Freundschaft im digitalen Zeitalter

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Soziale Plattformen spielen für viele Menschen eine zentrale Rolle bei der Pflege von Kontakten. Freundschaften sind wichtig für das Zugehörigkeitsgefühl und das eigene Selbstbild. Gleichzeitig fehlt im Alltag oft die Zeit, um Beziehungen intensiv zu gestalten. Deshalb stellt sich für viele die Frage, ob tiefe Freundschaften unter diesen Bedingungen überhaupt noch entstehen können.

Ein erfahrener Therapeut berichtet aus seiner beruflichen Praxis, dass zahlreiche Menschen Schwierigkeiten haben, persönliche Themen mit anderen zu teilen. Viele seiner Klientinnen und Klienten fühlen sich zwar vernetzt, haben aber niemanden, dem sie ihre Sorgen anvertrauen. Nach seiner Einschätzung liegt das Problem weniger in fehlenden Kontakten, sondern vielmehr darin, dass echte Nähe Mut und Offenheit erfordert.

Auch eine Sozialwissenschaftlerin, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema Freundschaft beschäftigt, bestätigt diese Beobachtung. Ihrer Ansicht nach ist der Eindruck eines Mangels an Freundschaften vor allem eine Folge der Überforderung durch zu viele Bekanntschaften. Der ständige Kontakt zu zahlreichen Menschen erschwert es, einzelne Beziehungen bewusst zu pflegen.

Gleichzeitig beobachtet sie einen Wandel im Verständnis von Freundschaft. Statt lebenslanger Bindungen entstehen heute häufiger alltagstaugliche Beziehungen. Diese entwickeln sich dort, wo Menschen regelmäßig Zeit miteinander verbringen – etwa am Arbeitsplatz oder bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten. Aus solchen Zweckgemeinschaften können Freundschaften wachsen, ohne dass hohe Erwartungen an Verfügbarkeit oder Verpflichtung bestehen.

Allerdings wirkt sich gesellschaftliches Denken weiterhin auf Beziehungen aus. Ein Arzt aus einer ländlichen Region berichtet, dass sein sozialer Status es ihm lange erschwert habe, neue Freundschaften zu schließen. Erst über den regelmäßigen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Umgebung entstanden persönliche Beziehungen, die sich mit der Zeit vertieften.

Nach Einschätzung der Sozialwissenschaftlerin passt diese Form der Freundschaft besser zu heutigen Lebensrealitäten. Sie beruht auf Freiwilligkeit, gegenseitiger Sympathie und der Möglichkeit, sich auch wieder zu distanzieren. Freundschaften können entstehen – und ebenso enden –, ohne dass dies als Scheitern empfunden wird.

Medienforscher untersuchten zudem das Verhalten von Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und sechzehn Jahren. Sie stellten fest, dass insbesondere Mädchen ihre Freundschaften zunehmend online darstellen, etwa durch Fotos, Videos oder Kommentare. Dennoch ersetzen digitale Kontakte nicht persönliche Beziehungen. Vielmehr ergänzen sie bestehende Freundschaften, die weiterhin im direkten Umfeld entstehen, etwa in der Schule.

Viele Klientinnen und Klienten haben Probleme, …

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Aufgabe 1

Viele Klientinnen und Klienten haben Probleme, …

Richtige Antwort: ✅ über persönliche Themen zu sprechen.

Erklärung: Der Therapeut berichtet, dass viele Menschen zwar vernetzt sind, aber niemanden haben, dem sie ihre Sorgen anvertrauen. Das Problem liegt laut Text darin, persönliche Themen offen anzusprechen und echte Nähe zuzulassen.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
anderen Menschen zu vertrauen – Vertrauen wird nicht ausdrücklich als Hauptproblem genannt.
neue Kontakte aufzubauen – An Kontakten mangelt es nicht, sondern an Tiefe.

a) anderen Menschen zu vertrauen. b) neue Kontakte aufzubauen. c) über persönliche Themen zu sprechen.

 

Nach Ansicht der Sozialwissenschaftlerin gibt es heute wenige enge Freundschaften, weil …

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Aufgabe 2

Nach Ansicht der Sozialwissenschaftlerin gibt es heute wenige enge Freundschaften, weil …

Richtige Antwort: ✅ Menschen mehr Kontakte haben, als sie bewältigen können.

