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Ein ganzes Wochenende lang steht ein Instrument im Zentrum des städtischen Lebens. In einer großen deutschen Metropole erklingt Klaviermusik verschiedenster Stilrichtungen in privaten Wohnungen. Im Rahmen eines besonderen Musikabends öffnen sowohl professionelle Musikerinnen und Musiker als auch Hobbyspieler ihre Türen für fremde Zuhörer. Zusätzlich finden zahlreiche weitere Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten der Stadt statt, die das Projekt ergänzen.
Früher traf man sich in Wohnstuben meist im kleinen Kreis, um gemeinsam Musik zu machen. Heute verwandelt sich die gesamte Stadt für kurze Zeit in eine Vielzahl privater Bühnen. Nur wenige der vielen Klavierschüler und Pianisten – unabhängig davon, ob sie Anfänger oder erfahrene Musiker sind – haben sonst die Gelegenheit, öffentlich aufzutreten. Dieses Festival bietet genau diese Möglichkeit. Die Teilnehmenden laden interessierte Gäste in ihre Wohnungen ein und präsentieren dort ihr Können am Klavier.
Zu den Mitwirkenden zählt auch die Pianistin Lena Hoffmann, eine von mehreren Dutzend Musikerinnen und Musikern, die ihre eigenen vier Wände in kleine Konzertsäle umfunktionieren. Ihre Wohnung liegt in einem Altbau im vierten Stock, schlicht eingerichtet, aber offen für Besucher. Die meisten Gäste kennt sie vorher nicht. Zwischen Bücherregalen und Wohnzimmermöbeln suchen sich die Zuhörer einen Platz – auf Stühlen, Sofas oder sogar auf dem Boden – und genießen die entspannte Atmosphäre. Lena spielt Werke von Claude Debussy und Felix Mendelssohn.
Die Konzertveranstalterin und Klavierpädagogin Lena Hoffmann ist selbst Teil der Szene und beteiligt sich aktiv an der Organisation des Festivals. Sie berichtet, dass alle Bewerber vorab zeigen müssen, wie ihr Auftritt in der eigenen Wohnung ablaufen soll. Dazu gehört unter anderem eine kurze musikalische Präsentation, mit der sie ihre Eignung nachweisen.
Klavierspielen sei oft eine eher zurückgezogene Beschäftigung, erklärt eine junge Musikerin. Genau deshalb habe sie sich für die Teilnahme entschieden. Die Idee, fremde Menschen als Zuhörer ins eigene Zuhause einzuladen, verbreite sich zunehmend über soziale Netzwerke. Interessierte können sich online über die auftretenden Künstler informieren. Eintrittskarten sind vorab digital erhältlich. Erst nach dem Kauf erfährt man, wo genau das Konzert stattfinden wird.
Auch in anderen Städten gibt es vergleichbare Veranstaltungen, teils mit anderen Instrumenten. In dieser Stadt jedoch steht ausschließlich das Klavier im Mittelpunkt – ergänzt durch technische Ausstattung wie elektronische Tasteninstrumente und Verstärker. Die Stilrichtungen sind dabei sehr unterschiedlich. Eine Künstlergruppe mit dem Namen „Urban Piano Crew“ erinnert eher an eine Straßenperformance als an ein klassisches Konzert.
Manchmal ist nicht nur die Musik besonders, sondern auch der Ort selbst. Ein Konzert findet beispielsweise in einem fast leerstehenden Gebäude in einem Szeneviertel statt. Dort spielt der Pianist Daniel Klein. Der Platz ist begrenzt, nur wenige Gäste können teilnehmen. Daniel kündigt an: „Bei mir wird es intensiv, schnell und sehr kraftvoll.“ Für solche besonderen Auftritte werden gelegentlich alternative Räume genutzt, etwa öffentliche Hallen oder Ausstellungsflächen.

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