Zwei Pflegekräfte haben eine ernste Diskussion auf dem Flur

Was sehen Sie auf diesem Bild? Welche Situation zeigt es?
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Zwei Pflegekräfte haben eine ernste Diskussion auf dem Flur

Beispiel

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Prüfer: Beginnen wir nun mit Teil 1. Können Sie etwas zu der Situation in diesem Bild sagen?
Kandidat: Auf dem Bild sehe ich zwei Frauen in einem Krankenhausflur. Der Flur ist hell und modern. Im Hintergrund sieht man einen Stationstresen mit einem Computer, Regale und weitere Flurtüren. Das ist eindeutig eine Krankenhausstation. Beide Frauen tragen blaue Arbeitskleidung, sie sind also Pflegekräfte. Die Frau links hat dunkle Haare, die hochgesteckt sind. Sie hat ein Stethoskop um den Hals und lehnt leicht an der Wand. Sie hat eine Hand in der Hüfte und schaut die andere Frau ernst an. Ihre Körperhaltung wirkt angespannt. Die Frau rechts hat blonde Haare. Sie hat ein Namensschild auf der Brust und hält ein blaues Klemmbrett in einer Hand. Mit der anderen Hand gestikuliert sie. Sie spricht gerade, erklärt etwas oder argumentiert. Ihr Gesichtsausdruck ist ernst und aufgewühlt. Beide schauen sich direkt in die Augen. Das Gespräch wirkt intensiv. Es ist kein entspanntes Kollegengespräch, sondern eine Auseinandersetzung oder eine ernste Diskussion. Diese Situation zeigt einen Konflikt zwischen zwei Kolleginnen, eine sehr reale und häufige Situation im Pflegealltag.

Falls der Student stockt oder wenig sagt, fragt der Prüfer nach:

Prüfer: Was passiert in diesem Bild?
Kandidat: Auf dem Bild streiten oder diskutieren zwei Pflegekräfte auf dem Krankenhausflur. Beide stehen sich gegenüber und schauen sich ernst an. Eine gestikuliert und spricht. Sie scheint etwas zu erklären oder sich zu beschweren. Die andere hört zu, aber ihre Körperhaltung zeigt, dass sie nicht einverstanden ist. Das ist ein Konflikt zwischen Kolleginnen. Solche Situationen kommen im Pflegealltag leider häufig vor.

Prüfer: Was machen die verschiedenen Menschen?
Kandidat: Auf dem Bild sind zwei Pflegekräfte zu sehen. Die Frau links hat dunkle hochgesteckte Haare und ein Stethoskop. Sie steht mit einer Hand in der Hüfte. Das ist eine Körperhaltung, die oft Spannung oder Ungeduld zeigt. Sie schaut die andere Frau direkt und ernst an. Sie hört zu, aber man sieht, dass sie nicht ganz überzeugt ist. Die Frau rechts hat blonde Haare. Sie hält ein blaues Klemmbrett in einer Hand. Mit der anderen Hand gestikuliert sie aktiv, sie spricht gerade und erklärt etwas. Ihre Augen sind auf die andere Frau gerichtet. Ihr Gesicht zeigt Ernsthaftigkeit und vielleicht auch Frustration. Im Hintergrund läuft der normale Stationsbetrieb weiter. Computer, Regale, Türen sind zu sehen.

Prüfer: Was empfinden Sie beim Anblick dieses Bildes?
Kandidat: Beim Anblick dieses Bildes fühle ich Vertrautheit und gleichzeitig leichte Spannung. Dieses Bild kenne ich. Nicht weil ich gerne streite, sondern weil Konflikte zum Leben im Team gehören. Kein Team ohne Konflikte. Das ist menschlich. Was mich bei diesem Bild nachdenklich macht, ist der Ort. Ein Konflikt im Flur ist nicht ideal. Patienten oder andere Kollegen könnten zuhören. Das macht das Gespräch noch schwieriger. Was ich auch beobachte, ist die Körpersprache beider Frauen. Keine hat sich schon abgewendet. Beide schauen sich noch an. Das zeigt, dass es noch Gesprächsbereitschaft gibt. Das ist positiv. Ein Konflikt, bei dem jemand einfach geht und nicht mehr spricht, ist viel schwieriger zu lösen. Dieses Bild erinnert mich daran, wie wichtig eine offene und respektvolle Konfliktkultur im Team ist.