Erklärung: Die Sozialwissenschaftlerin erklärt, dass viele Menschen durch eine große Zahl an Bekanntschaften überfordert sind. Dadurch fällt es schwer, einzelne Beziehungen bewusst zu pflegen und zu vertiefen.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
viele schlechte Erfahrungen mit Freundschaften gemacht wurden – Davon ist im Text keine Rede.
soziale Netzwerke echte Beziehungen verhindern – Netzwerke werden nicht als alleinige Ursache genannt.

a) Menschen mehr Kontakte haben, als sie bewältigen können. b) viele schlechte Erfahrungen mit Freundschaften gemacht wurden. c) soziale Netzwerke echte Beziehungen verhindern.

 

Wie haben sich Freundschaften verändert?

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Aufgabe 3

Wie haben sich Freundschaften verändert?

Richtige Antwort: ✅ Die Erwartungen an Freundschaften sind geringer geworden.

Erklärung: Im Text wird beschrieben, dass heutige Freundschaften oft alltagstauglich sind und ohne hohe Erwartungen an Verfügbarkeit oder lebenslange Verpflichtung entstehen.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
Freundschaften entstehen heute fast nur noch im Beruf – Sie entstehen auch in der Freizeit oder im Alltag.
Freundschaften entwickeln sich erst nach sehr langer Zeit – Das Gegenteil wird beschrieben.

a) Die Erwartungen an Freundschaften sind geringer geworden. b) Freundschaften entstehen heute fast nur noch im Beruf. c) Freundschaften entwickeln sich erst nach sehr langer Zeit.

 

Das Beispiel des Arztes zeigt, dass …

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Aufgabe 4

Das Beispiel des Arztes zeigt, dass …

Richtige Antwort: ✅ soziale Herkunft und Stellung Beziehungen beeinflussen können.

Erklärung: Der Arzt berichtet, dass sein sozialer Status es ihm zunächst erschwert hat, Freundschaften zu schließen. Erst über berufliche Kontakte konnten sich persönliche Beziehungen entwickeln.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
aus beruflichen Kontakten nur selten Freundschaften entstehen – Im Beispiel entstehen gerade daraus Freundschaften.
man auf dem Land leichter Freundschaften schließt – Dies wird nicht behauptet.

a) aus beruflichen Kontakten nur selten Freundschaften entstehen. b) soziale Herkunft und Stellung Beziehungen beeinflussen können. c) man auf dem Land leichter Freundschaften schließt.

 

Freundschaften in der heutigen Zeit …

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Aufgabe 5

Freundschaften in der heutigen Zeit …

Richtige Antwort: ✅ passen sich den aktuellen Lebensbedingungen an.

Erklärung: Laut Sozialwissenschaftlerin entsprechen flexible, freiwillige Freundschaften eher den heutigen Lebensrealitäten. Sie können entstehen und auch wieder enden, ohne als Scheitern zu gelten.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
sind meist von kurzer Dauer – Das wird so nicht pauschal gesagt.
sind stabiler als früher – Eine höhere Stabilität wird nicht erwähnt.

a) passen sich den aktuellen Lebensbedingungen an. b) sind meist von kurzer Dauer. c) sind stabiler als früher.

 

Bei Mädchen zwischen zwölf und sechzehn Jahren …

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Aufgabe 6

Bei Mädchen zwischen zwölf und sechzehn Jahren …

Richtige Antwort: ✅ existieren neben Online-Kontakten auch persönliche Freundschaften.

Erklärung: Die Medienforscher stellen fest, dass digitale Kontakte persönliche Freundschaften nicht ersetzen, sondern ergänzen. Die eigentlichen Freundschaften entstehen weiterhin im direkten Umfeld, etwa in der Schule.

Warum die anderen Antworten falsch sind:
führen Internetkontakte häufig zu echten Freundschaften – Online-Kontakte ersetzen reale Beziehungen nicht.
entstehen Freundschaften hauptsächlich außerhalb der Schule – Die Schule wird ausdrücklich genannt.

a) existieren neben Online-Kontakten auch persönliche Freundschaften. b) führen Internetkontakte häufig zu echten Freundschaften. c) entstehen Freundschaften hauptsächlich außerhalb der Schule.

 


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