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Während des Zweiten Weltkriegs ging in der Nähe einer Inselgruppe im Atlantik ein deutsches Unterseeboot unter. Jahrzehnte später wurde das Wrack entdeckt – ein Fund, der für die Meeresforschung von großem Wert sein könnte.
Der Untergang des U-Bootes mit der Kennung UB-581, das vor rund 75 Jahren versenkt wurde, ist historisch gut belegt. In der Nacht zum 2. Februar 1942 sollte das Boot ein feindliches Schiff angreifen, als es selbst von einer Wasserbombe eines britischen Zerstörers getroffen wurde. Um zu verhindern, dass das U-Boot in gegnerische Hände fiel, ordnete der Kommandant an, es selbst zu versenken. Dabei kamen vier Besatzungsmitglieder ums Leben, während 41 Seeleute in britische Kriegsgefangenschaft gerieten. Ein Offizier konnte sich schwimmend retten und erreichte nach mehreren Stunden das Festland. Wo genau das Boot schließlich sank, blieb jedoch lange ungeklärt.
Joachim Jakobsen und seine Ehefrau Kirsten leben seit über 15 Jahren auf den Azoren und beschäftigen sich intensiv mit Filmen der Unterwasserwelt. Die ungefähre Position mehrerer gesunkener U-Boote war ihnen bekannt, doch erst mit der Entwicklung eines neuen Tauchboots – der „Aqua 1000“, das bis in Tiefen von 1.000 Metern vordringen kann – wurde eine gezielte Suche möglich. Im Frühjahr 2016 begannen sie, ein etwa 100 Quadratkilometer großes Gebiet systematisch zu untersuchen. Ziel war es, das Wrack von UB-581 im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts zur Erforschung von Tiefwasserkorallen zu lokalisieren.
Am 13. September desselben Jahres tauchten die Jakobsens rund 40 Minuten lang in die Tiefe, bis sie den Lichtkegel ihres Tauchboots auf dem Meeresboden ausrichten konnten. Eine 14 Zentimeter starke Plexiglasscheibe schützt die Insassen dabei vor dem enormen Wasserdruck. In fast 900 Metern Tiefe wirkt eine Kraft, die dem Gewicht von etwa 100 Lastwagen entspricht. Zunächst sahen sie lediglich vereinzelte Fische, doch plötzlich erschien auf dem Sonar ein längliches Objekt. „Das kann nicht sein“, dachte Jakobsen zunächst. Erst als die Konturen eindeutig wurden, begriffen sie, was sie entdeckt hatten. Das Wrack lag in 870 Metern Tiefe, in zwei Teile zerbrochen. „Das war ein überwältigender Moment“, berichtet Jakobsen. Besonders beeindruckend sei gewesen zu sehen, wie stark das Boot inzwischen von Leben überzogen sei.
Für Meeresbiologen ist dieser Fund von besonderer Bedeutung. Nach Einschätzung von Jakobsen hat sich das Wrack im Laufe der Jahrzehnte zu einem künstlichen Riff entwickelt, das wertvolle Hinweise auf das Wachstum von Kaltwasserkorallen liefert.
Für das Forscherpaar markierte die Entdeckung den Beginn eines umfangreichen Projekts. Sie fertigten Videoaufnahmen des mit Korallen bewachsenen Wracks an und begannen mit einer detaillierten Dokumentation. Geplant ist die Erstellung eines dreidimensionalen Fotomosaiks des U-Boots und der umliegenden Tierwelt. Dafür sind mehrere hundert, möglicherweise sogar tausende Einzelaufnahmen erforderlich. „Das ist eine enorme Menge Arbeit“, sagt Kirsten Jakobsen.

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