu helfen: Pfandflaschen sammeln, Papier in die richtige Tonne werfen — bei diesen Handlungen greifen Kinder automatisch mit dem geschulten Blick zu. Und dann sollten Eltern bereits erste Konsequenzen ziehen.

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