Pflege (telc)
Deutsch

Situation: Eine junge Frau, die gerade ihre Ausbildung auf Ihrer Station beendet, denkt über die Zukunft nach. Sie hat klare berufliche Ziele und möchte in der Pflege Karriere machen.
Person A: Sag mal, hast du mitbekommen, dass unsere Auszubildende bald fertig ist? Sie hat mir erzählt, dass sie richtig Karriere machen will und überlegt, gleich eine Weiterbildung anzufangen. Ich bin mir nicht sicher, ob das der beste Zeitpunkt ist. Was denkst du darüber?
Person B: Oh, das ist eine spannende Frage, und ich bin da auch hin und her gerissen. Der erste Kollege auf der Karte ist ja klar dafür. Er meint, für die eigene Laufbahn sei nichts so wichtig wie ständig dazuzulernen, weil sich die Pflege immer weiterentwickelt und wer sich fortbildet, später mehr Chancen und Verantwortung bekommt. Da ist viel dran. Wer früh anfängt, kommt eben auch früher voran. Aber gerade direkt nach der Ausbildung, ist das nicht ein bisschen früh? Wie siehst du das?
Person A: Genau das frage ich mich auch. Die Kollegin in der Mitte sagt ja etwas anderes, und das leuchtet mir sehr ein. Sie findet, man sollte erst einmal richtig im Beruf ankommen und sicher werden, bevor man sich für eine Weiterbildung entscheidet. Erst wenn man den Alltag kennt, kann man besser einschätzen, welcher Bereich einem liegt. Ich habe das bei mir selbst so erlebt. Im ersten Jahr war ich oft unsicher, und erst danach wusste ich wirklich, wohin ich mich entwickeln will. Kennst du dieses Gefühl auch?
Person B: Ja, das kenne ich gut. Am Anfang ist schon der normale Stationsalltag eine echte Herausforderung. Wenn dann noch der Druck einer Weiterbildung dazukommt, kann das schnell zu viel werden. Genau davor warnt ja auch der dritte Kollege auf der Karte. Er sagt, viele Fortbildungen kosten viel Geld und finden in der Freizeit statt, und nicht jeder hat neben der Arbeit noch die Energie dafür. Für ihn zählt vor allem, gute Arbeit zu leisten und im Team zu bleiben. Findest du nicht auch, dass das oft unterschätzt wird?
Person A: Doch, das sehe ich genauso. Verlässlich im Team zu arbeiten ist manchmal wirklich wertvoller als ein weiteres Zertifikat. Aber ganz vom Tisch wischen würde ich den Wunsch der jungen Kollegin trotzdem nicht. Ihr Ehrgeiz ist ja etwas Gutes. Vielleicht geht es weniger um ein klares Ja oder Nein, sondern um den richtigen Weg. Meinst du nicht, dass man beides verbinden könnte?
Person B: Doch, das wäre wahrscheinlich die beste Lösung. Wenn jeder das nur für sich entscheidet, fühlt sie sich am Ende vielleicht allein gelassen. Ich denke, wir sollten sie als erfahrene Kolleginnen unterstützen. Wir könnten ihr raten, sich erst ein, zwei Jahre einzuarbeiten und in dieser Zeit gemeinsam mit ihr zu schauen, welche Weiterbildung wirklich zu ihr passt. Wärst du dabei, wenn wir sie zusammen begleiten?
Person A: Auf jeden Fall. Zu zweit können wir sie viel besser beraten als jeder für sich. Dann sind wir uns also einig: Weiterbildung ist sinnvoll und wichtig für ihre Zukunft, aber sie sollte zuerst sicher im Beruf werden und danach gezielt den richtigen Bereich wählen. Lass uns sie bei der nächsten Gelegenheit gemeinsam ansprechen und ihr anbieten, sie auf diesem Weg zu unterstützen.
Person B: Genau so machen wir es. Gut, dass wir darüber geredet haben. Jetzt habe ich ein klares Bild, wie wir ihr am besten helfen können.

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