Goethe
Russisch
Sie lesen in einer Zeitung einen Artikel. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
0% (0 из 5 человек правильно ответили с первого раза)
Wer krank ist, meidet oft überfüllte Arztpraxen. Enge Räume, viele andere Patientinnen und Patienten und schlechte Luft erhöhen die Sorge, sich zusätzlich anzustecken. Stattdessen greifen manche Menschen zunächst zum Smartphone oder Laptop und versuchen, ihre Beschwerden selbst zu erklären. Digitale Gesundheitsportale liefern rasch Informationen – übernehmen jedoch keine Verantwortung für deren Richtigkeit.
Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung medizinische Fragen im Internet recherchiert. Innerhalb Europas gibt es nur wenige Länder, in denen dieses Verhalten noch verbreiteter ist. Besonders häufig werden Erkrankungen gesucht, die viele Menschen betreffen, etwa Stoffwechselkrankheiten. Auch Beschwerden, über die man sich schämt oder nur ungern spricht, werden online oft intensiver recherchiert als im direkten Gespräch mit medizinischem Fachpersonal.
Mit der zunehmenden Nutzung solcher Angebote wächst jedoch die Unsicherheit darüber, welchen Nutzen diese Informationen tatsächlich haben. Fachleute aus Gesundheitswesen und Politik stellen infrage, ob Online-Recherche eher hilft – oder ob sie Ängste verstärkt und Symptome bedrohlicher erscheinen lässt, als sie tatsächlich sind.
Ein zentrales Problem liegt in der stark schwankenden Qualität der Inhalte. Neben sachlich korrekten Informationen finden sich zahlreiche widersprüchliche oder schlicht falsche Aussagen. Manche Webseiten arbeiten gezielt mit emotionalen Darstellungen, um alternative Heilmethoden, Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben. Wer auf auffällige Überschriften klickt, gelangt häufig auf Seiten kommerzieller Anbieter, von Medienunternehmen oder Organisationen mit eigenen wirtschaftlichen Interessen.
Dass sich Patientinnen und Patienten informieren, lehnt die organisierte Ärzteschaft grundsätzlich nicht ab. Entscheidend sei jedoch, wie und wann diese Informationen genutzt werden, erklärt Dr. Anna Müller vom Zentrum für Patienteninformation und Gesundheitskompetenz. Problematisch werde es, wenn Menschen bereits mit einer festen Eigendiagnose in die Praxis kommen. Sinnvoller sei es, verständliche Informationen zu nutzen, um sich gezielt auf das Arztgespräch vorzubereiten. Ziel sei nicht, medizinisches Fachwissen zu ersetzen, sondern Fragen besser formulieren zu können.
Wer Inhalte unkritisch übernimmt, läuft Gefahr, statt Orientierung zusätzliche Verunsicherung zu erleben. Übertriebene Heilungsversprechen oder pauschale Empfehlungen seien keine Seltenheit. Zwar könne der anonyme Austausch mit anderen Betroffenen hilfreich sein, doch lasse sich kaum überprüfen, wie zuverlässig deren Aussagen sind oder welche Motive dahinterstehen.
Besonders heikel wird es, wenn Nutzerinnen und Nutzer in Onlineforen persönliche Angaben machen. Nicht selten werden dort E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder detaillierte Krankheitsverläufe abgefragt. Viele berichten zudem, dass sie nach solchen Recherchen verstärkt Werbung aus dem Gesundheitsbereich erhalten – ein Hinweis darauf, dass persönliche Daten weiterverwendet werden.

У вас есть вопросы?
Спросите у нашего помощника!