Prüfer: Nun, wir sprechen also über Konflikte zwischen Kollegen in der Pflege. Wie denken Sie über dieses Thema?
Kandidat: Konflikte zwischen Kollegen sind in der Pflege leider sehr häufig, und das ist kein Zufall. Man arbeitet unter hohem Druck, mit zu wenig Personal, in emotional belastenden Situationen. Das führt zu Spannungen. Ich glaube, Konflikte sind nicht das Problem. Sie gehören zum Zusammenleben. Das Problem entsteht, wenn sie nicht angesprochen werden. Verdrängter Ärger wächst. Er zeigt sich dann an falschen Stellen, gegenüber Patienten, in passiv-aggressivem Verhalten oder in offenen Auseinandersetzungen wie auf dem Bild. Deshalb ist eine offene, respektvolle Kommunikation im Team so wichtig.

FRAGEN B1

Prüfer: Warum entstehen Konflikte zwischen Kollegen in der Pflege so häufig?
Kandidat: Es gibt viele Gründe. Der häufigste ist der Stress. Pflegekräfte arbeiten unter großem Druck, zu viele Patienten, zu wenig Zeit, zu wenig Personal. Wenn man erschöpft ist, reagiert man schneller gereizt. Ein kleines Missverständnis wird dann schnell zu einem großen Konflikt. Ein anderer Grund sind unterschiedliche Arbeitsstile. Eine Kollegin arbeitet sehr strukturiert, eine andere eher flexibel. Das kann zu Reibungen führen. Außerdem gibt es unterschiedliche Werte und Vorstellungen. Was ist gute Pflege? Was ist wichtig? Was hat Priorität? Wenn zwei Pflegekräfte das verschieden sehen, entstehen Spannungen. Schlechte Kommunikation ist ebenfalls ein häufiger Auslöser. Wenn Informationen fehlen, entstehen Missverständnisse. Und manchmal spielen persönliche Sympathien und Antipathien eine Rolle. Man kann sich eben nicht mit jedem gut verstehen.

Prüfer: Wie spricht man einen Konflikt mit einer Kollegin professionell an?
Kandidat: Das Wichtigste ist, das Gespräch zu suchen. Ruhig und unter vier Augen, nicht im Flur oder vor anderen Kollegen. Man wählt einen guten Moment, nicht wenn beide gestresst sind oder unter Zeitdruck stehen. Man spricht in Ich-Botschaften. Nicht „Du machst immer..." sondern „Ich fühle mich in letzter Zeit..." Das ist weniger angreifend und öffnet das Gespräch. Man beschreibt konkret, was einen stört, nicht allgemein, sondern mit einem konkreten Beispiel. Man hört der anderen Person zu, denn vielleicht hat sie eine ganz andere Wahrnehmung der Situation. Und man sucht gemeinsam nach einer Lösung. Nicht wer Recht hat, sondern wie es besser werden kann. Das braucht Mut, aber es lohnt sich.

Prüfer: Welche Auswirkungen haben ungelöste Konflikte auf das Team und die Patienten?
Kandidat: Ungelöste Konflikte schaden dem ganzen Team. Die Stimmung wird schlechter. Man geht ungern zur Arbeit. Kleine Probleme werden groß. Manche Kollegen ziehen sich zurück, andere werden aggressiver. Die Kommunikation leidet. Man redet nicht mehr offen miteinander. Das kostet Energie, die man für die Patienten bräuchte. Und die Patienten merken das. Sie spüren die Anspannung. Die Pflege wird schlechter, nicht weil die Pflegekräfte schlechter sind, sondern weil die Teamdynamik die Arbeit beeinträchtigt. Fehler passieren häufiger, wenn das Team nicht gut funktioniert. Und der Krankenstand steigt. Wer im Konflikt steckt, wird häufiger krank. Langfristig verlassen gute Pflegekräfte die Station, weil die Atmosphäre nicht stimmt. Das ist ein echter Qualitätsverlust.

