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Viele Studierende engagieren sich ehrenamtlich, um Menschen mit Fluchterfahrung zu unterstützen. Unabhängig davon, ob sie Sportwissenschaften, Medizin, Sprachwissenschaften oder Rechtswissenschaften studieren – sie bringen ihr im Studium erworbenes Wissen praktisch ein. Ihr Ziel ist es, Neuankömmlingen den Einstieg in den Alltag zu erleichtern und sie auf dem Weg in ein selbstständiges Leben zu begleiten.
Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Sprache. In einem eigens entwickelten Integrationsprojekt werden sportliche Aktivitäten mit Sprachförderung kombiniert. Beim gemeinsamen Fußballspielen lernen Kinder spielerisch neue Wörter und verlieren Hemmungen. Durch die Bewegung fällt das Sprechen leichter, und gleichzeitig erfahren die Kinder, was Zusammenarbeit und Fairness bedeuten. Sport wird so zu einem Motor für den Spracherwerb.
Auch im medizinischen Bereich erhalten Geflüchtete Unterstützung. Das deutsche Gesundheitssystem ist komplex und für viele schwer verständlich – insbesondere dann, wenn medizinische Fachbegriffe hinzukommen. Erkrankt ein Geflüchteter, arbeiten Medizinstudierende mit Sprachmittlern zusammen, erklären Abläufe, begleiten Arztbesuche und besprechen anschließend die Diagnose sowie die Behandlung. So wird sichergestellt, dass die Patientinnen und Patienten verstehen, was mit ihnen geschieht.
Viele der beteiligten Studierenden empfinden diese Arbeit als besonders sinnvoll. Sie setzen ihre fachlichen Kompetenzen ein, um konkret zu helfen, und erleben, dass ihr Wissen einen direkten Nutzen hat.
Ein weiterer großer Unterstützungsbedarf besteht im juristischen Bereich. Asylverfahren sind oft kompliziert, langwierig und von zahlreichen rechtlichen Regelungen geprägt. Zusätzlich entstehen Kosten, die viele Geflüchtete nicht tragen können. Um diese Lücke zu schließen, wurde an einer großen deutschen Universität eine Beratungsstelle ins Leben gerufen, in der Jurastudierende speziell im Asylrecht geschult werden. Unter fachlicher Anleitung beraten sie Geflüchtete und begleiten sie während des gesamten Verfahrens.
Viele Geflüchtete möchten selbst ein Studium aufnehmen. Häufig scheitert dies jedoch zunächst an fehlenden Sprachkenntnissen, nicht anerkannten Unterlagen oder finanziellen Schwierigkeiten. Selbst wenn diese Hürden überwunden werden, müssen sie oft lange warten, bis ein Studienplatz verfügbar ist.
Um diese Wartezeit sinnvoll zu nutzen, entwickelten zwei junge Gründer aus Deutschland ein gemeinnütziges Bildungsprojekt. Seit 2016 bietet ihre Organisation ein kostenloses Online-Studienprogramm für Geflüchtete an. Die Teilnehmenden können ohne formale Zeugnisse beginnen. Nach zwei erfolgreich absolvierten Online-Jahren besteht die Möglichkeit, an einer von mehreren Partnerhochschulen ein reguläres Studium vor Ort fortzusetzen.

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