Pflege (telc)
Deutsch

Situation: Ein Bewohner im Pflegeheim bleibt am liebsten den ganzen Tag im Sessel sitzen und möchte sich kaum bewegen. Sie überlegen, ob Sie ihn zur Bewegung anhalten sollten oder ob das ganz allein seine Entscheidung ist.
Person A: Sag mal, hast du kurz Zeit? Ich mache mir Gedanken um Herrn Fischer. Er sitzt am liebsten den ganzen Tag im Sessel und will sich fast gar nicht bewegen. Soll ich ihn dazu anhalten oder ist das ganz allein seine Sache? Wie siehst du das?
Person B: Oh, gute Frage. Da bin ich mir auch nicht immer sicher. Die erste Kollegin auf der Karte sieht Bewegung ja als unsere Pflicht. Sie sagt, Bewegung hält die Lebensqualität und die Selbstständigkeit, und wir sind dafür da, die Bewohner zu ermuntern, sie zu unterstützen und passende Übungen in den Alltag einzubauen. Da ist etwas dran. Wer sich gar nicht mehr bewegt, baut ja schnell ab. Aber meinst du nicht, dass wir niemanden zwingen können?
Person A: Genau das frage ich mich auch. Der Kollege in der Mitte sieht es ja nicht so einseitig, und das leuchtet mir ein. Er sagt, es ist beides. Wir sollten Bewegung fördern und anbieten, aber am Ende entscheidet der Bewohner selbst. Ihn zu motivieren und gemeinsam kleine Ziele zu finden, bringt mehr als jeder Druck. Ich sehe das ähnlich. Ich hatte mal eine Bewohnerin, die zuerst nicht wollte, aber als ich sie freundlich zu einem kleinen Spaziergang eingeladen habe, hat sie mitgemacht. Kennst du das auch?
Person B: Ja, das kenne ich gut. Mit Freundlichkeit erreicht man oft mehr als mit Nachdruck. Genau darauf achtet ja auch die dritte Kollegin auf der Karte. Sie findet, Bewegung sollte freiwillig sein, weil jeder seine eigenen Grenzen hat, dazu Krankheiten oder Schmerzen. Zwang kann Stress auslösen, deshalb sollten wir nur Angebote machen und niemanden drängen. Das finde ich wichtig. Wenn jemand echte Schmerzen hat, dürfen wir ihn nicht einfach antreiben. Findest du nicht auch?
Person A: Doch, da hast du recht. Wir müssen die Grenzen der Bewohner ernst nehmen. Aber gar nichts anbieten wäre auch falsch, dann sitzt Herr Fischer nur noch im Sessel. Vielleicht geht es nicht um Pflicht oder Freiwilligkeit, sondern um den richtigen Ton. Wir bieten es an und machen Mut, aber wir zwingen nicht. Meinst du nicht, dass das der beste Weg wäre?
Person B: Doch, das sehe ich genauso. Wir sollten ihm Bewegung schmackhaft machen, ohne ihn zu bedrängen. Ich denke, wir sollten herausfinden, was ihm Freude macht, vielleicht ein kurzer Weg zum Fenster oder ein kleines Spiel im Sitzen. Wenn er merkt, dass es ihm guttut, macht er eher mit. Und wir sollten das nicht jede anders handhaben, sondern uns absprechen. Wollen wir für Herrn Fischer zusammen ein paar schöne Angebote überlegen?
Person A: Auf jeden Fall. Wenn wir beide gleich mit ihm umgehen, ist es für ihn angenehmer. Dann sind wir uns einig: Bewegung ist wichtig und wir bieten sie aktiv an, aber wir achten seine Grenzen und drängen ihn nicht. Lass uns gemeinsam kleine Angebote für ihn finden, die ihm wirklich Spaß machen.
Person B: Genau so machen wir es. Gut, dass wir geredet haben. Jetzt weiß ich, wie wir Herrn Fischer in Bewegung bringen können, ohne ihn unter Druck zu setzen.

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