Prüfer: Haben Sie selbst Konflikte mit Kollegen erlebt und wie haben Sie damit umgegangen?
Kandidat: Ja, ich habe Konflikte mit Kollegen erlebt. Das ist ehrlich gesagt normal in jedem Team. Ich erinnere mich an eine Situation, wo eine Kollegin und ich sehr unterschiedliche Meinungen über die Pflege einer Patientin hatten. Wir haben uns in der Situation kurz und scharf gestritten. Das war unangenehm. Danach habe ich sie gebeten, nach dem Dienst kurz zu reden. Wir haben beide erklärt, wie wir die Situation gesehen haben. Es stellte sich heraus, dass wir beide Recht hatten. Wir hatten einfach verschiedene Informationen gehabt. Nach dem Gespräch war die Luft rein. Das hat mich gelehrt, dass die meisten Konflikte aus Missverständnissen entstehen. Ein offenes Gespräch löst sie meistens schnell. In meinem Heimatland werden solche Gespräche manchmal vermieden. Man schweigt lieber. Das finde ich schwieriger. Die direkte Kommunikation, die in Deutschland üblicher ist, gefällt mir besser.

Prüfer: Welche Rolle hat die Stationsleitung bei Konflikten im Team?
Kandidat: Die Stationsleitung hat eine sehr wichtige Rolle bei Konflikten. Erstens sollte sie frühzeitig erkennen, wenn es im Team Spannungen gibt, noch bevor sie zu offenen Konflikten werden. Dazu braucht man ein offenes Ohr und gute Beobachtungsgabe. Zweitens sollte sie das Gespräch suchen, mit den Beteiligten, einzeln und gemeinsam. Sie moderiert das Gespräch, hört allen Seiten zu und hilft dabei, eine Lösung zu finden. Drittens sollte sie klare Regeln für das Miteinander im Team setzen. Respekt, offene Kommunikation, keine Gerüchte. Und viertens sollte sie selbst ein Vorbild sein, in ihrer eigenen Kommunikation, in ihrer Fairness und in ihrem Umgang mit Fehlern. Eine gute Stationsleitung verhindert viele Konflikte, bevor sie entstehen.

FRAGEN B2

Prüfer: Welche Konfliktlösungsstrategien gibt es und welche sind am wirksamsten?
Kandidat: Es gibt verschiedene Strategien zur Konfliktlösung. Die direkteste ist das offene Gespräch. Beide Seiten setzen sich zusammen, hören zu und suchen eine Lösung. Das ist am wirksamsten, wenn der Konflikt noch nicht zu eskaliert ist und beide Seiten gesprächsbereit sind. Wenn das nicht funktioniert, kann Mediation helfen. Eine neutrale dritte Person moderiert das Gespräch. Das kann ein Kollege sein, dem beide vertrauen, oder ein professioneller Mediator. Supervision ist eine weitere Möglichkeit. In einer Gruppe oder einzeln bespricht man schwierige Situationen mit einem professionellen Begleiter. Das hilft besonders, die eigene Perspektive zu reflektieren. Und manchmal braucht es strukturelle Lösungen wie klare Aufgabenverteilung, bessere Kommunikationsregeln und Teambesprechungen. Was nicht hilft, sind Vermeidung, Schweigen oder Eskalation. Ein Konflikt, der nicht angesprochen wird, verschwindet nicht, er wird schlimmer.

Prüfer: Wie unterscheiden sich sachliche Konflikte von persönlichen Konflikten im Team?
Kandidat: Der Unterschied ist sehr wichtig und beeinflusst, wie man mit dem Konflikt umgeht. Ein sachlicher Konflikt dreht sich um eine konkrete Frage. Wie soll eine Maßnahme durchgeführt werden? Wer hat welche Aufgabe? Was ist die beste Vorgehensweise? Solche Konflikte können konstruktiv sein. Sie führen zu besseren Lösungen, wenn man sie offen diskutiert. Manchmal braucht man einfach mehr Information oder eine klare Entscheidung von der Leitung. Ein persönlicher Konflikt ist schwieriger. Er dreht sich nicht um die Sache, sondern um die Person. Man mag die Kollegin nicht, man fühlt sich ungerecht behandelt, es gibt alte Verletzungen oder Eifersüchteleien. Solche Konflikte sind emotional aufgeladen und brauchen mehr Arbeit. In der Praxis mischen sich beide oft. Ein sachlicher Konflikt wird persönlich, oder persönliche Antipathie zeigt sich in sachlichen Auseinandersetzungen. Das zu erkennen ist der erste Schritt zur Lösung.

