Wie viel Eigenaktivität bei älteren Patienten?

Wie viel Eigenaktivität bei älteren Patienten?

Situation: Ein älterer Patient soll nach einer Operation wieder mehr selbst machen, zum Beispiel aufstehen und ein paar Schritte gehen. Er möchte aber lieber im Bett bleiben und sich ausruhen. Sie überlegen, wie stark Sie ihn zur Bewegung ermuntern sollen.

Beispiel

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Person A: Sag mal, hast du kurz Zeit? Ich bin mir bei Herrn Sommer nicht sicher. Er soll nach der Operation wieder mehr selbst machen, ein bisschen aufstehen und laufen. Aber er will lieber im Bett bleiben. Wie stark soll ich ihn da eigentlich schieben? Wie machst du das?

Person B: Oh, gute Frage. Da bin ich mir auch nicht immer sicher. Der erste Kollege auf der Karte ist ja dafür, dass ältere Patienten möglichst aktiv bleiben. Er sagt, Bewegung und Selbstständigkeit halten Körper und Kopf fit und geben den Menschen Selbstvertrauen. Natürlich mit guter Anleitung und passend zu dem, was sie können, aber man sollte sie ruhig ermuntern, selbst etwas zu tun. Da ist etwas dran. Wer nur liegt, wird ja schnell schwächer. Aber meinst du nicht, dass man das auch übertreiben kann?

Person A: Genau das frage ich mich auch. Die Kollegin in der Mitte sieht es ja nicht so streng, und das leuchtet mir ein. Sie sagt, es kommt auf den einzelnen Menschen und den Tag an. Jeder hat andere Kräfte und fühlt sich mal besser, mal schlechter. Wichtig ist, zusammen kleine, machbare Ziele zu setzen und Schritt für Schritt vorzugehen. Der Patient soll selbst bestimmen, aber ohne dass es zu viel wird, und Mut machen ist dabei das Wichtigste. Ich sehe das ähnlich. Ich hatte mal eine Patientin, die an manchen Tagen viel konnte und an anderen kaum. Kennst du das auch?

Person B: Ja, das kenne ich gut. Es hängt wirklich stark vom Tag und von der Person ab. Genau darauf achtet ja auch der dritte Kollege auf der Karte. Er warnt davor, von älteren Patienten zu viel zu verlangen, weil viele Schmerzen oder Krankheiten haben oder einfach erschöpft sind. Zu viel Druck kann Angst und Frust auslösen, deshalb sollten wir Rücksicht nehmen und geduldig sein. Für ihn stehen die Würde und das Wohlbefinden an erster Stelle. Das finde ich wichtig. Wenn wir zu sehr drängen, verlieren die Patienten schnell die Lust. Findest du nicht auch?

Person A: Doch, da hast du recht. Mit Druck erreichen wir das Gegenteil. Aber gar nichts verlangen wäre auch schlecht, dann bleibt Herr Sommer ja nur liegen. Vielleicht geht es nicht um viel oder wenig, sondern um das richtige Maß. Wir sollten ihn motivieren, aber ihn nicht überfordern. Meinst du nicht, dass das der beste Weg wäre?

Person B: Doch, das sehe ich genauso. Wir müssen ihn ermuntern, aber in kleinen Schritten und mit viel Geduld. Ich denke, wir sollten zusammen mit ihm schauen, was er sich an dem Tag zutraut, und ihn dann freundlich dazu einladen. Heute vielleicht nur bis zum Stuhl, morgen ein paar Schritte mehr. Und wir sollten das nicht jeder anders machen, sondern uns absprechen. Wollen wir für Herrn Sommer zusammen kleine Ziele festlegen?

Person A: Auf jeden Fall. Wenn wir beide gleich mit ihm arbeiten, ist es für ihn viel angenehmer. Dann sind wir uns einig: Eigenaktivität ist wichtig, aber sie muss zu seinen Kräften passen, und wir motivieren ihn mit Geduld, statt ihn zu drängen. Lass uns gemeinsam kleine Schritte für ihn planen und jeden Tag neu schauen, wie es ihm geht.

Person B: Genau so machen wir es. Gut, dass wir geredet haben. Jetzt weiß ich, wie wir Herrn Sommer helfen können, ohne ihn zu überfordern.

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