Prüfer: Welche Rolle spielt Kommunikation bei der Entstehung und Lösung von Teamkonflikten?
Kandidat: Kommunikation ist sowohl die häufigste Ursache von Konflikten als auch der wichtigste Weg zur Lösung. Schlechte Kommunikation führt zu Missverständnissen. Man hat etwas anders gemeint als der andere verstanden hat. Fehlende Kommunikation lässt Lücken entstehen, die mit Annahmen gefüllt werden, oft negativen. Und unklare Kommunikation, zum Beispiel wenn Aufgaben nicht klar verteilt sind, führt zu Doppelarbeit oder zu Aufgaben, die niemand macht. Gute Kommunikation dagegen verhindert viele Konflikte von vornherein. Regelmäßige Teambesprechungen, klare Übergaben und eine offene Feedback-Kultur schaffen Transparenz und Vertrauen. Und wenn ein Konflikt entstanden ist, ist das Gespräch der wichtigste Weg zur Lösung. Kommunikation ist eine Fähigkeit, die man lernen und verbessern kann. Einrichtungen sollten deshalb in Kommunikationsschulungen für ihr Personal investieren.

Prüfer: Wie wirkt sich eine schlechte Teamatmosphäre auf die Qualität der Pflege aus?
Kandidat: Eine schlechte Teamatmosphäre hat direkte und messbare Auswirkungen auf die Pflegequalität. Das zeigen viele Studien. Teams mit hohem Konfliktniveau machen mehr Fehler, weil Kommunikation schlechter funktioniert, weil Konzentration und Motivation leiden und weil wichtige Informationen nicht weitergegeben werden. Patienten berichten häufiger über schlechtere Erfahrungen. Sie spüren die Anspannung im Team. Die Patientenzufriedenheit sinkt. Außerdem steigen in Teams mit schlechter Atmosphäre der Krankenstand und die Fluktuation. Gute Pflegekräfte gehen, neue müssen eingearbeitet werden, und das kostet Zeit und Qualität. Und das Burnout-Risiko steigt stark. Wer täglich in einem konfliktreichen Umfeld arbeitet, erschöpft sich schneller. All das zeigt, dass Investitionen in ein gutes Teamklima gleichzeitig Investitionen in die Patientensicherheit und Pflegequalität sind.

Prüfer: Welche Präventionsmaßnahmen können Konflikte im Pflegeteam verhindern?
Kandidat: Konflikte lassen sich nicht vollständig verhindern, aber man kann viel tun, um sie zu reduzieren. Erstens sollte man klare Strukturen schaffen. Wer ist für was zuständig? Welche Regeln gelten im Team? Klare Rollen verhindern viele Missverständnisse. Zweitens helfen regelmäßige Teambesprechungen. Sie sind ein Forum, wo man offen über Probleme, Wünsche und Verbesserungsvorschläge reden kann. Das baut Druck ab, bevor er zum Konflikt wird. Drittens sollte man eine Feedback-Kultur fördern, also konstruktives Feedback geben und annehmen, ohne es persönlich zu nehmen. Das braucht Übung und eine sichere Atmosphäre. Viertens helfen Teambuilding-Maßnahmen. Gemeinsame Aktivitäten außerhalb der Arbeit stärken das Vertrauen und die persönlichen Beziehungen im Team. Und fünftens ist gute Führung entscheidend. Eine Stationsleitung, die fair, transparent und respektvoll führt, schafft eine Atmosphäre, in der Konflikte seltener entstehen und leichter gelöst werden.

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